Confed Cup Spanien feiert historischen Erfolg gegen Tahiti

Es ist der höchste Sieg in der Geschichte des Confed Cups: Zehn Tore hat Spanien gegen Außenseiter Tahiti geschossen. Dabei war der Weltmeister mit einer B-Elf angetreten und vergab sogar einen Elfmeter. Auch Uruguay ist durch einen Sieg über Nigeria so gut wie ins Halbfinale eingezogen.

Spaniens Torres (l.) und Albiol: Schützenfest gegen Tahiti
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Spaniens Torres (l.) und Albiol: Schützenfest gegen Tahiti


Hamburg - Der Weltranglistenerste gegen den 138. - viel hatte man Außenseiter Tahiti im Confed-Cup-Spiel gegen Spanien nicht zugetraut. Doch dass der Sieg des Welt- und Europameisters so deutlich werden würde, hatten wohl nur wenige erwartet. 10:0 (4:0) gewann die spanische B-Elf im Maracanã-Stadion in Rio de Janeiro, es ist der höchste Erfolg in der bisherigen Geschichte des Confederations Cups. Damit hat Spanien das Halbfinale beim WM-Testlauf in Brasilien so gut wie erreicht.

Mit dem Kantersieg überbot das Team von Trainer Vicente del Bosque das bisherige Confed-Cup-Rekordresultat von Brasilien, das 1997 Saudi-Arabien 8:2 geschlagen hatten. Fernando Torres (5. Minute/33./57./78.), David Silva (31./89.), David Villa (39./49./64.) und Juan Mata (66.) erzielten vor 70.806 Zuschauern die Tore für die Spanier, bei denen Javier Martínez vom FC Bayern München in der Startelf stand, während zahlreiche Stammspieler wie Andrés Iniesta oder Xavi geschont wurden.

"Meine Spieler haben versucht, richtig gut Fußball zu spielen. Aber man muss besser verteidigen. Wir haben naive Fehler gemacht. Daher sind viele Tore gefallen", sagte Tahiti-Coach Eddy Etaeta. In der Umkleidekabine herrschten gemischte Gefühle, berichtete er: "Wir hätten so gerne ein Tor geschossen." Der Vierfachtorschütze Torres sagte: "Es ist mehr als ein Traum. In einem Stadion wie Maracanã vier Tore zu schießen." Zudem lobte er den Gegner: "Sie hatten ein Lächeln im Gesicht. Sie sind ein Vorbild für alle Sportler."

Forlán führt Uruguay zum Sieg

Im Parallelspiel der Gruppe B hat Uruguay dank Diego Forlán ebenfalls beste Chancen auf den Einzug in das Halbfinale. Der 34 Jahre alte Offensivspieler war in seinem 100. Länderspiel der Matchwinner beim 2:1 (1:1)-Sieg des Südamerikameisters in Salvador gegen Nigeria. Forlán entschied die verbissen geführte Partie mit einem fulminanten Linksschuss n der 51. Spielminute. Die erste Führung für Uruguay durch Kapitän Diego Lugano (19.) hatte John Obi Mikel für Afrika-Champion Nigeria ausgeglichen (37.).

Uruguay und Nigeria liegen mit jeweils drei Zählern punktgleich hinter Spanien (6). Uruguay hat aber den Vorteil, dass es am Sonntag im letzten Vorrundenspiel gegen Tahiti antreten kann, während Afrika-Meister Nigeria auf den Gruppenersten trifft. Bei Punktgleichheit von zwei oder mehreren Mannschaften entscheidet am Ende das Torverhältnis über die Platzierung.

mon/dpa

insgesamt 9 Beiträge
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Seite 1
vhn 21.06.2013
1. Arroganz?
Man darf als Weltranglistenerster gegen so einen sympathischen Underdog nach fünf Toren gerne einen Gang runter schalten...
Greg84 21.06.2013
2.
Zitat von vhnMan darf als Weltranglistenerster gegen so einen sympathischen Underdog nach fünf Toren gerne einen Gang runter schalten...
Man kann den Zuschauern aber auch gern 90 Minuten lang etwas bieten.
s1895 21.06.2013
3. optional
Wieso ist das arrogant? Vor allem die Spieler der B-Elf wollen sich natürlich beweisen und geben 90 Minuten Vollgas. Auch für die Zuschauer. Für mich wäre es eher arrogant, wenn ich nach einem 5-0 zurückschalte und so zeige "Seht her, ich brauch mich überhaupt nicht anstrengen und ihr schafft es immer noch nicht, gegen mich anzukommen"
s1895 21.06.2013
4. Torverhältnis
Außerdem kommt auch noch das Torverhältnis dazu. Auch wenn das jetzt ein wenig abwegig klingt. Aber Spanien hätte bei einem 5-0 eins von 7-1 gehabt und 6 Punkte. Nigeria hat 7-3 und 3 Punkte, Uruguay 3-3 und 3 Punkte. Dann gewinnt Nigeria im letzten Spiel durch was für Umstände auch immer gegen Spanien mit 1-0 und ist vor denen (mehr geschossene Tore) und Uruguay schießt Tahiti mit 6-0 oder so ab und schon ist Spanien draußen ;)
simplythebeast 21.06.2013
5. Geschichtsträchtig und Zukunftsweisend...
...aber "Historisch" ist in diesem Zusammenhang ein wenig übertrieben. Ist doch bloß ein Confed-Cup, und dann auch noch der Weltmeiser gegen Amateure. Aber bitte, wer's braucht... Demütigend ist bloß die Tatsache, dass Spanien nicht mit allen Stars angetreten ist. Das 10:0 ist für die Tahitianer sicherlich zu verkraften, Besser als ein mitleidiges "Ein Gang zurückschalten".
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