Champions League Ribéry bleibt fürs Finale gesperrt

Nun ist es endgültig: Das Champions-League-Finale zwischen dem FC Bayern und Inter Mailand findet ohne Münchens Superstar Franck Ribéry statt. Der Internationale Sportgerichtshof lehnte den Einspruch des Deutschen Meisters ab.

dpa

Hamburg - Im wichtigsten Spiel der Saison muss der FC Bayern auf einen seiner wichtigsten Spieler verzichten. Der Internationale Sportgerichtshof Cas lehnte den Einspruch der Münchner gegen die Sperre von Franck Ribéry ab, der damit im Champions-League-Finale am Samstag (20.45 Uhr, Liveticker SPIEGEL OLINE) in Madrid gegen Inter Mailand nicht mitwirken kann. Der Cas verkündete überraschend schon am Montagabend das Aus für die Final-Träume des Mittelfeldspielers. Gründe für das Urteil will das Gericht in einigen Tagen nachreichen.

Die Sperre von drei Spielen für den Franzosen bleibt damit bestehen. Gegen das Urteil der Uefa hatte der FC Bayern Einspruch eingelegt, unterlag nun aber vor dem Cas. Ribéry war im Halbfinal-Hinspiel der Champions League gegen Olympique Lyon in der 37. Minute nach einem Foul an Lisandro Lopez des Feldes verwiesen worden.

Der Argentinier Lopez hatte sich später für den Bayern-Akteur eingesetzt. Er habe den Angriff von Ribéry nicht als eine Tätlichkeit wahrgenommen, sagte er der französischen Sportzeitung "L'Équipe": "Er hatte keine böse Absicht. Wir sind beide auf den Ball gegangen. Ich war nur vor ihm da." Lopez hatte sich bei der Attacke keine Verletzung zugezogen und konnte die Partie nach kurzer Unterbrechung zu Ende spielen.

Ribérys Foul war aus Sicht der Bayern keine Tätlichkeit

Die Aktion Ribérys war jedoch bereits in erster Instanz von den Uefa-Gremien als Tätlichkeit bewertet worden. Nach Meinung der Bayern lag jedoch kein grob unsportliches Verhalten vor, weil Ribéry mit Lopez um den Ball gekämpft hatte.

Die Club-Saison ist für Ribéry damit beendet. Beim 4:0 seiner Mannschaft im Pokal-Finale gegen Werder Bremen hatte der 27-Jährige am vergangenen Samstag sein 40. Tor im 112. Pflichtspiel für die Münchner erzielt. Der FCB-Regisseur wird von verschiedenen Top-Clubs umworben und hat sich über seine sportliche Zukunft noch nicht eindeutig geäußert. Die Chancen, ob er bleibe oder gehe, bezifferte der bis 2011 vertraglich gebundene Ribéry zuletzt auf 50:50.

In Madrid wird Ribéry seine Mitspieler zumindest moralisch unterstützen können. Frankreichs Nationaltrainer Raymond Domenech erklärte, sein Spieler müsse auch bei einer Niederlage vor dem Cas nicht wie zunächst vorgesehen am Dienstag ins Trainingslager des Nationalteams einrücken. "Selbst wenn er das Finale nicht spielt, wird er seine Mitspieler bei diesem Spiel begleiten", so Domenech.

jok/sid/dpa



insgesamt 38 Beiträge
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tampa514 17.05.2010
1. absolut verdient
Der Fussballgott ist gerecht ! Typen wie er, haben genau das verdient. Behauptung : Wenn Bayern nicht so erfolgreich wäre, würde dieser Herr immer noch diverse "Verletzungen" pflegen !
GerwinZwo 17.05.2010
2. Gut so
Gut so...auf dass nicht deutsche Prozeßhanselei ("das wollen wir doch mal sehen, da gehen wir durch alle Instanzen") auch im Sport immer mehr um sich greift. Da ist Claudia Pechstein ein abschreckendes Beispiel. In deren Fall habe ich irgendwann aufgehört mitzuzählen, wieviele Gerichtsinstanzen sie wieviele male angerufen hat. Im Fall Ribery-wohl auf Betreiben von Hoeneß-den CAS anzurufen, war völlig überzogen. Mal die Kirche im Dorf lassen.
fiutare 17.05.2010
3. .................
Der arroganteste Unsympath der Liga bekommt seine verdiente Quittung. Richtig so.
armin.k 17.05.2010
4. Ribéry gesperrt -c`est dommage!
Ohne Ribéry werden es die Bayern sehr, sehr schwer haben, denn dieser Wirbelwind bindet normalerweise ca. 3 gegenerische Spieler, so dass Freiräume für die anderen Bayern-Spieler entstehen. Sein Kampfgeist macht Druck und Tempo und motiviert die Anderen. Ohne ihn sind die Chancen, das Finale zu gewinnen, viel geringer geworden. Schade, denn auch das Spiel wird ohne ihn mit Sicherheit langweiliger werden.
jan delta 17.05.2010
5. -
Zitat von sysopNun ist es endgültig: Das Champions-League-Finale zwischen dem FC Bayern und Inter Mailand findet ohne Münchens Superstar Franck Ribéry statt. Der Internationale Sportgerichtshof lehnte den Einspruch des Deutschen Meisters ab. http://www.spiegel.de/sport/fussball/0,1518,695105,00.html
Absolut gerechtfertigte Entscheidung.Das Foul war auf jeden Fall einer längeren Sperre würdig.Ebenso unerträglich ist das Gejammer wegen des Ballack-Ausfalls,wäre der Schiedsrichter konsequent gewesen,hätte Ballack wegen der vorausgegangenen Ohrfeige gegen Boateng schon vom Platz gemusst.
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