Rassismusvorwürfe vor Confed Cup in Russland Mit Blackface und Bananen

Die "Kameruner" trugen Bananen, die "Mexikaner" angeklebte Schnurrbärte: Bei einer Parade vor dem Confed Cup in Russland bedienten die Veranstalter teils rassistische Klischees.
Confed-Cup-Parade in Sotschi

Confed-Cup-Parade in Sotschi

Foto: Artur Lebedev/ AP

Wenige Wochen vor dem Confed Cup in Russland wollte die Stadtverwaltung von Sotschi die Teilnehmernationen in einer bunten Parade vorstellen, darunter Deutschland, Kamerun und Mexiko. Doch bei der Auswahl der Kostüme ließen sie sich offenbar von längst verpönten Stereotypen leiten.

Wie Lolade Adewuyi, ein nigerianischer Journalist, der gerade in Russland studiert, berichtete, marschierten auf der Straße weiße Menschen mit schwarz angemalten Gesichtern, afrikanischer Kleidung und Bananen-Ketten. Sie sollten kamerunische Bürger repräsentieren. Das sogenannte "Blackfacing" gilt als rassistisch.

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Die Mexikaner wurden mit großen Sombreros und angeklebten Schnurrbärten dargestellt. Adewuyi sagte, er glaube nicht, dass böser Wille dahinterstecke. Die Kostüme seien vielmehr Ausdruck eines engstirnigen Weltbildes der lokalen Bevölkerung. "Sie verstehen nicht, dass es ein Problem für manche darstellt, mit schwarz angemalten Gesichtern und Bananen herumzulaufen."

Bereits während der WM 2014 hatte Jeffrey Webb, damals Vorsitzender der "Anti-Rassismus Task Force" des Fußballweltverbands Fifa, erklärt, dass die Einwohner Russlands vor der WM 2018 Aufklärung zu Diskriminierung und Rassismus benötigten.

Die Fifa und die Stadtverwaltung von Sotschi waren bisher nicht zu einer Stellungnahme bereit.

bam/lst/AP
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