Neuer Trainer vorgestellt Gross soll der Schalke-Retter werden

13 Spieltage hat diese Bundesliga-Saison erst, und Schalke 04 präsentiert bereits den vierten Trainer: Der 66-jährige Christian Gross geht die Mission Klassenerhalt beim Tabellenletzten an.
Christian Gross heißt der neue Hoffnungsträger auf Schalke

Christian Gross heißt der neue Hoffnungsträger auf Schalke

Foto: dpa

Fußball-Bundesligist FC Schalke 04 hat die Verpflichtung des Schweizer Trainers Christian Gross offiziell bestätigt. Der 66-Jährige erhält einen Vertrag bis zum Saisonende, wie der Tabellenletzte am Sonntag mitteilte. Mehrere Medien hatten vor Heiligabend über die bevorstehende Verpflichtung berichtet.

»Für Schalke 04 geht es in den nächsten fünf Monaten ausschließlich darum, den Klassenerhalt in der 1. Bundesliga zu schaffen. Christian Gross hat sowohl in Deutschland als auch in England bewiesen, dass er schwierige Missionen dieser Art erfolgreich gestalten kann«, sagte Sportchef Jochen Schneider laut Klubmitteilung. Der Tabellenletzte hat nach 13 Spieltagen in der Bundesliga bereits sechs Punkte Rückstand auf den Relegationsplatz.

Gross wird laut Mitteilung von den bisherigen Assistenten Onur Cinel, Naldo, Matthias Kreutzer sowie Simon Henzler als Verantwortlichem für die Torhüter unterstützt. »Ich will den Ehrgeiz der Spieler in jeder Sekunde spüren. Wir brauchen in und um die Mannschaft herum eine positive Grundhaltung, um wieder erfolgreich zu sein«, wurde der Schweizer in der Clubmitteilung zitiert.

Schneider und Gross kennen sich aus Stuttgart

Bereits vor Heiligabend hatte der Aufsichtsrat dem Wunsch von Schneider, Gross zu verpflichten, zugestimmt. Beide kennen sich noch aus früheren gemeinsamen Zeiten beim VfB Stuttgart. Zuletzt war der Schweizer in Saudi-Arabien und Ägypten beschäftigt.

Am Montag soll Gross nun im Revier loslegen. Das Schalker Team traf sich am Sonntag wieder zu Corona-Tests. Schon am 2. Januar gibt Gross sein Schalke-Debüt mit dem Auswärtsspiel bei Hertha BSC. Eine Woche später folgt die Heimpremiere gegen Hoffenheim.

Nach David Wagner, Manuel Baum und Huub Stevens ist Gross bereits der vierte Schalker Trainer in dieser Saison. Stevens übernahm nach der Trennung von Baum als Übergangslösung bis zur Winterpause.

Zwischen 2009 und 2010 war Gross bereits einmal in der Bundesliga als Trainer aktiv, den VfB Stuttgart führte er damals in die Europa League. Nach einem schwachen Start in die Saison 2010/2011 trennten sich die Stuttgarter vorzeitig von Gross.

In den vergangenen Jahren trainierte Gross in Saudi-Arabien bei Al-Ahli und in Ägypten bei Zamalek. Sein letztes Engagement in Europa liegt nun mehr als acht Jahre zurück; im April 2012 trennte sich der Schweizer Erstligist Young Boys Bern von ihm.

Diese mangelnde Erfahrung im europäischen Spitzenfußball in den vergangenen Jahren sieht er aber nicht als großen Nachteil an. »Auch in Afrika wird Fußball gespielt«, sagte der 66-Jährige bei seiner ersten Pressekonferenz am Nachmittag. »Die Ansprache an die Spieler wird entscheidend«, sagte Gross. Schneider betonte, Gross sei sein absoluter Wunschkandidat gewesen.

Trotz der angespannten finanziellen Situation des Vereins werde über Verstärkungen im Winter nachgedacht, hieß es. Laut »Bild« sind die Königsblauen an Offensiv-Spieler Marco Richter vom FC Augsburg interessiert. Der 23-Jährige soll ausgeliehen werden.

aha/dpa/sid