Nach neuerlichen Beschimpfungen Frahn geht auf Distanz zu Chemnitzer Fans

Vor drei Wochen wurde Daniel Frahn wegen der Nähe zu rechten Fans suspendiert. Jetzt distanziert sich der ehemalige Kapitän des Chemnitzer FC von den Anhängern. Ihre Rufe vom Wochenende seien "unzumutbar".

Fans des Chemnitzer FC feiern Frahn beim Pokalspiel gegen den HSV
Hannibal Hanschke REUTERS

Fans des Chemnitzer FC feiern Frahn beim Pokalspiel gegen den HSV


Nach rassistischen und antisemitischen Äußerungen hat Ex-Spieler Daniel Frahn das Verhalten von Fans des Fußballdrittligisten Chemnitzer FC kritisiert und mit rechtlichen Schritten gedroht. "Diese unzumutbaren Äußerungen von Teilen des Fan-Anhangs, bei denen Spieler und Verantwortliche beleidigt, rassistisch oder antisemitisch verunglimpft werden, sind vollkommen inakzeptabel - diese Personen gehören vom Verein ausgeschlossen", schrieb Frahn in einem Facebook-Eintrag.

Während des 2:2 bei Bayern München II hatten CFC-Anhänger nach Angaben des Klubs Geschäftsführer Thomas Sobotzik als "Judensau" beschimpft und sich mit dem gekündigten Stürmer Frahn solidarisiert. Es sollen Worte wie "Thomas Sobotzik, du Judensau" und "Daniel Frahn ist wenigstens kein Neger" gefallen sein. Der DFB hat mittlerweile Ermittlungen eingeleitet.

"Ein absoluter Tiefschlag, den ich mit großer Bestürzung wahrgenommen habe, war der Ausspruch meines Namens im Zusammenhang mit einer rassistischen Beleidigung", schrieb Frahn: "An dieser Stelle distanziere ich mich ganz klar von solchen Äußerungen und werde mir strafrechtliche Schritte vorbehalten, sollte mein Name weiterhin in Zusammenhang mit rechtsradikalen Beleidigungen verwendet werden."

"Unglaubliche Entgleisungen"

Der CFC hatte Frahn Anfang August wegen seiner angeblichen Nähe zur rechten Szene gekündigt. Dagegen hat der 32-Jährige vor dem Arbeitsgericht Chemnitz geklagt. Ein erster Gütetermin soll Mitte September stattfinden. Nach einem früheren Vorfall hatte Frahn bereits betont, er sei "kein Nazi".

Auch Insolvenzverwalter Klaus Siemon hat die jüngsten Beleidigungen einiger CFC-Fans scharf kritisiert. "Dies sind unglaubliche, unfaire Entgleisungen gegen das eigene Team. Die Fanszene, die versucht, dies zu relativieren, hat total versagt", sagte der 60-Jährige im Interview mit dem "Kicker".

"Natürlich geben mir all diese Ereignisse zu denken", sagte Siemon. Auch er sei "zum Ziel des Hasses in der Südkurve" geworden. Doch den Kampf für mehr Toleranz will die Klubführung nicht aufgeben. "Wir - und da meine ich das sportliche Führungsteam um Geschäftsführer Thomas Sobotzik, Chefcoach David Bergner, Co-Trainer Sreto Ristic und meine Person sowie die Gesellschafter - sind mit dem klaren Auftrag angetreten: Die GmbH ist ein Bollwerk gegen Rechtsradikalismus", sagte Siemon: "Dafür stehen und kämpfen wir. Gerade deshalb werden wir bekämpft!"

aha/sid

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