Champions League Schalke unterliegt unglücklich

Mit viel Pech hat der FC Schalke 04 am Mittwoch bei Arsenal London auch sein zweites Spiel in der Champions League verloren.


London - Der FC Schalke 04 muss sich schon nach zwei Gruppenspielen mit dem Gedanken an ein frühes Aus in der Champions League vertraut machen. Acht Tage nach der 0:2-Heimniederlage gegen Panathinaikos Athen unterlagen die Gelsenkirchener am Mittwochabend trotz eines couragierten Auftretens bei Arsenal London mit 2:3 (1:2) und zieren jetzt als einziges Team ohne Punkte das Tabellenende in der Gruppe C.

Im dritten Spiel gegen RCD Mallorca muss die Mannschaft von Trainer Huub Stevens in einer Woche nun unbedingt gewinnen, um noch eine kleine Chance auf das Erreichen der Zwischenrunde zu haben. "Natürlich wird es jetzt ganz schwer, in die nächste Runde zu kommen", sagte Stevens nach der Partie. "Ich muss meiner Mannschaft ein Kompliment machen, wie sie nach dem 2:0 noch mal zurückgekommen ist."

Katastrophale Chancenverwertung

Vor 35.361 Zuschauern im Londoner Highbury Park begann Schalke überraschend offensiv und sorgte bei den Gastgebern, die ihre komplette Abwehrreihe hatten umbauen müssen, für sichtliche Irritationen. Die Gäste aus Deutschland hatten schon in der Anfangsphase gute Chancen in Führung zu gehen. Nachdem Emile Mpenza gleich zweimal (2./5.) vergab, scheiterten sowohl Jörg Böhme (10.) als auch Victor Agali (19.) an Arsenals Schlussmann David Seaman.

Böhme stand überraschend in der Schalker Anfangsformation. Der Nationalspieler hatte sich am Vorabend der Partie bei Trainer Stevens nach auskurierter Zerrung per Telefon einsatzbereit gemeldet und war seinen Kollegen erst am Spieltag nach London hinterhergeflogen.

Zwei Gegentore binnen zwei Minuten

Es dauerte tatsächlich eine halbe Stunde, ehe der elfmalige englische Meister das Spiel in den Griff bekam. Zunächst scheiterte der französische Nationalspieler Robert Pires an Schalke-Keeper Oliver Reck (28.). Dann hatte Schalke gleich doppelt Pech.

Einen an sich harmlosen Schuss des Schweden Fredrik Ljungberg fälschte der nach einem Nasenbruch mit Gesichtsmaske ins Spiel gegangene Tomas Waldoch unhaltbar für Reck ab (33.). Und als sich die Gelsenkirchener noch mit diesem unglücklichen Gegentreffer zu beschäftigen schienen, schloss Thierry Henry eine tolle Kombination der "Gunners" zum 2:0 ab (35.).

Zwei Minuten vor der Pause jedoch wurde die gute Leistung der Schalker belohnt. Nachdem zunächst Agali eine Flanke von Andreas Möller nicht verwerten konnte, kam aus dem Hinterhalt Marco van Hoogdalem herangesprintet und schoss den Ball zum 1:2 in die Maschen.

Ein nicht ganz einwandfreier Elfmeter

Hoffnungsvoll kam Schalke aus der Kabine, aber es wollte an diesem Abend irgendwie nicht so recht laufen für den deutschen Vizemeister. Als Patrick Viera in den Strafraum eindrang, fiel er im Duell mit Oliver Reck und der französische Schiedsrichter Claude Colombo entschied die nicht ganz einwandfreie Situation zugunsten seines Landsmannes im Trikot von Arsenal. Henry nutzte die Chance und versenkte den Elfmeter.

Doch wieder steckten die Schalker nicht auf. Ihrem Gegner technisch zwar mittlerweile klar unterlegen, hielten sie taktisch clever dagegen. Mpenza gelang mit einem tollen Kopfball wieder der Anschluss. Der eingewechselte Gerald Asamoah traf in der 74. Minute die Latte, in der Nachspielzeit vergab Kristijan Djordjevic die letzte Chance auf eine Punkteteilung.

Arsenal London - Schalke 04 3:2 (2:1)
1:0 Ljungberg (33.)
2:0 Henry (35.)
2:1 van Hoogdalem (43.)
3:1 Henry (47., Foulelfmeter)
3:2 Mpenza (59.)
Arsenal: Seaman - Lauren, Keown, Grimandi, van Bronckhorst - Parlour, Vieira, Pires (76. Inamoto), Ljungberg - Wiltord (72. Bergkamp), Henry (90. Upson)
Schalke: Reck - Hajto, Waldoch, van Kerckhoven - Vermant (54. Asamoah), Oude Kamphuis, van Hoogdalem, Böhme (82. Mulder) - Möller (72. Djordjevic) - Agali, Mpenza
Schiedsrichter: Claude Colombo (Frankreich)
Zuschauer: 35.361
Gelbe Karten: - / Hajto, Agali, van Hoogdalem, Asamoah



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