Wegen Tönnies-Affäre Schauspieler Peter Lohmeyer tritt als Mitglied bei Schalke aus

Der bekannte Schalke-Fan und Schauspieler Peter Lohmeyer ist bald nicht mehr Mitglied des Bundesligisten. Der Grund: die Rassismus-Affäre um S04-Boss Clemens Tönnies.
Peter Lohmeyer

Peter Lohmeyer

Foto: imago/ Eibner

Schauspieler Peter Lohmeyer tritt wegen der Affäre um Clemens Tönnies als Mitglied bei Schalke 04 aus. Der Verein sei "immer ein Vorreiter im Kampf gegen Diskriminierung und Rassismus" gewesen. "Und darauf war ich immer sehr stolz. Jetzt wird das durch den Metzger infrage gestellt, und das macht mich sauer - und traurig", sagte der 57-Jährige dem Magazin "11 Freunde ".

Ihm komme es so vor, "als hätten Menschen in diesem Verein diese Haltung nur benutzt und nicht wirklich gelebt", sagte Lohmeyer, der zu den bekanntesten Schalke-Anhängern gehört.

S04-Boss Tönnies hatte bei einem Termin die Finanzierung von Kraftwerken in Afrika empfohlen und wortwörtlich gesagt: "Dann würden die Afrikaner aufhören, Bäume zu fällen, und sie hören auf, wenn's dunkel ist, Kinder zu produzieren."

Der Schalker Ehrenrat hatte Tönnies vom Vorwurf des Rassismus freigesprochen und den Vorfall als Diskriminierung eingestuft. Nach dessen Sitzung am 6. August wurde bekannt gegeben, dass Tönnies sein Amt für drei Monate ruhen lassen werde. Am 15. August befasst sich die DFB-Ethikkommission mit dem Fall.

Lohmeyer sagte, dass Tönnies mit einem Rücktritt "seine letzte große Tat für Schalke" hätte leisten können, "damit hätte er vom Verein eine große Last genommen. Aber es ging ihm anscheinend in diesem Moment nicht um Schalke, sondern um ihn selbst".

Bereits am Wochenende hatten Fans des FC Schalke protestiert. Beim DFB-Pokalspiel gegen Drochtersen/Assel hielt der Block der mitgereisten Fans vorm Anpfiff rote Schilder hoch, auf denen "Rassismus" oder "Clemens Tönnies" stand.

Stevens, Gabriel und Rehhagel verteidigen Tönnies

An der Bande vor dem Gästeblock war zudem ein Transparent mit der Aufschrift "Wir zeigen Rassismus die Rote Karte" zu sehen. Wenig später wurde das Wort "Rassismus" durch "Tönnies" ersetzt.

Tönnies hatte aber auch Fürsprecher. Schalkes Ex-Trainer Huub Stevens hatte ihn verteidigt. "Wer ihn kennt, wer seit Langem mit ihm zusammenarbeitet, der weiß, dass Clemens die Menschen mag, wie sie sind - völlig unabhängig von Hautfarbe, Herkunft oder Religion", hatte der Niederländer gesagt.

Ex-SPD-Chef Sigmar Gabriel sagte laut "WAZ": "Der Spruch" sei "garantiert daneben" gewesen. Den Schalke-Chef aber zum Rassisten zu machen, sei "absoluter Quatsch". Wer Tönnies kenne, "weiß, dass das nun wirklich nicht stimmt. Vor allem aber verniedlicht dieser Vergleich die wirklichen Rassisten." Auch Otto Rehhagel und der FDP-Politiker Wolfgang Kubicki sprangen Tönnies bei.

bka/sid