Entscheidung des Internationalen Sportgerichtshofs Cas hebt Champions-League-Sperre gegen Manchester City auf

Wegen Verstößen gegen das Financial Fairplay wurde Manchester City im Februar für zwei Jahre von der Champions League ausgeschlossen. Der Cas sah den Einspruch des Premier-League-Klubs als begründet an und hob die Strafe auf.
Seit 2016 das Gesicht von Manchester City: Trainer Pep Guardiola (Mitte)

Seit 2016 das Gesicht von Manchester City: Trainer Pep Guardiola (Mitte)

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Oli Scarff/ AP

Manchester City darf nun doch in der kommenden Spielzeit in der Champions League starten. Der Sportgerichtshof Cas hob eine Sperre der Uefa auf. Zudem wurde die von der Uefa erhobene Geldstrafe von 30 Millionen Euro auf 10 Millionen Euro reduziert.

Im Februar hatte die Uefa den Klub für zwei Jahre vom Europapokal ausgeschlossen. Als Grund gab der europäische Fußballverband in einer Mitteilung "schwerwiegende Verstöße" an.

Der Cas sah es nach dreitägiger Verhandlung als erwiesen an, dass City zwar gegen Artikel 56 des Financial Fair Play verstoßen und nicht ausreichend mit dem Finanzkontrollgremium der Uefa kooperiert habe. Nicht erwiesen sei hingegen der Vorwurf, dass der Klub unrechtmäßige Geldzuwendungen durch seine arabischen Investoren erhalten habe. Zudem seien viele Vorwürfe bereits verjährt, heißt es in einer Pressemitteilung . Das vollständige Urteil soll erst im Laufe der Woche veröffentlicht werden.

Sperre laut Cas unangemessen

Die deshalb vom Kontrollgremium am 14. Februar auferlegte zweijährige Sperre für die Mannschaft um Trainer Pep Guardiola sei daher unangemessen gewesen. In einer ersten Stellungnahme  begrüßte der Klub die Cas-Entscheidung. "Während Manchester City und seine Justiziare das vollständige Urteil des Cas noch begutachten müssen, bewertet der Club die Folgen des Urteils als eine Bestätigung seiner Position und der vorgebrachten Beweise", hieß es.

Der englische Vorjahresmeister wäre der erste europäische Topverein gewesen, der wegen Verstößen gegen das Financial Fair Play wirklich hart sanktioniert wird. Nach der Bekanntgabe der Strafe im Februar hatte City die Uefa kritisiert. Der Fall sei initiiert, juristisch verfolgt und beurteilt worden, hieß es. In einer Stellungnahme war von einem "vorverurteilenden Prozess" die Rede.

City soll Sponsoreneinkünfte überbewertet haben

Die Finanzinspektoren der Uefa hatten ermittelt, dass Man City zwischen 2012 und 2016 Sponsoreneinkünfte weit überbewertet haben soll. Gelder, die als Einnahmen durch Sponsoren aus Abu Dhabi deklariert wurden, sollen in Wirklichkeit von Klub-Besitzer Scheich Mansour gezahlt worden sein. Darunter sind demnach auch Zahlungen von Etihad Airways, Citys Hauptsponsor. Etihad ist die nationale Fluggesellschaft der Vereinigten Arabischen Emirate.

Auslöser der Ermittlungen waren klubinterne E-Mails und Dokumente, die im Rahmen der Football-Leaks-Enthüllungen des SPIEGEL in Zusammenarbeit mit den Recherchepartnern des EIC-Netzwerks veröffentlicht wurden. Die dreitägige Cas-Anhörung fand Anfang Juni per Videoschalten statt.

Bereits 2014 war City, wie damals auch Paris Saint-Germain, zu Geldstrafen verurteilt worden. Zudem durften sie für eine Champions-League-Saison lediglich 21 statt der üblichen 25 Spieler melden.

hba/jan/dpa/sid
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