"Beschimpfungen und Drohungen" Scheidender Chemnitz-Sportdirektor kritisiert Fanszene scharf

Chemnitz-Sportdirektor Thomas Sobotzik hat über die Gründe seines Rücktritts beim Drittligisten gesprochen.

Thomas Sobotzik
Robert Michael/DPA

Thomas Sobotzik


Der scheidende Sportdirektor Thomas Sobotzik vom Drittligisten Chemnitzer FC hat die Fanszene des Vereins stark kritisiert. "Was ich zuletzt an persönlichen Anfeindungen, Beschimpfungen und Drohungen erleben und erleiden musste, geht weit über das Maß hinaus, das verkraftbar ist", teilte der 44-Jährige in einer Stellungnahme mit.

Bereits am 4. September hatten er und Trainer David Bergner nach einer Reihe von Zwischenfällen ihren Rücktritt angekündigt, Sobotzik bleibt noch maximal bis zum 15. September im Amt. Zwischen Teilen der CFC-Fanschaft und dem durch ein Insolvenzverfahren belasteten Verein war es unter anderem auch deshalb zum Zerwürfnis gekommen, weil dem CFC Fan-Liebling Daniel Frahn Anfang August wegen seiner angeblichen Nähe zur rechten Szene gekündigt wurde.

Die Entscheidung für einen Rücktritt sei laut Sobotzik bereits vor dem Ligaspiel am 23. August gegen Bayern München II gefallen, bei dem er und Pressesprecher Steffen Wunderlich von Teilen der Anhänger laut Vereinsaussage beschimpft worden waren. Polizeikräfte vor Ort und Fansprecher hatten diese Darstellung allerdings nicht bestätigen können.

"Mit vollen Bierbechern beworfen"

"Ich habe mich seit Langem mit dieser unheilvollen Situation beschäftigt und immer wieder aufs Neue klar Position bezogen, wäre auch jederzeit zu einer sachlichen Auseinandersetzung mit dem radikalen Teil unserer Fans bereit gewesen, aber dieses Anliegen hatte keine Chance auf eine Realisierung", sagte Sobotzik.

So sei er bereits beim Regionalliga-Spiel im vergangenen Mai gegen den ZFC Meuselwitz, als der CFC den Aufstieg perfekt machte, angefeindet worden. Laut eigener Aussage wurde er, als er einen Platzsturm verhindern wollte, von einigen Fans beleidigt, bedroht und mit vollen Bierbechern beworfen.

Sätze wie "Verpiss dich, du Hurensohn" und "Verschwinde aus Chemnitz" sollen gefallen sein. Auch nach dem DFB-Pokalspiel gegen den Hamburger SV im August sei Sobotzik laut eigener Aussage bedrängt und bedroht worden.

bka/sid



© SPIEGEL ONLINE 2019
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung


TOP
Die Homepage wurde aktualisiert. Jetzt aufrufen.
Hinweis nicht mehr anzeigen.