Club-Krise Nürnberg feuert Trainer Oenning

Aus nach der Hinrunde: Der 1. FC Nürnberg hat sich von Trainer Michael Oenning getrennt. Der Club war unter Oenning in die erste Liga aufgestiegen - verlor zuletzt aber vier Spiele in Folge und kämpft gegen den Abstieg. Als Nachfolger wird Dieter Hecking gehandelt.
FCN-Trainer Oenning: Aus in Nürnberg

FCN-Trainer Oenning: Aus in Nürnberg

Foto: Daniel Karmann/ dpa

Hamburg - Michael Oenning ist nicht mehr Trainer beim 1. FC Nürnberg. Der Bundesligist bestätigte die Trennung am Montagnachmittag auf einer Pressekonferenz. Zuvor hatten sich Präsidium und Aufsichtsrat während einer Krisensitzung beraten.

Nürnberg hatte am Sonntag in der Bundesliga beim 1. FC Köln 0:3 verloren und rangiert nach der Hälfte der Saison als 17. auf einen Abstiegsplatz, vier Punkte hinter dem Relegationsplatz.

"Nach langen Gesprächen und Analysen haben wir entschieden, dass wir uns von unserem Trainer Michael Oenning trennen werden. Uns allen tut dieser Schritt sehr leid, wir sind nicht angetreten, einen Trainer-Wechsel zu vollziehen, sondern in der Bundesliga zu bleiben", sagte Präsident Franz Schäfer.

Ein Nachfolger steht laut Verein noch nicht fest, als aussichtsreichster Kandidat gilt aber nach Informationen der "Bild"-Zeitung Dieter Hecking. Dieser hatte nach dem zweiten Spieltag und einem schwachen Saisonstart sein Traineramt bei Hannover 96 zur Verfügung gestellt. Als weiterer möglicher Nachfolger wird Marcel Koller, zuletzt beim VfL Bochum, gehandelt.

Am Sonntagabend nach der 0:3-Niederlage in Köln hatte Präsident Schäfer Oenning eine Jobgarantie verweigert und die Trennung indirekt schon vorweggenommen. "Es war meine Absicht, keinen zu entlassen. Aber Zeit und Ereignisse überholen manchmal Aussagen." Zwölf Punkte und damit Tabellenplatz 17 seien auch für einen Neuling zu wenig, die Lage sei katastrophal. "Natürlich ist die Position des Trainers zu diskutieren", hatte Schäfer gesagt.

Oenning selbst hatte sich nach dem Spiel verhalten über seine Zukunft geäußert: "Was der Verein macht, weiß ich nicht." Er habe bis zum Spiel in Köln immer die volle Rückendeckung des Vereins gespürt. Die vergangenen vier Spiele hat Nürnberg verloren - ohne dabei ein Tor zu erzielen. Der Rückstand auf Relegationsplatz 16 beträgt bereits vier Punkte.

Der 44-jährige Oenning hatte das Amt beim 1. FCN nach sechs Monaten als Co-Trainer Ende August 2008 von seinem damaligen Chef Thomas von Heesen übernommen und den Club darauf in die Bundesliga geführt. Im Januar wurde sein Vertrag noch bis 2011 verlängert.

Nach Oenning will sich der Verein auch noch von einigen Profis trennen. Ob auch Sportdirektor Martin Bader der Krise zum Opfer fällt, stand zunächst noch nicht fest. Aber auch über Bader wurde bei der Sitzung, die um 11 Uhr an einem geheimgehaltenen Ort begann, diskutiert. Um 16 Uhr wollte der Club auf einer Pressekonferenz über das Geschehen informieren.

Oenning ist der 320. Trainer in der Geschichte der ersten Bundesliga, der vorzeitig seinen Posten räumen musste. Zuvor hatten in dieser Saison Markus Babbel (VfB Stuttgart), Marcel Koller (Bochum), Dieter Hecking (Hannover) und Lucien Favre (Hertha BSC) gehen müssen. Noch vor Saisonbeginn war Aufstiegstrainer Jörn Andersen beim FSV Mainz durch Thomas Tuchel ersetzt worden.

ulz/sid/dpa
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