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Champions League Schalke bejubelt Gruppensieg

Erfolg für den FC Schalke: Das Team von Trainer Felix Magath beendet die Gruppenphase der Champions League nach einem Sieg bei Benfica Lissabon auf Platz eins. Werder Bremen gewann gegen Inter Mailand - und verabschiedete sich damit versöhnlich aus dem Wettbewerb.

Hamburg - Der FC Schalke scheint sein Erfolgsrezept gefunden zu haben: José Manuel Jurado erzielt den Führungstreffer, Benedikt Höwedes das 2:0. Nach diesem Schema besiegten die Schalker am vergangenen Samstag bereits den FC Bayern. Und genau mit dieser Strategie gewannen die Schalker am Dienstagabend bei Benfica Lissabon 2:1 (1:0).

Jurado (19. Minute) erzielte das Führungstor, und Höwedes (81.) legte nach. Der Anschlusstreffer der Portugiesen durch Luisão (87.) kam zu spät. Durch den Erfolg verteidigte Schalke Platz eins in Gruppe B. Ein Remis hätte allerdings auch gereicht, weil Olympique Lyon im parallelen Gruppenspiel gegen Hapoel Tel Aviv nur 2:2 (0:0) spielte. Benfica konnte sich bei Lyon bedanken - nur weil die Franzosen einen Punkt holten, blieben die Portugiesen auf Platz drei und spielen damit in der Europa League weiter. Lyon zieht als Zweiter ins Achtelfinale ein, Tel Aviv ist ausgeschieden.

"Wir hatten am Anfang der Saison große Schwierigkeiten. Aber nach und nach geht es etwas besser, sodass wir auch auswärts mal gewinnen konnten. Wir haben nur gegen Ende des Spiels etwas nachgelassen, weil wir wohl gedacht haben, dass wir durch sind", sagte Schalke-Trainer Felix Magath. Torwart Manuel Neuer sagte: "Wichtig waren die drei Punkte und Tabellenplatz eins." Der Club kann nun auf einen vermeintlich leichteren Achtelfinal-Gegner hoffen. "Ich denke, das Viertelfinale ist drin", sagte Magath. Der Kontrahent wird am 17. Dezember ausgelost.

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Champions League: Schalker Abklatscher und Bremer Backpfeifen

Foto: Federico Gambarini/ dpa

In Lissabon begannen beide Teams im nicht einmal zur Hälfte gefüllten Estádio da Luz taktisch diszipliniert und verhalten. Schalke beschränkte sich zunächst nur auf die Defensive. Mehr Chancen als einen Schuss durch Javier Saviola brachte Benfica aber nicht zustande (15.).

Erster guter Angriff bringt die Führung

Bis zur 19. Minute waren die Gäste nicht einmal gefährlich vor Benficas Tor. Doch wie schon gegen den FC Bayern zeichnete sich Schalke durch effiziente Chancenverwertung aus. Die erste gelungene Kombination brachte die Führung. Ivan Rakitic flankte von links in den Strafraum, Raúl legte mit der Brust ab, Jurado nahm den Ball volley und traf in den linken Winkel. Es war das erste Schalker Auswärtstor im laufenden Wettbewerb.

Nach dem Treffer wurde das Spiel etwas unterhaltsamer. Benfica, das die K.o.-Runde vorzeitig verpasst hatte, bemühte sich, mehr Druck aufzubauen, kam aber lediglich zu einem Distanzschuss von Carlos Martins (25.). Gefährlicher waren die Aktionen der Schalker, deren Pässe im Strafraum allerdings zu ungenau waren.

Nach der Pause zog sich Schalke weiter zurück. Die Abwehr der Gäste hatte zunächst kaum Probleme, die harmlosen Angriffsversuche der Heimelf zu stoppen. Schalkes Vorstöße waren hingegen selten, aber gefährlich. In der 55. Minute ließ Peer Kluge nach einem Anspiel Jurados seinen Gegenspieler Fabio Coentrao aussteigen, sein Schuss verfehlte aber knapp das Tor.

Wenn Benfica gefährlich vor das Schalker Tor kam, war Neuer wie schon gegen Bayern kaum zu überwinden. In der 66. Minute hielt er einen Schuss von Óscar Cardozo aus kurzer Distanz. Kurz zuvor hatte Javi Garcia nach einer Ecke knapp am rechten Schalker Pfosten vorbeigeschossen. Erst in den letzten 20 Minuten verstärkte Benfica seine Angriffsbemühungen, Schalke zog sich fast komplett zurück. In der 75. Minute ging ein Schuss von Pablo Aimar nur knapp an Neuers Tor vorbei.

In der Schlussphase geriet Schalke mehr und mehr unter Druck, doch Höwedes beendete alle Hoffnungen Lissabons. Kluge verlängerte nach einer Ecke zum Innenverteidiger, der überlegt zum 2:0 abschloss. Die Portugiesen kamen noch durch den Kopfball Luisãos zum Anschlusstor (87.) und trafen in der Nachspielzeit durch David Luiz den Pfosten.

Benfica Lissabon - FC Schalke 04 1:2 (0:1)
0:1 Jurado (19.)
0:2 Höwedes (81.)
1:2 Luisão (87.)
Benfica: Roberto - Pereira (46. Gaitan), Luisão, David Luiz, Coentrao - Javi Garcia - Amorim, Peixoto (46. Aimar) - Martins (79. Salvio) - Saviola, Cardozo
Schalke: Neuer - Uchida, Höwedes, Metzelder, Schmitz - Kluge (82. Matip), Papadopoulos - Jurado (88. Jendrisek), Rakitic - Raul, Huntelaar (85. Edu)
Schiedsrichter: Webb (England)
Zuschauer: 20.000
Gelbe Karten: David Luiz, Saviola (3), Aimar - Huntelaar (2), Rakitic (2)

Werder verabschiedet sich mit Sieg gegen Inter Mailand

Werder Bremen hat sich versöhnlich vom internationalen Fußball in dieser Saison verabschiedet. Im letzten Spiel der Gruppe A gewannen die Bremer gegen Inter Mailand 3:0 (1:0). Die Tore erzielten Sebastian Prödl (39.), Marko Arnautovic (49.) und Claudio Pizarro (88.). Durch die Niederlage verpasste Inter den Sprung auf Tabellenplatz eins. Den Gruppensieg sicherte sich Tottenham Hotspur, das 3:3 (1:1) bei Twente Enschede spielte. Als Gruppendritter spielt Enschede in der Europa League weiter.

"Wir können sehr zufrieden sein. Für das, was der Gegner macht, können wir nichts. Gerade in der zweiten Halbzeit haben wir sehr gut gespielt", meinte Werders Geschäftsführer Klaus Allofs, ärgerte sich aber über das Vorrundenaus. "Wir brauchen das Geld aus der Champions League und müssen genau hinschauen, wen wir in der Winterpause verpflichten."

In der Anfangsphase merkte man beiden Teams in Bremen an, dass es in dem Spiel nur noch um wenig ging - Werder stand als Gruppenletzter fest, Mailand war bereits für die K.o.-Phase qualifiziert. Inter trat mit einer B-Elf an: Trainer Rafael Benítez stellte die Stammspieler Wesley Sneijder, Diego Milito und Lucio nicht auf. Aber bei Werder saßen die zuletzt wegen Verletzungen ausgefallenen Pizarro und Mikael Silvestre auf der Bank.

Inter lustlos, Bremen spielfreudig

Vor 30.000 Zuschauern im nicht ganz ausverkauften Weserstadion spielte sich das Geschehen zunächst im Mittelfeld ab. Spannende Torszenen gab es kaum. Erst in der 20. Minute entstand Gefahr vor dem Tor der Gäste, doch Inter-Torhüter Paolo Orlandoni nahm dem einschussbereiten Arnautovic den Ball vom Fuß.

Die beste Chance zur Bremer Führung vergab der Portugiese Hugo Almeida, der in der 31. Minute aus sieben Metern Entfernung ebenfalls an Orlandoni scheiterte. Acht Minuten später traf Prödl nach einer Ecke von Torsten Frings per Kopf zum 1:0.

Auch nach dem Seitenwechsel wirkten die Gäste lustlos und uninspiriert. Vier Minuten nach der Pause traf der Ex-Mailänder Arnautovic per Direktabnahme nach Vorarbeit von Almeida.

Eklatante Zweikampfschwäche machte die zaghaften Angriffsbemühungen der Italiener zunichte. Selbst ein Pfostenschuss in der 67. Minute von Goran Pandev war kaum mehr als ein Zufallsprodukt. Per Mertesacker (80.) und Aaron Hunt (82.) trafen für Werder nur Pfosten und Querbalken. Der eingewechselte Pizarro erzielte in der 88. Minute mit einem platzierten Fernschuss den Endstand.

"Wir haben heute ein gutes Spiel abgeliefert und uns anständig aus der Gruppe verabschiedet", sagte Werder-Trainer Thomas Schaaf. "Der Sieg ist viel wert. Alles was wir uns vorgenommen haben, haben wir auch umgesetzt. Daran müssen wir jetzt anknüpfen."

Werder Bremen - Inter Mailand 3:0 (1:0)
1:0 Prödl (39.)
2:0 Arnautovic (49.)
3:0 Pizarro (88.)
Bremen: Wiese - Schmidt, Mertesacker, Prödl, Pasanen (83. Silvestre) - Fritz, Frings (78. Bargfrede) - Marin, Hunt - Almeida (76. Pizarro), Arnautovic
Mailand: Orlandoni - Zanetti (54. Natalino), Cordoba, Cambiasso, Biraghi - Nwankwo, Muntari - Santon (50. Biabiany), Motta (76. Mariga), Pandev - Eto'o
Schiedsrichter: Cakir (Türkei)
Zuschauer: 30.400
Gelbe Karten: Pasanen -

ulz/sid/dpa