Champions League Sieg von Paris Saint-Germain gegen Belgrad unter Manipulationsverdacht

Toreschießen leicht gemacht: Paris Saint-Germain hat in der Champions League einen Kantersieg gegen Roter Stern Belgrad gefeiert. Jetzt wird die Partie untersucht. Der Verdacht: Ein Wettpate wollte Millionen verdienen.

Kylian Mbappé (r.) trifft gegen Roter Stern Belgrad
AFP

Kylian Mbappé (r.) trifft gegen Roter Stern Belgrad


Jeder durfte mal: Drei Tore erzielte Neymar, je eins Edinson Cavani, Ángel Di María und Kylian Mbappé. Am zweiten Spieltag der laufenden Champions-League-Saison gewann der von Thomas Tuchel trainierte französische Meister Paris Saint-Germain 6:1 (4:0) gegen Roter Stern Belgrad. Nur dank der überragenden Offensive? Das ist eine Frage, mit der sich inzwischen die französische Staatsanwaltschaft beschäftigt.

Wie zuerst die französische Zeitung "L'Équipe" berichtete, stehen die Spieler des serbischen Meisters unter Verdacht, die Partie absichtlich so hoch verloren zu haben. Der Grund: Ein ranghoher Vertreter des Vereins soll etwa fünf Millionen Euro auf eine Niederlage mit fünf Toren Unterschied gewettet haben. Der europäische Fußballverband Uefa sei schon einige Tage vor dem Spiel informiert worden und habe die Behörden eingeschaltet.

Während des Spiels seien die Leistungen beider Mannschaften untersucht und analysiert worden. Experten sollen dabei festgestellt haben, dass die Belgrader Spieler in entscheidenden Momenten auffällig passiv agiert hätten.

"Empört und angewidert"

Roter Stern weist die Vorwürfe in einer offiziellen Stellungnahme "empört und angewidert" zurück. "Wir erwarten, dass die Wahrheit so bald wie möglich aufgedeckt und klar wird, dass kein Klubmitglied mit diesen Beschuldigungen etwas zu tun hat."

Die französische Aufsicht für Online-Wetten hat weder auf dem französischen Markt noch im globalen Überwachungssystem auffällige Geldbewegungen festgestellt. Dies könne laut einer anonymen Quelle aber daran liegen, dass die Wetten auf einem "exotischen Markt" platziert worden seien.

Nach Informationen der "L'Équipe" war einen Tag vor der Partie eigentlich ein Treffen zwischen dem verdächtigten serbischen Verantwortlichen und PSG-Präsident Nasser Al-Khelaifi geplant. Die Polizei habe das Hotel überwacht, in dem es zu der Begegnung kommen sollte, doch keiner der beiden sei dort gewesen.

Die Uefa hat sich mit Hinweis auf die laufenden Ermittlungen bislang nicht geäußert. Paris Saint-Germain zeigte sich "extrem besorgt" und wies auch darauf hin, dass es zwar "Besuche, Meetings und das offizielle Mittagessen" mit Vereinsverantwortlichen von Roter Stern gegeben habe. Es sei aber nicht zu Kontaktaufnahmen gekommen, die über das normale Maß bei Champions-League-Spielen hinausgingen.

mmm/sid/afp

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insgesamt 8 Beiträge
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seamanslife 12.10.2018
1. in Berlin ist bei Gericht bekannt
wie das auf dem Westbalkan läuft! Also, auf dem Westbalkan nichts Neues.
spon1899 12.10.2018
2.
Ich habe es geahnt.
schueler79 12.10.2018
3. Nun ja
Da hätten dalieber auf die erste Partie wetten sollen, denn wer hätte ahnen können, dass der krasse Underdog gegen Neapel ein Punkt holt? Da wärste Millionär geworden, ein 6 zu 1 gegen dieses Paris ist dagegen keine große Überraschung. Letztes Jahr mussten Anderlecht, Celtic (5:0 ; 7:1) und auch die Bayern (3:0) Bekanntschaft mit dieser Offensive machen. Denke nicht, dass da was dran ist.
skeptikerjörg 12.10.2018
4. War schon verwunderlich
Haben wir uns nicht alle gewundert, dass dieselbe Mannschaft, die gegen Napoli unentschieden spielt, in Paris mit 6:1 untergeht? Aber klar, ist möglich, hat aber Geschmäckle. Und die Wettaktivitäten vom Bürgern des ehemaligen Jugoslawien im Fußball sind ja gerichtsbekannt. Also aufklären bitte.
eunegin 13.10.2018
5. Balkan - (bald) willkommen in der EU
Nachdem ich seit Jahren häufig in der Region des ehem. Jugoslawiens beruflich tätig bin, kann ich nur sagen: so ist das halt. Leider. Gefällt dort auch nicht allen, aber die sind in dem System aus Korruption in Politik/Wirtschaft/Gesellschaft, wirren Beziehungsgeflechten und (tw. auch künstlich geschürten) Aggressionen gegen die Nachbarn gefangen. In Kroatien, einem EU-Mitgliedsstaat, übrigens ebenso wie im Kosovo oder Bosnien. Nur verpackt man es dort netter. Wenn ich das dann auch vom Fußball lese, ist es eine Frustrationsbestätigung. Und alle wollen/sollen in die EU. Juhuu.
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