Champions League Schalke nach Debakel gegen Real vor dem Aus

Schock für Schalke: Der Bundesligist hat sich beim Achtelfinal-Hinspiel in der Champions League gegen Real Madrid blamiert. Die Schalker kassierten sechs Gegentore, Reals Superstars Gareth Bale und Cristiano Ronaldo waren nicht zu stoppen.

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Hamburg - Im Jahr 2014 hatte Schalke 04 noch kein Spiel verloren, zudem kehrten die lange verletzten Julian Draxler und Kapitän Benedikt Höwedes zurück in die Startelf. Die Voraussetzungen für eine positive Überraschung aus Sicht des Bundesligisten stimmten. Eigentlich.

Doch Real Madrid war gleich mehrere Nummern zu groß für Schalke: 1:6 (0:2) verloren die Königsblauen im Achtelfinal-Hinspiel der Champions League gegen den spanischen Spitzenclub. Karim Benzema (13./57. Minute), Gareth Bale (21./69.) und Cristiano Ronaldo (52./89.) trafen für Real. Klaas-Jan Huntelaar war für S04 erfolgreich (90.).

"Wir haben zu viele einfache Fehler gemacht", sagte Schalke-Trainer Jens Keller nach dem Spiel: "Nach dem 0:2 hätten wir tiefer stehen müssen, damit wir nicht so viele Tore bekommen. Aber ich habe eine junge Mannschaft." Mittelfeldspieler Julian Draxler sprach von einem Klassenunterschied.

Dabei verpasste Schalke zunächst einen Traumauftakt knapp: Höwedes köpfte nach einem Eckball Zentimeter am Tor vorbei, da waren gerade 70 Sekunden gespielt. Anschließend formierten sich die Gastgeber in einem kompakten 4-4-2 und versperrten Real den Weg über die Mittellinie. Das ging gut - bis zur 13. Minute.

Draxler vergibt freistehend die Ausgleichschance

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Real-Sieg auf Schalke: Königliche Demonstration, königsblaues Debakel
Bale setzte sich im Mittelfeld gegen zwei Schalker durch, passte zu Ronaldo, der per Hacke auf Benzema weiterleitete. Der Franzose ließ sich die Chance aufs 1:0 freistehend vor Schalke-Torwart Ralf Fährmann nicht entgehen.

Eine Minute später wäre fast der Ausgleich gelungen: Jefferson Farfán flankte von rechts vor das Tor, wo Madrids Pepe und Sergio Ramos jeweils den Ball verfehlten. So durfte Draxler aus kurzer Distanz ungestört abschließen, platzierte den Ball aber nicht gut, Iker Casillas verhinderte das schnelle 1:1. Es sollte für lange Zeit die größte Chance des Bundesligisten auf einen Treffer bleiben.

Denn fortan wirkte Schalke verunsichert, kam kaum noch in die Zweikämpfe und leistete sich Ballverluste. Felipe Santana unterlief ein solcher tief in der eigenen Hälfte. Es folgte der erste Auftritt des Gareth Bale: Der Waliser tänzelte an mehreren Schalkern vorbei, dribbelte in den Strafraum und schloss sein Solo per präzisem Schuss zum 2:0 ab (21.).

Schalke hatte Glück, dass bis zur Pause nicht weitere Gegentreffer fielen. Ronaldo vergab gleich dreimal: Erst traf er den Pfosten, dann scheiterte er zweimal am starken S04-Keeper Fährmann (32./37./45.). Auch so war es der höchste Pausenrückstand in der CL-Geschichte der "Knappen".

Ronaldo trifft im vierten Anlauf

Und es wurde schlimmer. Schalke kam offensiv aus der Kabine, versuchte den Anschlusstreffer zu erzielen. Doch weder ergaben sich daraus eigene Gelegenheiten, noch schalteten die Spieler nach Ballverlusten schnell genug auf Abwehr um. Die Folge: Schalke ließ sich auskontern.

Nach Pass des überragenden Bale hatte Ronaldo nur Verteidiger Joel Matip vor sich. Dabei hatte Schalke-Trainer Keller vor der Partie bei Sky angekündigt, man wolle den Portugiesen permanent doppeln. So dribbelte Ronaldo nach dreifachem Übersteiger an Matip vorbei und traf (52.).

Als Benzema nach Doppelpass mit Ronaldo auf 4:0 erhöhte, war noch keine Stunde gespielt (57.). Star-Zugang Bale erzielte mit seinem zweiten Treffer, einem Schlenzer aus spitzem Winkel, das 5:0 (69.). Ronaldo machte kurz vor Schluss das Debakel für Schalke perfekt (89.). Huntelaars Tor in der Nachspielzeit, ein perfekt platzierter Schuss von der Strafraumgrenze, war zwar schön anzusehen. Daran, dass Schalke nicht für das Viertelfinale des Wettbewerbs zu planen braucht, änderte er aber nichts. Das Rückspiel findet am 18. März statt.

Schalke 04 - Real Madrid 1:6 (0:2)
0:1 Benzema (13.)
0:2 Bale (21.)
0:3 Ronaldo (52.)
0:4 Benzema (57.)
0:5 Bale (69.)
0:6 Ronaldo (89.)
1:6 Huntelaar (90.+1)
Schalke: Fährmann - Höwedes, Matip, Felipe Santana, Kolasinac (76. Christian Fuchs) - Kevin-Prince Boateng (59. Goretzka), Neustädter - Farfan (72. Obasi), Meyer, Draxler - Huntelaar. - Trainer: Keller
Real: Casillas - Carvajal, Pepe, Ramos, Marcelo - Alonso (73. Illarramendi) - Modric, Di María (68. Isco) - Bale (80. Jese), Benzema, Ronaldo. - Trainer: Ancelotti
Schiedsrichter: Howard Webb
Zuschauer: 54.442 (ausverkauft)
Gelbe Karten: Höwedes (2), Huntelaar - Di María
Ballbesitz in Prozent: 43 - 57
Schüsse: 10 - 23
Torschüsse: 4 - 11
Gewonnen Zweikämpfe in Prozent: 41 - 59

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Seite 1
michi3190 26.02.2014
1. Egal
Schalke bekommt am Wochenende die nächste Packung gegen bayern. Bayern wird auch Real zermalmen. Die roten sind halt die besten der Welt
deus-Lo-vult 26.02.2014
2.
Eine Schande sich so abschlachten zu lassen. Jetzt wisst Ihr (Schalker), warum das Fernsehen Bayern oder Dortmund überträgt! Und das zu Recht! Kein Schalker darf mehr über Leverkusen lästern. Die Leverkusener hatten wenigstens noch Einsatz gezeigt. Was folgt in Madrid? Zweistellig?
kahabe 26.02.2014
3. *d*a*n*k*e*
Ein durchaus trauriger Westfale. !EL MITO VIVO! Ja, in Bottrop Ost.
eltviller 26.02.2014
4. Schade
Das war ein klarer Klassenunterschied! Anspruch und Wirklichkeit bei Schalke als auch Leverkusen klaffen doch noch zu weit auseinander. Aber wenn man sich langfristig unter den Top 20 in Europa etablieren kann wird auch mehr gehen, ich hoffe die Verantwortlichen haben den langen Atem wie ihre Kollegen in München und Dortmund.
explorer 2 26.02.2014
5. das war ein Spiel gegen Bayern München!
Zitat von sysopDPASchock für Schalke: Der Bundesligist hat sich beim Achtelfinal-Hinspiel in der Champions League gegen Real Madrid blamiert. Die Schalker kassierten sechs Gegentore, Reals Superstars Gareth Bale und Cristiano Ronaldo waren nicht zu stoppen. http://www.spiegel.de/sport/fussball/champions-league-schalke-unterliegt-real-madrid-deutlich-a-955883.html
man kann nur hoffen, dass die Entscheidungsträger bei Bayern München genau hingesehen haben: um mit diese Mannschaft mithalten zu können, muss noch mal kräftig aufgerüstet werden. Strategisch gesehen muss Bayern Real durch Aufrüsten so in die finanzielle Enge drücken, dass denen finanziell endgültig die Luft ausgeht. Sonst wird es nichts mit Champions League- Gewinn!
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