Chelsea bei Real Madrid in der Champions League Männer, die im Regen stehen

Der Regen plätscherte mit dem Halbfinalhinspiel zwischen Real Madrid und Chelsea um die Wette. Die Engländer haben nun gute Karten fürs Finale. Noch besser wären sie, wenn Timo Werner seine Chancen nutzen würde.
Englisches Wetter im Halbfinalhinspiel in Madrid

Englisches Wetter im Halbfinalhinspiel in Madrid

Foto: Indira / imago images/ZUMA Wire

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Szene des Spiels: Dafür setzen wir uns mal die deutsche Brille auf, schließlich spielten bei Real Madrid gegen den FC Chelsea vier deutsche Profis in diesem Halbfinale ohne deutsche Teams mit. In der siebten Minute hätte Timo Werner dem Spiel schon seine Richtung geben können, aber der Chelsea-Angreifer vergab aus vier Metern frei stehend vor Real-Torwart Thibaut Courtois (der allerdings auch stark reagierte). Werner hat in der Premier League einen Ruf zu verteidigen, er hat in dieser Saison schon 17 Großchancen vergeben und liegt damit Ligen-intern auf Platz zwei . Immerhin war es diesmal nicht ganz so schlimm wie am Wochenende gegen West Ham oder vor Wochen mit dem DFB gegen Nordmazedonien. »Werner eiskalt« wird so schnell keiner mehr über ihn schreiben.

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Ergebnis des Spiels: 1:1 (1:1). Die Gäste-Führung durch Christian Pulisic aus der 14. Minute egalisierte Karim Benzema nach 29 Minuten. Zumindest wird das Rückspiel spannend. Zum Spielbericht geht es hier entlang.

Die erste Hälfe: Nach Werners Aktion machte es Pulisic, schön bedient durch einen langen Pass aus der Abwehr von Antonio Rüdiger, besser und cooler. Madrids Abwehr hatte dabei die Abstandsregeln beachtet. Chelsea war dominant, aber das nächste Tor erzielte dann doch Real, weil Benzema sich schlangengleich zwischen drei Chelsea-Verteidigern des Balles bemächtigte und abschloss. Danach kam nur noch der große Regen, und man summte vor dem Fernsehen mit Funny van Dannen: »Es regnete in Madrid, aber wir hatten zum Glück unsere Regenmäntel mit.« Was nur auf Real-Trainer Zinédine Zidane zutraf.

Die zweite Hälfte: Das Spiel und der Regen plätscherten um die Wette. Aus dieser Halbzeit hätten selbst die Social-Media-Schildknappen von Real-Präsident Florentino Pérez keinen aufregenden Zusammenschnitt für die Jugend in Nordamerika und Asien herstellen können. Wenn dies ein Super-League-Match gewesen wäre, wäre das Projekt danach möglicherweise abgebrochen worden.

Spieler des Spiels: Es ist schon so oft über Karim Benzema geschrieben worden, er sei einer der unterschätztesten Stürmer der Welt, dass ihn eigentlich niemand mehr unterschätzen dürfte. Am Dienstag erzielte er sein 71. Champions-League-Tor und zog damit mit einer anderen Real-Legende gleich. Raúl. Nur Cristiano Ronaldo, Lionel Messi und Robert Lewandowski haben öfter getroffen.

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Geschichte des Spiels: Eigentlich nicht zu glauben, aber Real und Chelsea waren im Europacup letztmals 1971 aufeinandergetroffen. Vor 50 Jahren gewann der FC Chelsea das Finale im Europapokal der Pokalsieger im Wiederholungsspiel 2:1. Danach gingen sich beide europäischen Dickschiffe zielsicher – bis auf ein Supercupspiel 1998 – aus dem Weg. Das hätte sich bei der Super League zuverlässig geändert.

Schauplatz des Spiels: Diese Partie war ein Champions-League-Halbfinale, manchmal musste man sich rütteln und sich das noch einmal laut zurufen. Ein 1:1 im Dauerregen von Madrid im leeren Alfredo-Di-Stefano-Stadion mit einem Fassungsvermögen von 8400 Zuschauern, das während der Umbauten am Bernabéu als Ausweichstadion herhält. Hätte man dem großen Di Stefano nicht ein würdigeres Stadion widmen können? Aber der Ernst-Kuzorra-Platz in Gelsenkirchen ist ja auch keine Schönheit.

Zitat des Spiels: »Lasst uns doch lieber über Fußball reden.« Real-Ikone Roberto Carlos sagte das mit einem leicht unsicheren Lächeln im Gesicht vor dem Spiel, als er nach der Super League befragt wurde. Super League und Fußball scheinen also zwei unterschiedliche Dinge zu sein. Na, dann konnte das ja nichts werden.

Erkenntnis des Spiels: Mit der neuen Champions League ab 2024 wird alles besser. Bunter, spektakulärer, und regnen wird es auch nicht mehr. Dafür verbürgt sich der Uefa-Präsident mit seinem guten Namen.

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