Champions League Tottenham erreicht erstmals Halbfinale

So weit ist Tottenham Hotspur noch nie in der Königsklasse gekommen. Vier Tore kassierte der Londoner Klub im Viertelfinal-Rückspiel bei Manchester City - und zog trotzdem ins Halbfinale ein.

Son Heung-Min feiert seinen Doppelpack.
Jason Cairnduff / REUTERS

Son Heung-Min feiert seinen Doppelpack.


In einem denkwürdigen Viertelfinal-Rückspiel hat sich Manchester City 4:3 (3:2) gegen Tottenham Hotspur durchgesetzt. Weil die Spurs aber mehr Auswärtstore erzielten, zogen sie und nicht City zum ersten Mal in der Klubgeschichte ins Halbfinale der Champions League ein - nur in der Saison 1961/1962 hatte der Londoner Klub im Vorgängerwettbewerb Europapokal der Landesmeister die Runde der besten Vier erreicht. Das Hinspiel in London hatte Tottenham 1:0 gewonnen. Der nächste Gegner lautet Ajax Amsterdam.

Beide Teams gingen mit offenem Visier in die Partie. Spurs-Trainer Mauricio Pochettino hatte seine Mannschaft nach dem 1:0-Heimsieg im Hinspiel überraschend offensiv aufgestellt - und das Team von Trainer Pep Guardiola nutzte das früh aus: Kevin De Bruyne marschierte quer durch das Mittelfeld und lieferte den Ball bei Raheem Sterling ab, der mit einem Schlenzer ins lange Eck das erste Tor des Spiels erzielte (4. Minute).

Doch Tottenham schlug schnell zurück. City-Verteidiger Aymeric Laporte wehrte einen Pass im eigenen Strafraum direkt vor Son Heung-Mins Füße ab. Der Koreaner nutzte den Fehler zum Ausgleich (7.) und legte nur drei Minuten später nach, als Laporte den nächsten Treffer der Spurs einleitete. Nach einem Stoppfehler des französischen Innenverteidigers landete die Kugel wieder bei Son, der mit einem Winkelschuss das 2:1 für die Spurs erzielte (10.). Zu diesem Zeitpunkt benötigte Manchester drei weitere Tore, um weiterzukommen.

Torrekord in der Champions League

Im direkten Gegenzug fiel der nächste Treffer, als Danny Rose einen Abschluss von Bernardo Silva unhaltbar in den eigenen Kasten abfälschte (11.). Bis zum fünften Tor der Partie dauerte es nur zehn Minuten: Sterling nutzte eine flache Hereingabe von De Bruyne und brachte sein Team erneut in Führung (21.). Noch nie waren in der Königsklasse fünf Tore in den ersten 21 Minuten gefallen.

Der Spielstand von 3:2 hielt bis zur Pause. Nach Wiederanpfiff war City nah dran am vierten Tor. Erst ging ein Freistoß von De Bruyne knapp drüber, dann rettete Spurs-Keeper Hugo Lloris zweimal in höchster Not gegen Sterling und nochmal De Bruyne (52. und 55.). Wenige Minuten später war es soweit: De Bruyne setzte Kun Agüero in Szene, der mit einem strammen Schuss in die kurze Ecke das 4:2 erzielte (59.).

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Manchesters Ausscheiden gegen Tottenham: Die Leiden des Pep G.

Eine gute Viertelstunde vor Schluss landete der Ball erneut in Manchesters Tor. Einen Eckball der Spurs verarbeitete der eingewechselte Stürmer Fernando Llorente zum 4:3 (73.). Für einen kurzen Moment herrschte jedoch Unsicherheit, denn Schiedsrichter Cüneyt Çakir schritt zum Monitor am Spielfeldrand, um sich die Szene in der Zeitlupe anzuschauen. Llorente hatte den Ball an Hüfte und Ellbogen bekommen. Çakir sah aber kein Handspiel und ließ den Treffer gelten.

In der Nachspielzeit jubelten die Zuschauer im Etihad Stadium erneut, als Sterling zum dritten Mal traf (90.+3). Wieder schritt Çakir zum Bildschirm - dieses Mal nahm er das Tor aber zurück, denn Agüero hatte zuvor im Abseits gestanden. Ein fünftes Tor hätte Manchester gereicht, um zum ersten Mal ins Halbfinale der Champions League einzuziehen. Stattdessen gehören die Spurs nun zu den letzten vier Mannschaften im Wettbewerb - ebenfalls zum ersten Mal.

Manchester City - Tottenham Hotspur 4:3 (3:2)
1:0 Sterling (4.)
1:1 Son (7.)
1:2 Son (10.)
2:2 Bernardo (11.)
3:2 Sterling (21.)
4:2 Agüero (59.)
4:3 Llorente (73.)
Manchester: Ederson - Walker, Kompany, Laporte, Mendy (84. Sané) - De Bruyne, Gündogan, Silva (62. Fernandinho) - Bernardo, Agüero, Sterling
Tottenham: Lloris - Trippier, Alderweireld, Vertonghen, Rose (90. Sanchez) - Sissoko (41. Llorente), Wanyama, Dele - Eriksen - Lucas (81. Davies), Son
Gelbe Karten: Sissoko, Son, Rose, Wanyama
Schiedsrichter: Cüneyt Çakir

mrk



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RainerPetry 17.04.2019
1. Pep, das war ohne Pepp!
Das finde ich mal nur genial, da hat dieser selbst ernannte Herrgott einen auf den Deckel bekommen. Wie kann man einen Sané auch 84 Minuten schonen, das geschieht einem nur Recht! Ich fand den schon immer unmöglich, wie der bei den Bayern sich immer aufgeplustert hat, Mimik und Gestik waren so furchtbar daneben und aufgesetzt, da ist mir der aggressive Biss eines Jürgen Klopp tausend Mal lieber!
rekcufrehtom 17.04.2019
2. Na toll
Das Schweizer Fernsehen überträgt ja immerhin als einziges deutschsprachiges Land immerhin noch 1 Spiel pro Spieltag und hier haben sie sich mal wieder fürs falsche, nämlich den Gurkenkick Porto-Liverpool entschieden... spät in der Nacht kann man dieses offenbar viel bessere match im re-live aufzeichnen...
daniel.r 17.04.2019
3. Episch!
Fussball kann so wundervoll und spannend sein.
spon1899 18.04.2019
4.
was für ein spannendes und aufregendes Spiel. Hat Spaß gemacht. Tottenham hat es hervorragend gemacht ... Gleich kommen wieder die Kommentare, die destruktiv betonen, dass ja nun City endlich ausgeschieden sei. Arme Würstchen!
doppelnass 18.04.2019
5. Lustig
Wenn von den großen Clubs in Europa die Rede ist, werden stets Real, City, PSG und Juve angeführt. Also die, mit denen Bayern ja nicht mithalten kann, weil sie praktisch immer bis zum Schluß in der CL sind.
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