Confed Cup Spanien gewinnt kuriose Partie gegen Südafrika

Enttäuschung beim Gastgeber: Südafrika hat beim Confederations Cup die Partie um Rang drei gegen Spanien verloren. Drei Tore in den Schlussminuten der regulären Spielzeit und eine begeisternde Verlängerung entschädigten für eine über weite Strecken schwache Begegnung.


Hamburg - Xabi Alonso hat Europameister Spanien mit seinem Siegtor gegen Südafrika den dritten Rang beim Confederation Cup beschert. Der Mittelfeldspieler vom englischen Rekordmeister FC Liverpool traf in der 107. Minute per Freistoß zum 3:2 (2:2, 0:0) der Iberer vor 40.000 Zuschauern in Rustenburg. Dennoch konnten die Gastgeber ein Jahr vor der WM-Endrunde mit einer erneut starken Leistung die eigenen Fans begeistern. "Bafana Bafana spielte sehr gut. Das letzte Tor der Spanier war unglaublich, aber so ist Fußball. Es war eine gute Vorstellung von uns", sagte Südafrikas Trainer Joel Santana.

Nach enttäuschenden ersten 70 Minuten entschädigten die 22 Spieler auf dem Feld die Zuschauer. Der für den früheren Dortmunder Bundesligaprofi Steven Pienaar in der 64. Minute eingewechselte Katlego Mphela brachte Südafrika neun Minuten später in Führung. Dann sorgte der ebenfalls eingewechselte Daniel Güiza mit einem Doppelpack innerhalb von eineinhalb Minuten (88. und 89.) für Entsetzen bei den Zuschauern.

In der dritten Minute der Nachspielzeit war Mphela dann mit einen Freistoß aus 20 Meter erfolgreich und rettete die Südafrikaner in die Verlängerung. In dieser wäre dem 24-Jährigen fast Treffer Nummer drei geglückt, aber Spaniens Keeper Iker Casillas konnte seinen Versuch ebenso abwehren (99.) wie den Schuss von Bernard Parker (102.). Wenig später überwand dann Xabi Alonso Südafrikas guten Torhüter Itumeleng Khune mit einem scharf hereingeschlagenen Freistoß in die lange Ecke.

"Wir sind mit diesem Turnier nicht ganz zufrieden. Wir wollten ins Finale kommen", sagte Matchwinner Xabi Alonso und fügte hinzu: "Wir haben in der Verlängerung das Glück gehabt."

Die vom Brasilianer Joel Sanana trainierten Gastgeber boten dem Europameister einen echten Kampf und hatten schon in der ersten Halbzeit Möglichkeiten zum Führungstreffer. So verfehlte Matthew Booth im Nachschuss aus kurzer Distanz das spanische Gehäuse, nachdem Siphiwe Tshabalala mit einem Schuss aus 20 Metern an Casillas gescheitert war.

Stürmer David Villa verpasste auf der anderen Seite ein mögliche Führung für Spanien, aber Südafrikas Keeper Khune war zur Stelle. Zu Beginn der zweiten Halbzeit wurde Sergio Busquets von Schiedsrichter Matthew Breeze (Australien) ein reguläres Tor zu unrecht wegen Abseits aberkannt.

Die Spanier kassieren für Platz drei ein Preisgeld von 1,9 Millionen Euro. Mit 300.000 Euro weniger wird der unterlegene Gastgeber durch den Weltverband Fifa entlohnt. Das Finale in Johannesburg bestreiten der fünfmalige Weltmeister Brasilien und die USA (20.30 Uhr, Liveticker SPIEGEL ONLINE).

Spanien - Südafrika 3:2 (2:2, 0:0) n.V.

0:1 Mphela (73.)
1:1 Güiza (88.)
2:1 Güiza (89.)
2:2 Mphela (90+3.)
3:2 Xabi Alonso (107.)

Spanien: Casillas - Arbeloa, Albiol, Pique, Capdevila - Cazorla, Xabi Alonso, Riera, Busquets (81. Llorente) - Villa (57. Silva), Torres (57. Guiza).
Südafrika: Khune - Masilela, Mokoena, Booth, Gaxa - Modise (69. Van Heerden), Sibaya, Dikgacoi, Pienaar (64. Mphela) - Tshabalala (84. Mhlongo), Parker.
Schiedsrichter: Matthew Breeze (Australien)
Gelbe Karten: Busquets, Pique, Albiol, Llorente - Pienaar, Mphela, Masilela

fsc/sid/dpa



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Seite 1
Frosty127 13.06.2009
1.
Zitat von sysopAm Sonntag startet mit dem Confederations-Cup in Südafrika die Generalprobe für die Weltmeisterschaft 2010. Was denken Sie - ist das Land bereit für das größte Sportereignis der Welt?
Ich denke, die Südafrikaner werden das Kind schon schaukeln. Aber hinsichtlich der extrem hohen Kriminalitätsrate muss noch dringend etwas getan werden. Niemand möchte Angst haben, auf dem Weg zum Stadion ausgeraubt zu werden. Wie damals die deutsche Delegation bei der Auslosung der WM-Gruppen, denen ein Koffer entwedet wurde.
Schwabenpower 13.06.2009
2.
Zitat von Frosty127Ich denke, die Südafrikaner werden das Kind schon schaukeln. Aber hinsichtlich der extrem hohen Kriminalitätsrate muss noch dringend etwas getan werden. Niemand möchte Angst haben, auf dem Weg zum Stadion ausgeraubt zu werden. Wie damals die deutsche Delegation bei der Auslosung der WM-Gruppen, denen ein Koffer entwedet wurde.
Ach komm schon. Ich glaube, wegen ein paar Taschendieben geht der FIFA nicht der Hintern auf Grundeis. Da gehts schon mehr um richtige Straftaten, die Leib und Wohl der Stadiongänger gefährden. "Ein Koffer entwendet", haha, das ist mir sogar schon auf dem adretten Flughafen Charles de Gaulle passiert. Frankreich = Südafrika?
Frosty127 13.06.2009
3.
Zitat von SchwabenpowerAch komm schon. Ich glaube, wegen ein paar Taschendieben geht der FIFA nicht der Hintern auf Grundeis. Da gehts schon mehr um richtige Straftaten, die Leib und Wohl der Stadiongänger gefährden. "Ein Koffer entwendet", haha, das ist mir sogar schon auf dem adretten Flughafen Charles de Gaulle passiert. Frankreich = Südafrika?
Gut, da habe ich wohl das falsche Beispiel angeführt. Aber trotzdem ist so was für den Betroffenen immer ein extremes Ärgernis. Aber in dem gleichen Zeitraum geschah auch ein Mord an einem Österreicher. http://www.southafrika2010.de/suedafrika/wm-auslosung-diebe-und-ein-mord/
john mcclane, 13.06.2009
4. Na ja
Zitat von SchwabenpowerAch komm schon. Ich glaube, wegen ein paar Taschendieben geht der FIFA nicht der Hintern auf Grundeis. Da gehts schon mehr um richtige Straftaten, die Leib und Wohl der Stadiongänger gefährden. "Ein Koffer entwendet", haha, das ist mir sogar schon auf dem adretten Flughafen Charles de Gaulle passiert. Frankreich = Südafrika?
Also, Taschendiebe sind wohl das kleinste Problem. Aber die 50 Morde und 150 Vergewaltigungen am Tag, die werfen doch die Frage auf, ob Südafrika als Ausrichterland vollauf geeignet ist, um es mal moderat auszudrücken. Für mich ist das sehr schade, da ich noch nie eine WM live vor Ort genießen konnte, von ein wenig Atmosphäre aufsaugen vor vier Jahren mal abgesehen. Können wir uns beim Blatter Sepp bedanken das der dem afrikanischen Kontinent ne WM versprechen mußte. Für 2016 in Brasilien sieht es leider ähnlich mies aus, dank der kurzzeitigen Einführung des Rotationssystems zwischen allen Kontinenten. Sprechen sich die größten Verbände einfach mal schnell ab, und schon hat man die WM in nem Schwellenland... Einzig positiver Aspekt sind die günstigen Zeiten für Fernsehzuschauer aufgrund der geringen Zeitverschiebung, aber selbst das können wir uns bei Brasilien in der Pfeife rauchen...
derpolokolop 13.06.2009
5.
Zitat von john mcclaneAlso, Taschendiebe sind wohl das kleinste Problem. Aber die 50 Morde und 150 Vergewaltigungen am Tag, die werfen doch die Frage auf, ob Südafrika als Ausrichterland vollauf geeignet ist, um es mal moderat auszudrücken. Für mich ist das sehr schade, da ich noch nie eine WM live vor Ort genießen konnte, von ein wenig Atmosphäre aufsaugen vor vier Jahren mal abgesehen. Können wir uns beim Blatter Sepp bedanken das der dem afrikanischen Kontinent ne WM versprechen mußte. Für 2016 in Brasilien sieht es leider ähnlich mies aus, dank der kurzzeitigen Einführung des Rotationssystems zwischen allen Kontinenten. Sprechen sich die größten Verbände einfach mal schnell ab, und schon hat man die WM in nem Schwellenland... Einzig positiver Aspekt sind die günstigen Zeiten für Fernsehzuschauer aufgrund der geringen Zeitverschiebung, aber selbst das können wir uns bei Brasilien in der Pfeife rauchen...
Bin begeistert. Können wir, müssen wir aber nicht. Er ist garantiert schon reichlich bedankt worden!
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