CL-Achtelfinale Barça draußen, Ballack trifft zum Sieg

Endlich ein Erfolgserlebnis: Nach zuletzt schweren Wochen hat Michael Ballack den FC Chelsea ins Champions-League-Viertelfinale geschossen. Der FC Barcelona gewann zwar in Liverpool, ist aber trotzdem ausgeschieden. Nicht mehr dabei in der nächsten Runde sind auch Lyon und Inter Mailand.


Hamburg - Michael Ballack hat den FC Chelsea mit seinem Tor vor dem Achtelfinal-Aus bewahrt. Nach dem 1:1 im Hinspiel in Porto kam das Team von Trainer José Mourinho vor eigenem Publikum gegen Portugals Meister nach Pausen-Rückstand noch zu einem glücklichen 2:1 (0:1)- Erfolg.

Nicht unerwartet kam das Aus für Vorjahressieger FC Barcelona: Der Titelverteidiger konnte die 1:2-Heimniederlage beim FC Liverpool mit dem 1:0-Sieg nicht aufholen und verabschiedeten sich nach einer schwachen Leistung aus der europäischen Königsklasse. Der AS Rom dagegen schaffte die Wende. Nach dem mageren 0:0 im Hinspiel zu Hause gewannen die Römer das Rückspiel bei Olympique Lyon 2:0 und sorgten somit für das Aus eines weiteren Favoriten auf den Titelgewinn. Auch Inter Mailand scheiterte. Italiens Tabellenführer kam über ein 0:0 gegen den FC Valencia nicht hinaus.

Der FC Porto traf beim FC Chelsea gleich mit dem allerersten Konter. Ricardo Quaresma (15.) erzielte das erste Champions-League-Gegentor an der Stamford Bridge in dieser Saison. Vor 45.999 Zuschauern fanden die Engländer lange Zeit gegen die defensive Grundordnung der Portugiesen kein Rezept. Erst ein Fehler von Portos Torwart Arruda ermöglichte dem Favoriten den Ausgleich durch Arjen Robben (48.). In der Schlussphase sorgte Ballack, der zuletzt viel kritisiert wurde, für den Sieg. In der 79. Minute schoss er Chelsea mit einem schönen Volleyschuss ins Viertelfinale.

"Es ist natürlich traumhaft in so einem Spiel ein Tor zu machen", sagte Ballack nach dem Spiel dem Fernsehsender Premiere. "Jeder hat erwartet, dass wir hier zu Hause weiterkommen. Nach dem Rückstand war dann ein Riesendruck auf uns, umso schöner, dass wir es dann noch geschafft haben." Sein Trainer hatte schon davor seine Freude. "Ich habe in der Halbzeit an ihren Verstand appeliert", sagte Mourinho nach dem Spiel, "ich habe Ihnen gesagt: 'im Moment seid ihr aus dem Wettbewerb.' Entweder wir genießen es oder wir haben Angst davor. Ich denke, manchmal kann man solche Momente auch genießen."

Der AS Rom stürmte in Lyon von Beginn an. Nach dem 0:0 im Heimspiel belohnte Francesco Totti (22.) die Italiener früh mit seinem Kopfballtor. Der überragende Totti leitete vor 40.000 Zuschauern im Stade Gerland dann auch die Entscheidung ein, schickte Alessandro Mancini steil, der Brasilianer tanzte mit einem mehrfachen Übersteiger die Abwehr der Franzosen aus und traf kurz vor der Pause. "Ich weiß nicht, ob sie uns überlegen waren", sagte ein sichtlich enttäuschter Gerard Houllier nach dem Spiel, "sie waren effizienter. Wir hatten viele Chancen und konnten keine nutzen. Sie hatten zwei und haben zwei Tore gemacht", so Lyons Trainer.

Ausgerechnet in seinem 200. Spiel als Barcelona-Coach musste der Niederländer Frank Rijkaard das bittere Champions-League-Aus hinnehmen. An der heimischen Anfield Road war der fünfmalige Meistercup-Gewinner Liverpool lange Zeit die klar bessere Mannschaft. Das Team von Trainer Gustavo Benitez ließ die Spanier 75 Minuten lang nicht zur Entfaltung kommen und drängte den Titelverteidiger in die eigene Hälfte. Erst der Treffer des Isländers Eidur Gudjohnsen sorgte noch einmal für Spannung. Zum dritten mal in Folge fliegt somit der Titelverteidiger der Champions-League im Achtelfinale aus. Mit ein bisschen Glück hätten wir schon zur Halbzeit führen müssen", sagte Liverpools Kapitän Steven Gerrard, "Barcelona ist so offensivstark, sie spielen einen so schönen Ball, aber wir haben es geschafft und sind nun unter den besten acht."

Tumulte nach dem Schlusspfiff in Valencia

Dies hat der Tabellenführer der italienischen Serie A nicht geschafft. Inter Mailand scheiterte vor 55.000 Zuschauern im Luis-Casanova- Stadion kläglich. Zwei Wochen nach dem enttäuschenden 2:2 vor eigenem Publikum gegen den FC Valencia blieben die Italiener den Beweis ihrer Klasse auf europäischer Ebene erneut schuldig. Die Mailänder, die in der Serie A von Sieg zu Sieg eilen, konnten nicht überzeugen. Valencia, der Tabellen-Dritte der spanischen Liga, kam auf Grund der mehr erzielten Auswärtstore weiter.

CL-Achtelfinale

FC Chelsea - FC Porto 2:1 (1:1)*
Olympique Lyon - AS Rom 0:2 (0:0)
FC Liverpool - FC Barcelona 0:1 (2:1)
FC Valencia - Inter Mailand 0:0 (2:2)
FC Bayern München - Real Madrid 2:1 (2:3)
AC Mailand - Celtic Glasgow 1:0 n.V. (0:0)
FC Arsenal - PSV Eindhoven 1:1 (0:1)
Manchester United - OSC Lille 1:0 (1:0)
Die fettgedruckten Vereine stehen im 1/4-Finale *Hinspielergebnis

Nach dem Spiel kam es zu heftigen Tumulten, als sich enttäuschte Inter-Spieler provoziert fühlten und gegnerische Profis über den Platz jagten und sich ein Handgemenge mit den Spaniern lieferten. Ausgangspunkt soll Carlos Marchena, Mittelfeldspieler des FC Valencia, gewesen sein, der Inters Nicolas Burdisso nach dem Schlusspfiff getreten haben soll. "Ein Spieler Valencias ist durchgedreht, ist aufs Feld gerannt und hat Burdisso geschlagen", sagte Inter-Coach Roberto Mancini. "Er hat Burdissos Nase gebrochen." Im Spielertunnel sollen sich die Tumulte fortgesetzt haben.

fpf/dpa/AP/reuters/sid



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