Champions League Torloses Remis lässt Bayern wieder hoffen

Immer wenn die Bayern mit dem Rücken zur Wand stehen, sind sie zu großen Leistungen fähig. Beim Champions-League-Gruppenspiel in Glasgow reichte eine kämpferisch engagierte Leistung, um gegen Celtic wenigstens ein Unentschieden herauszuholen. In der Gruppe A ist nun wieder alles offen.


Zweikampf zwischen Michael Ballack und Celtics Stilian Petrow: "Kompakt aufgetreten"
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Zweikampf zwischen Michael Ballack und Celtics Stilian Petrow: "Kompakt aufgetreten"

Glasgow - Bayern München kann trotz eines keineswegs berauschenden Auftritts das Achtelfinale in der Champions League weiter aus eigener Kraft erreichen: 392 Tage nach der peinlichen Vorjahres-Pleite in der Vorrunde kam die Mannschaft von Trainer Ottmar Hitzfeld im so genannten "Spiel des Jahres" bei Celtic Glasgow zwar nur zu einem schmeichelhaften 0:0 und fiel auf den letzten Platz der Gruppe A zurück.

Trotz der roten Laterne können die Bayern mit einem Heimsieg gegen den RSC Anderlecht (1:0 gegen Olympique Lyon) im letzten Gruppenspiel am 10. Dezember das Erreichen der nächsten Runde perfekt machen. Celtic benötigt in Lyon zum Abschluss noch einen Punkt.

"Wir haben den Kampf angenommen"


"Wir haben den Kampf angenommen und uns die Ausgangsposition verdient, auf die ich spekuliert habe. Wir sind zwar Letzter, aber das ist scheißegal, weil wir uns mit einem Sieg gegen Anderlecht qualifizieren werden", sagte Torhüter Oliver Kahn nach dem Kraftakt. Präsident Franz Beckenbauer monierte dagegen: "Die Ausgangsposition ist gut, aber spielerisch war das kein Schritt nach vorne."

Dabei waren die in Bestbesetzung angetretenen Schotten vor den Augen des schottischen Nationaltrainers Berti Vogts und insgesamt 60.506 Zuschauern im ausverkauften Celtic-Park bei andauerndem Nieselregen die dominierende Mannschaft. Der Schwede Henrik Larsson kam in der Anfangsphase gleich zu drei guten Möglichkeiten (4./13./18.), scheiterte aber stets an Kahn, der in der 38. Minute auch gegen John Hartson rettete. Eine Minute später war der Nationaltorhüter geschlagen, doch Owen Hargreaves schlug einen Kopfball von Hartson von der Linie.

Die Hitzfeld-Elf, die auf die Unterstützung von 2700 mitgereisten Fans zählen konnte, kam gegen die äußerst offensiv eingestellten und früh attackierenden Schotten kaum zum Zuge. Die einzigen gefährlichen Aktionen hatten die Münchner in der ersten Halbzeit durch einen Distanzschuss von Spielmacher Michael Ballack (25.), den Magnus Hedman im Tor der Gastgeber über die Querlatte lenkte, und Santa Cruz, der bei einem Konter ebenfalls am schwedischen Schlussmann scheiterte (41.).

Zufriedener Hitzfeld


In der zweiten Halbzeit gerieten die Bayern nicht mehr so sehr in die Bredouille, weil die Schotten erwartungsgemäß dem hohen Tempo Tribut zollen mussten. In der 66. Minute rettete Hargreaves noch einmal im letzten Moment vor Hartson. Die einzige Möglichkeit der Bayern bot sich Ballack in der 74. Minute, doch er verzog in aussichtsreicher Position. In der Nachspielzeit kratzte Kahn noch eine verunglückte Flanke von Thompson aus dem Winkel.

Bayern-Coach Ottmar Hitzfeld freute sich nach dem Schlusspfiff, auch wenn das Spielerische in Glasgow zu kurz kam: "Jetzt haben wir alle Chancen. Ein Sieg zu Hause gegen Anderlecht sollte machbar sein, sonst hätten wir es auch nicht verdient. Das war heute eine läuferisch und kämpferisch tolle Leistung. Wir standen mit dem Rücken zur Wand, waren von vielen schon tot geschrieben. Doch die Mannschaft hat die richtige Antwort gegeben und ist so kompakt aufgetreten wie noch nie in dieser Saison."

Celtic Glasgow - Bayern München 0:0
Glasgow: Hedman - Varga, Balde, McNamara - Agathe (63. Miller), Lennon, Sutton, Petrow, Thompson - Larsson, Hartson (86. Sylla)
München: Kahn - Sagnol, Kuffour, Kovac, Lizarazu - Hargreaves, Ballack, Jeremies, Salihamidzic - Makaay, Santa Cruz (73. Pizarro)
Schiedsrichter: Rene Temmink (Niederlande)
Zuschauer: 60.506 (ausverkauft)
Gelbe Karten: Thompson (3) - Sagnol (2), Kuffour (2), Lizarazu (2), Kahn



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