Champions League Werder von Lyon vorgeführt

Werder Bremen steht in der Champions League vor dem Aus: Gegen Olympique Lyon verlor der Deutsche Meister zuhause deutlich und muss im Rückspiel auf ein Wunder hoffen, um das Viertelfinale noch zu erreichen. Werder ließ gegen den französischen Meister beste Chancen ungenutzt - und wurde auf der Gegenseite eiskalt ausgekontert.


Lyon-Profi Wiltord (gegen Micoud): Frühe Führung
DDP

Lyon-Profi Wiltord (gegen Micoud): Frühe Führung

Bremen - Vor 36.923 Zuschauern im ausverkauften Bremer Weserstadion trafen Sylvain Wiltord (9.), Mahmadou Diarra (77.) sowie Juninho Pernambucano (80.) zum 3:0 (1:0)-Endstand für die Gäste. Ohne einen eigenen Treffer erzielt zu haben, wird es nun extrem schwer für die Bremer, im Rückspiel noch das Viertelfinale zu erreichen.

"Das Ergebnis ist eindeutig zu hoch. Lyon war in der zweiten Halbzeit beim 2:0 erst zum zweiten Mal vor unserem Tor. Wir hätten mehr Druck aufbauen müssen. Wir haben es vorne nicht gebacken gekriegt, das war unser Problem heute", beklagte sich Werder-Coach Thomas Schaaf. "Die Entschlossenheit fehlte sicherlich in einzelnen Aktionen. Der Fehler war, dass wir nur reagiert haben und nicht selbst das Spiel in die Hand genommen haben."

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Wiltord hatte Lyon früh in Führung gebracht. Der Mittelstürmer nutzte in der 9. Minute nach einem Konter eine Unsicherheit in der Bremer Deckung und schoss den Ball aus sieben Metern an Werder-Schlussmann Andreas Reinke vorbei ins Netz.

Nach einer halben Stunde wurde Werder stärker und wäre fast zum Ausgleich gekommen. Doch den Kopfball von Nationalstürmer Miroslav Klose aus kürzester Distanz parierte Lyon-Keeper Coupet mit einem klasse Reflex. Drei Minuten später strich ein Kopfball Valerien Ismaels knapp über die Latte.

"Wir können viel besser spielen"

Fünf Minuten vor der Pause hatte der Deutsche Meister dann Glück, nicht mit 0:2 in die Kabine geschickt zu werden. Reinke war aus seinem Kasten gesprintet, verpasste aber den Ball. Mickael Essien verfehlte aus 16 Metern jedoch das leere Werder-Tor.

Das Schaaf-Team machte auch nach dem Wiederanpfiff weiter Druck, doch das Fehlen des besten Bremer Champions-League-Torschützen, Ivan Klasnic, machte sich immer wieder bemerkbar. Der Kroate hatte sich beim Warmlaufen erneut an der Wade verletzt.

Lyon lauerte weiter auf Konter und schlug eine Viertelstunde vor Spielende erneut zu. Diarra überwand Reinke mit einem Schuss aus 18 Metern. Juninho Pernambucano sorgte in der 80. Minute dann für die endgültige Entscheidung.

"Wir waren heute nicht so sicher wie sonst. Normalerweise sind wir viel selbstbewusster und ballsicherer. Wir können sehr viel besser spielen", erklärte Sportdirektor Klaus Allofs. Zu den Chancen der Bremer, noch das Viertelfinale zu erreichen, äußerte sich Allofs eher pragmatisch: "Im Rückspiel müssen wir einfach ein gutes Spiel zeigen."

Lyon-Trainer Paul le Guen war dagegen zufrieden mit dem Auftritt seines Teams. "Ich bin mit diesem Ergebnis natürlich sehr glücklich. Wir haben in Bremen sehr mutig gespielt und einen guten Teamgeist bewiesen. Bei diesem Spiel war unsere Erfahrung in der Champions League ein großer Vorteil."

Werder Bremen - Olympique Lyon 0:3 (0:1)
0:1 Wiltord (9.)
0:2 Diarra (77.)
0:3 Juninho (80.)
Bremen: Reinke - Stalteri, Ismael, Pasanen, Magnin - Jensen, Ernst, Borowski (61. Hunt) - Micoud - Klose, Valdez
Lyon: Coupet - Diatta, Cris, Essien, Abidal - Diarra, Juninho - Govou (88. Ben Arfa), Frau (63. Nilmar), Malouda - Wiltord (77. Clement)
Schiedsrichter: Frank de Bleeckere (Belgien)
Zuschauer: 36.923 (ausverkauft)
Gelbe Karten: Borowski (2) / Govou, Wiltord




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