Champions League Titelverteidiger Chelsea erleidet historisches Aus

Im Mai hatten sie noch in München triumphiert - doch in dieser Saison ist für den FC Chelsea schon nach der Gruppenphase der Champions League Schluss. Das hat sich noch kein Titelträger in der Königsklasse geleistet.

Chelsea-Spieler Torres: Zwei Tore gegen Nordsjælland sind ohne Wert
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Chelsea-Spieler Torres: Zwei Tore gegen Nordsjælland sind ohne Wert


Hamburg - Seit gut zwei Wochen ist Rafael Benitez Trainer beim FC Chelsea. Man könnte dennoch verstehen, wenn der 52-Jährige schon jetzt seinen Job am liebsten wieder abgeben würde. In der Liga läuft es für die "Blues" nicht, am Mittwochabend folgte dann auch noch ein historischer Tiefpunkt: Als erster Titelverteidiger der Champions-League-Geschichte sind die Engländer bereits in der Gruppenphase gescheitert.

Zwar gewann Chelsea 6:1 (2:0) gegen den FC Nordsjælland, doch Juventus Turin sicherte sich durch das 1:0 (0:0) beim bereits qualifizierten ukrainischen Teilnehmer Schachtjor Donezk den Gruppensieg in der Staffel E und erreichte damit das Achtelfinale - keine Chance für Chelsea, obwohl das Torverhältnis von 16:10 und die zehn Punkte der bisher beste Wert eines Drittplatzierten sind.

Damit ist die englische Premier League in der K.o.-Runde wie im Vorjahr nur mit zwei Clubs vertreten - Manchester United und dem FC Arsenal. Chelsea muss sich mit der Europa League begnügen.

Die Partie in London war immerhin noch für ein Novum gut: Schiedsrichter Bas Nijhuis gab in der ersten Halbzeit drei Handelfmeter - das gab es in der Geschichte der Champions League noch nie. Zuerst scheiterte Gästekapitän Nicolai Stokholm an Keeper Petr Cech (32. Minute), 180 Sekunden später machte es Chelseas Eden Hazard gegen den dänischen Schlussmann Jesper Hansen nicht besser. David Luiz sorgte schließlich mit dem dritten Versuch vom Punkt aus für das 1:0 (38.).

Fernando Torres (45.+2/56.), Gary Cahill (51.), Juan Mata (63.) und Oscar (71.) markierten die weiteren Treffer. Joshua John (47.) hatte zwischendurch auf 1:2 verkürzt. Aus der erhofften Schützenhilfe in Donezk wurde es allerdings nichts. Giovinco (56.) gelang der entscheidende Treffer für Juve.

Galatasaray und Celtic jubeln

Neben den Italienern schafften zum Ende der Vorrunde Celtic Glasgow und der türkische Meister Galatasary Istanbul als letzte Teams den Einzug in die Runde der verbleibenden 16. Celtic bezwang Spartak Moskau 2:1 (1:1), Galatasaray setzte sich 2:1 (0:1) beim SC Braga durch.

Eine Schrecksekunde erlebte der FC Barcelona beim bedeutungslosen 0:0 gegen Benfica Lissabon. Weltstar Lionel Messi, erst nach der Pause eingewechselt, musste in der Schlussphase mit einer Knieverletzung ins Krankenhaus gebracht werden.

In der Bayern-Gruppe F ist neben den Münchnern der FC Valencia, beim OSC Lille 1:0 (1:0) erfolgreich, ebenfalls weiter. Das Achtelfinale wird am 20. Dezember ausgelost, die ersten Hinspiele der K.o.-Runde werden am 12./13. Februar 2013 gespielt.

luk/dpa/sid



insgesamt 21 Beiträge
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scooby11568 06.12.2012
1. Triumphiert? Eher mit viel Glück ...
überhaupt ins Finale gekommen. Die da gezeigte Leistung war genauso unterirdisch. Ich freue mich außerordentlich, dass dieser Mist-Verein raus ist. Genauso, wie ich mich über ein Ausscheiden von PSG oder Manchester City freue. Für diese Scheich- oder Oligarchenclubs habe ich nichts übrig.
WhereIsMyMoney 06.12.2012
2.
Nun ja, dafür dass sie letztes Jahr dem Fussball einen der deprimierendsten Momente beschert haben, können sie eigentlich nicht tief genug sinken. Obwohl sie diese Saison tatsächlich gar nicht mal so unansehnlich spielen. Doch letztes Jahr haben sie in diesen drei letzten Spielen so viel Glück "verbraucht", jetzt können sie von mir aus 10 Jahre Pech haben.
klangarchitekten.de 06.12.2012
3. optional
>> dafür dass sie letztes Jahr dem Fussball einen der deprimierendsten Momente beschert haben, >> können sie eigentlich nicht tief genug sinken Das war Anti-Fussball zum weggucken oder anders geagt Fussball zum abgewöhnen. Ich freue mich auch sehr darüber, dass es Chelsea so früh erwischt hat.
kopi4 06.12.2012
4.
Wenn deprimierende Momente im Fußball immer mit Erfolglosigkeit bestraft würden müßte der FC Bayern ja seit 2001 einen Dauerplatz in der Euroleague haben. Und die Schadenfreude über das Aus des Oligarchen-Klub Chelsea wäre bei mir größer wenn statt Chelsea nicht der Oligarchen-Klub Donezk ins Achtelfinale einzöge...
wwwwalter 06.12.2012
5. Ausgleichende Gerechtigkeit
Noch nie gab es einen Champions League-Sieger, der mit so viel Glück und derart mittelmäßigen Leistungen den Pokal gewonnen hat, wie letztes Jahr Chelsea. Hat mich irgendwie an Berti Vogts' Rumpelfussballer erinnert, die 1996 mit unansehnlichem Spiel Europameister wurden.
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