Sportgericht zu Neonazi-Gedenkfeier Chemnitzer FC muss ein Spiel ohne seine Südtribüne austragen

Das Gedenken im Stadion des Chemnitzer FC für einen Neonazi hat vor sechs Wochen für große Empörung gesorgt. Das Verbandssportgericht hat jetzt noch mal nachgelegt und die Tribüne der Ultras für ein Spiel gesperrt.

Gedenk-Choreo für Neonazi: Ultra-Tribüne des Chemnitzer FC
Harry Härtel DPA

Gedenk-Choreo für Neonazi: Ultra-Tribüne des Chemnitzer FC


Das Sportgericht des Nordostdeutschen Fußballverbandes (NOFV) hat den Regionalligisten Chemnitzer FC im Skandal um die Gedenkfeier für den verstorbenen Neonazi Thomas Haller mit einer Sperre der Südtribüne für ein Heimspiel belegt. Zwei weitere Schließungen der Tribüne der Chemnitzer Ultras wurden auf Bewährung ausgesetzt.

Die Strafe tritt sofort in Kraft und betrifft damit das Regionalliga-Spiel der Chemnitzer gegen den ZFC Meuselwitz am kommenden Samstag, bei dem die Sachsen den Aufstieg in die 3. Liga mit einem Punktgewinn perfekt machen können.

Der Spitzenreiter der Regionalliga Nordost muss zudem strukturelle Auflagen erfüllen und 12.000 Euro zahlen, von denen 5000 Euro in die vereinseigene Anti-Rassismus-Arbeit investiert werden können.

"Der NOFV hat null Toleranz gegenüber Rassismus. Mit dem Urteil ist ein deutliches Signal gesetzt worden. Der NOFV und der Chemnitzer FC haben eine gesellschaftliche Verantwortung, der sie gerecht werden müssen", sagte Richter Stephan Oberholz nach der Urteilsverkündung.

Im Stadion war am 9. März des mutmaßlich rechtsradikalen Chemnitz-Fans Thomas Haller durch eine Gedenkminute und eine spezielle Choreografie gedacht worden. Als Konsequenz aus dem Skandal mussten drei Mitarbeiter den Klub verlassen.

aha/dpa



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