Champions League Treffer in letzter Sekunde - Tottenham steht im Finale

3:2 nach 0:2 - gegen Ajax Amsterdam lag Tottenham früh zurück und schaffte doch noch den Einzug ins Finale, weil Lucas Moura gleich dreimal traf. Im Endspiel warten nun Jürgen Klopp und der FC Liverpool.

Tottenhams Lucas Moura
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Tottenhams Lucas Moura


Tottenham hat das Finale der Champions League erreicht. Im Halbfinal-Rückspiel gegen Ajax Amsterdam gewannen die Spurs 3:2 (0:2). Mann des Abends war Lucas Moura, der alle drei Tore für seine Mannschaft erzielte (55. Minute, 59., 90.+6). Für Amsterdam trafen Matthijs de Ligt (5.). und Hakim Ziyech (35.).

Im Finale am 1. Juni (21 Uhr, TV: Sky und Dazn, Liveticker: SPIEGEL ONLINE) kommt es nun zum englischen Duell mit dem FC Liverpool und Jürgen Klopp. Die Reds hatten sich im Halbfinale gegen den FC Barcelona durchgesetzt.

Das Hinspiel in London hatte Ajax vergangene Woche noch 1:0 gewonnen. In Amsterdam zeigte Ajax zunächst wieder jenen Offensivfußball, der bereits Real Madrid und Juventus aus dem Wettbewerb befördert hatte. Zunächst lief auch alles nach Plan: Nach einer Ecke von Lasse Schöne löste sich de Ligt geschickt von Bewacher Kieran Trippier und erzielte per Kopf die Führung (5.).

Keine zwei Minuten später narrte Son Heung-Min Amsterdams Abwehr mit einem Dribbling und einer Körpertäuschung, sein Schuss landete aber am Pfosten (7.). Fortan wurde Tottenham immer stärker, doch erneut Son (25.) und kurz darauf Christian Eriksen (26.) scheiterten an Ajax-Torhüter André Onana.

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Tottenhams Aufholjagd: Die wilde Fahrt von Amsterdam

Mitten in diese Druckphase der Spurs hinein fiel der zweite Treffer für Ajax. Über Donny van de Beek und Dusan Tadic kam der Ball zu Ziyech, der mit einem Linksschuss für die vermeintliche Vorentscheidung sorgte (35.). Aufgrund der Auswärtstorregel brauchte Tottenham in diesem Moment drei Treffer, um doch noch ins Finale einzuziehen.

Immer wieder Lucas

Zu Beginn der zweiten Hälfte übernahm dann Tottenham die Kontrolle, Ajax kam nun meist einen Schritt zu spät. Das sollte sich rächen, weil nun vor allem Spurs-Angreifer Lucas groß aufspielte: Zunächst verkürzte der Brasilianer in der 55. Minute mit einem Flachschuss auf 1:2. Vier Minuten später scheiterte zwar Fernando Llorente an Onana, doch gegen den Nachschuss von Lucas war Amsterdams Torhüter machtlos.

Es folgte eine turbulente Schlussphase, in der beide Mannschaften Chancen auf den Siegtreffer hatten. Die beste für Ajax hatte Spielmacher Ziyech, als er in der 80. Minute nur den Pfosten traf. Wenig später köpfte auf der anderen Seite Jan Vertonghen an die Latte. Die Nachspielzeit von fünf Minuten war bis auf wenige Sekunden abgelaufen, als Dele Alli zu Lucas spielte, der eiskalt vollendete (90.+5).



Ajax Amsterdam - Tottenham Hotspur 2:3 (2:0)
1:0 de Ligt (5.)
2:0 Ziyech (35.)
2:1 Lucas (55.)
2:2 Lucas (59.)
2:3 Lucas (90.+6)
Amsterdam: Onana - Mazraoui, de Ligt, Blind, Tagliafico - Schöne (61. Veltman), de Jong - Ziyech, van de Beek (90. Magallan), Tadic - Dolberg (67. Sinkgraven)
Tottenham: Lloris - Trippier (81. Lamela), Alderweireld, Vertonghen, Rose (82. Davies) - Sissoko, Wanyama (46. Llorente) - Dele, Eriksen - Lucas, Son
Gelbe Karten: Dolberg, Ziyech, Onana / Sissoko, Rose
Zuschauer: 52.641
Schiedsrichter: Brych (Deutschland)

tbe



insgesamt 8 Beiträge
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Seite 1
spon_2937981 08.05.2019
1. Schade
Hätte gerne Ajax im Finale gesehen. Aber das Spiel war geil, fand ich viel ansprechender als das gestrige. (Weil heute mehr Fußball war, gestern mehr Athletik. ) Heute würde das Wort 'Sensation' tatsächlich passen, da die Engländer den Rückstand aus den Hinspiel UND einen 0:2-Rückstand im Spiel hatten UND vom Spielverlauf und psychologischen Moment ziemlich raus waren. Und dann der Siegtreffer 3 Sekunden vor Ablauf der (angezeigten) Nachspielzeit, ja, das war eine echte Sensation. Schade Ajax, diese Chance kommt so schnell nicht wieder.
Friedensbewegter 08.05.2019
2. Die Kraft entscheidet
Leider sind die beiden technisch besten Teams Europas ausgeschieden. Ajax und Barca. Aber das muss man akzeptieren. Die Kraft entscheidet. Ich denke, der moderne Fußball muss umdenken. Gefragt sind nicht mehr die Genies und Techniker, sondern die Kampfbots aus der Premier League. Kämpferischer Hurra-Fußball ist wieder angesagt von der ersten bis zur neunzigsten Minute plus Nachspielzeit, aber mit noch mehr Kondition als je zuvor. Übrigens: Auch in der Euro-League wird es mit Sicherheit ein rein englisches Finale geben. Chelsea vs. Arsenal. Bitte nicht missverstehen: Ich gönne es den Premier-League-Teams von Herzen. Sie haben es sich redlich erkämpft. Die Frage ist nur, ob der moderne Fußball in die richtige Richtung läuft. Offensichtlich ist aber, dass Teams aus Spanien, Holland, Deutschland, Italien und Frankreich konditionell nicht mithalten können mit den englischen Teams. Da nützt die Technik überhaupt nichts, am Ende ist man ohnmächtig wie das Kaninchen vor der Schlange. Vielleicht sollten die Trainingsmethoden hierzulande mal unter die Lupe genommen werden. Wenn es so weitergeht, ist man jedenfalls gegen englische Teams auf unabsehbare Zeit international chancenlos.
spmc-125536125024537 08.05.2019
3. Tolle Halbfinals
und noch so ein Kracher. Das zweite come back eines PL Clubs nach 0:3 Rückstand innerhalb von zwei Tagen. Ich drücke LFC die Daumen im Finale. Dass vorraussichtlich 97 Punkte bei nur einer Niederlage dieses Jahr nicht für LiverpoolsMeisterschaft reichen, ist unfassbar, weil es da noch eine Mannschaft gibt, die einen Punkt besser ist. Ironie des Schicksals: Liverpool und Manchester City gewinnen möglicherweise in diesem Jahr genau jene Trophäe, die das erklärte Saisonziel des jeweils anderen Vereins war.
hileute 08.05.2019
4. Macht's für Liverpool einfacher
da ist der Pott jetzt endgültig Pflicht. Nur pl in den europäischen Finals ist schon erschreckend in gewisser Hinsicht. Kleiner Trost das Bayern oder BVB gegen den CL Sieger gescheitert sind, das kann ja mal passieren
aurichter 08.05.2019
5. Wahnsinn !
Dass das LFC Spiel noch zu toppen war hätte ich nicht vermutet. Hochachtung an die Spurts, das war Wille und Glaube. Nach der HZ stend KO und dann wie Phoenix aus der Asche zum Finale gekämpft. Das wird ein Final, Junge, Junge :-)
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