Korruptions-Affäre Verband hat kein Geld für Copa-América-Prämien

Der Fifa-Skandal hat offenbar Auswirkungen auf den laufenden Spielbetrieb: Weil Sponsoren- und TV-Gelder eingefroren wurden, kann der südamerikanische Fußballverband bei der Copa América derzeit keine Prämien zahlen.
Brasilianische Nationalmannschaft bei der Copa: "Es gibt eine reale Situation"

Brasilianische Nationalmannschaft bei der Copa: "Es gibt eine reale Situation"

Foto: Jorge Saenz/ AP/dpa

Wegen der Ermittlungen im Korruptionsskandal beim Fußball-Weltverband Fifa fehlt der südamerikanischen Kontinental-Organisation Conmebol bei der laufenden Copa América in Chile Geld für die Auszahlung der Prämien. Laut Medienberichten hat die US-Justiz im Zuge ihrer Untersuchungen die für die Preiszahlungen benötigten Sponsoren- und TV-Gelder einfrieren lassen.

"Es gibt eine Situation, die uns das Leben schwer macht", gestand Conmebol-Vizepräsident Wilmar Valdéz gegenüber dem chilenischen Radio Cooperativa. Der Uruguayer wies dabei auf eine "Intervention bei den Firmen", die zu den "Hauptgeldgebern des Verbands" zählen, hin.

In den Mittelpunkt der US-Untersuchungsbehörden und des FBI sind die Sportrechte- und -marketing-Firmen Datisi aus Uruguay, Traffic aus Brasilien und TyC aus Argentinien geraten. Alle drei Unternehmen sollen die Vermarktungsrechte für die laufende Südamerikameisterschaft und die kommenden drei Copa-América-Turniere gegen Zahlung von Schmiergeldern an einflussreiche Verbandsfunktionäre erhalten haben.

Neben der Prämie für den Copa-Sieger in Höhe von vier Millionen US-Dollar (umgerechnet 3,53 Millionen Euro) sowie den abgestuften Preisgeldern für die übrigen Platzierten trägt der Conmebol auch die Kosten für Unterbringung und Reisen der zwölf Teilnehmermannschaften.

Laut Valdéz hat der Verband bereits Kontakt mit den Sponsoren und TV-Anstalten aufgenommen, damit deren Gelder, falls juristisch möglich, direkt auf Conmebol-Konten fließen.

psk/sid