Chaos in Köln Trainer Schaefer tritt zurück

Ursprünglich wollte er bis Saisonende bleiben, nun hat Frank Schaefer vorzeitig hingeworfen. Der Trainer des 1. FC Köln legt sein Amt mit sofortiger Wirkung nieder. Sportdirektor Volker Finke übernimmt die Mannschaft in den letzten drei Spielen.
Fußball-Lehrer Schaefer: Sofortiger Rückzug

Fußball-Lehrer Schaefer: Sofortiger Rückzug

Foto: dapd

Hamburg - Das Chaos beim 1. FC Köln hat seinen vorläufigen Höhepunkt erreicht: Nach schlechten Leistungen der Mannschaft, Diskussionen um die Zukunft des Trainers und Drohungen von Fans hat sich Coach Frank Schaefer vorzeitig zurückgezogen. "Er hat sich entschieden, das Amt mit sofortiger Wirkung niederzulegen", sagte ein Sprecher des Clubs.

Sportdirektor Volker Finke wird die Mannschaft des abstiegsbedrohten Clubs in den verbleibenden drei Saisonspielen betreuen, aber anschließend wieder auf den Posten als Sportdirektor zurückkehren.

"Ich stehe in der Verantwortung, aus meiner Position heraus die besten Entscheidungen für den Verein und für die Mannschaft zu treffen. Aufgrund der letzten Ergebnisse und insbesondere auch der Spielverläufe bin ich zu der Entscheidung gekommen, dass die Mannschaft für die verbleibenden Spiele dringend noch mal eine Veränderung und vor allem neue Impulse braucht", hieß es in einer Mitteilung von Schaefer. Er sei zu der Erkenntnis gelangt, dass er der Mannschaft im Moment nicht mehr weiterhelfen könne.

"Ich bedauere seine Entscheidung sehr", sagte Finke. FC-Präsident Wolfgang Overath meinte, man müsse die Entscheidung Schaefers akzeptieren "und nun gemeinsam alles daransetzen, in den verbleibenden Spielen den Klassenerhalt zu erreichen". Vorstand und Geschäftsführung versuchten nach eigenen Angaben bis zuletzt, Schaefer umzustimmen. "Leider war das nicht möglich", so Overath.

Nach der Niederlage in Wolfsburg war es am Montag in Köln zu Fan-Demonstrationen gekommen, die am Clubheim einen Verbleib von Schaefer forderten. Die Kritik der Anhänger richtete sich sowohl gegen den Vorstand als auch gegen Finke, denen vorgeworfen wird, gegen den bei den Anhängern beliebten Coach gearbeitet zu haben.

Zudem war es zu Auswüchsen einiger vermeintlicher Anhänger gekommen, die auf den Werbebanden am Trainingsgelände eine Drohung gegen die Spieler hinterließen. Der Club hatte daraufhin Strafanzeige erstattet.

Erst in der Vorwoche hatte Schaefer bekanntgegeben, dass er die Profi-Mannschaft nur noch bis zum Saisonende hauptverantwortlich betreuen werde. Für seinen Rückzug führte er "persönliche Gründe" an. Zu diesem Zeitpunkt war Schaefer, der noch einen gültigen Vertrag als U23-Trainer hat, davon ausgegangen, dem Club in einer anderen Funktion erhalten zu bleiben. Nach den jüngsten Entwicklungen ist seine Zukunft beim FC derzeit offen.

Schaefer hatte Ende Oktober 2010 den beurlaubten Zvonimir Soldo als Chefcoach abgelöst. Dank einer bemerkenswerten Serie von sieben Heimsiegen in Folge hatte der 47-Jährige das Team um Kapitän Lukas Podolski ins Mittelfeld der Tabelle geführt. Zuletzt verlor Köln aber dreimal in Serie und liegt nur noch drei Punkte vor dem Relegationsrang.

ged/dpa/sid
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