Chaos-Tage bei St. Pauli Kampf um die Macht am Millerntor

Beim Fußball-Regionalligisten FC St. Pauli geht es drunter und drüber. Erst enthob der Aufsichtsrat wie erwartet Präsident Corny Littmann und seinen Vize Klaus Rummelhagen ihrer Posten. Dann setzte das Hamburger Landgericht die beiden mit einer einstweiligen Verfügung wieder in Amt und Würden.


Hamburg - Damit ist der vom Aufsichtsrat kommissarisch eingesetzte neue Vorstand mit dem Präsidenten Stefan Orth, Andreas Wasilewski und Ex-Profi Carsten Pröpper für den Bereich Sport erst einmal nicht handlungsfähig. Auch die Abberufung von Vizepräsident Marcus Schulz sowie die kommissarische Ernennung des Aufsichtsratsmitglied Wolfgang Helbing zum Präsidiumsmitglied wurde untersagt. Der Termin zur mündlichen Verhandlung über den Antrag auf Erlass der einstweiligen Verfügung wurde auf den kommenden Montag festgelegt.

Erst abberufen, dann wieder eingesetzt: Corny Littmann
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Erst abberufen, dann wieder eingesetzt: Corny Littmann

Der Aufsichtsrat des Clubs wirft Littmann zahlreiche Unregelmäßigkeiten unter anderem beim geplanten Stadionbau vor. Heikelster Punkt ist aber offenbar ein gegenüber dem Präsidium vom Aufsichtsrat mehrfach monierter Spielervertrag, der für Littmann ein juristisches Nachspiel haben könnte.

Der Aufsichtsrat kam mit der vorübergehenden Amtsenthebung Littmanns und seiner Gefolgsleute einer Entscheidung des St.-Pauli-Ehrenrats zuvor. Den wiederum hatten Littmann und seine Vorstandskollegen angerufen, um ihrer Amtsenthebung entgegenzuwirken. Der Chef der bundesweit bekannten Theater "Schmidt's" und "Schmidt's Tivoli" war seit Ende 2002 Präsident des Ex-Bundesligisten und hatte seine größten Verdienste erworben, als er Mitte 2003 mit einer originell inszenierten "Retter"-Kampagne den hoch verschuldeten Klub vor dem Konkurs bewahrte.

Littmann und sein Präsidium hatten bereits am 23. Februar
ihren Rücktritt für den 26. März angekündigt, wollten so lange aber im Amt bleiben. Am 25. März findet eine Außerordentliche
Mitgliederversammlung des Kiez-Clubs statt, in der es nicht
weniger als sechs Anträge verschiedener Mitglieder auf Abwahl des Aufsichtsrates gibt. Bei einem Erfolg dieser Anträge wäre eine Fortsetzung von Littmanns Präsidentschaft denkbar.

kai/sid



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