Rassismusaffäre DFB-Ethikkommission verzichtet auf Verfahren gegen Tönnies

Die rassistischen Äußerungen von Clemens Tönnies bleiben seitens des Deutschen Fußball-Bunds ohne Konsequenzen. Der Verband wird kein Verfahren gegen den Schalke-Klubchef eröffnen.
Clemens Tönnies

Clemens Tönnies

Foto: Sacha Schuermann/AFP

Die DFB-Ethikkommission verzichtet auf ein Verfahren gegen den Schalker Aufsichtsratsvorsitzenden Clemens Tönnies wegen dessen rassistischer Afrika-Äußerungen. Das teilte das Gremium mit.

Das missbilligte die Äußerungen von Tönnies und wertete sie auch als rassistisch. Tönnies' Aussagen seien ein Verstoß gegen die Grundsätze aus der Satzung des DFB. Es werde allerdings kein Verfahren eröffnet, "da Herr Tönnies bei der eingehenden Anhörung und Befragung überzeugend vermitteln konnte, dass er kein Rassist ist", hieß es in einer Stellungnahme der Ethikkommission. "Seine Distanzierung von seiner Äußerung und sein Erschrecken darüber sind der Kommission glaubhaft", hieß es weiter.

Der 63 Jahre alte Fleischfabrikant Tönnies hatte vor gut einem Monat als Festredner beim "Tag des Handwerks" in Paderborn Steuererhöhungen im Kampf gegen den Klimawandel kritisiert. Stattdessen solle man lieber jährlich 20 Kraftwerke in Afrika finanzieren, so Tönnies. "Dann würden die Afrikaner aufhören, Bäume zu fällen, und sie hören auf, wenn's dunkel ist, Kinder zu produzieren."

Seine verallgemeinernden Aussagen hatte er später als "töricht" bezeichnet. Bei den Betroffenen selbst bat er nicht um Entschuldigung. Sein Amt als Aufsichtsratschef lässt er für drei Monate ruhen. Tönnies war massiv in die Kritik geraten - auch bei vielen Schalke-Fans.

Die vierköpfige Ethikkommission unter Vorsitz von Nikolaus Schneider hatte bereits Mitte August über ein mögliches Verfahren gegen Tönnies beraten, damals aber eine Entscheidung vertagt. Die Ethikkommission kann zwar keine Sanktionen aussprechen, sie kann allerdings Untersuchungen einleiten und bei hinreichendem Tatverdacht Anklage bei der Ethikkammer des Sportgerichts erheben.

mon/dpa/sid
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