Copa America Elber will spielen

Mit der Ankündigung, seine Profis Giovane Elber und Claudio Pizarro für die Copa America in Kolumbien zu sperren, hat sich der FC Bayern München wohl etwas weit aus dem Fenster gelehnt.


Giovane Elber: "Ich will nach Kolumbien"
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Giovane Elber: "Ich will nach Kolumbien"

München - "Ich will spielen", erklärte Elber am Sonntag, "das Turnier könnte meine letzte Chance in der brasilianischen Nationalmannschaft sein." Er habe auch schon mit Vizepräsident Karl-Heinz Rummenigge über die Angelegenheit gesprochen und ihm mitgeteilt, nach Kolumbien reisen zu wollen.

Der peruanische Nationalspieler Claudio Pizarro, der von Werder Bremen zum deutschen Rekordmeister gewechselt war, hat sich bislang noch nicht öffentlich zum Streit zwischen seinem neuen Club und dem Fußballweltverband Fifa geäußert.

Die Südamerika-Meisterschaft der Nationalmannschaften war zu Wochenbeginn wegen einer Terrorwelle in Kolumbien auf Anfang 2002 verschoben worden, soll nun aber doch wie ursprünglich geplant vom 11. bis 29. Juli stattfinden. Man werde die Gewalt und die gewalttätige Minderheit besiegen, versprach Kolumbiens Staatschef Pastrana.

Rummenigge sieht Sicherheit nicht gewährleistet

"Wir stellen unsere zwei wichtigsten Spieler nicht ab", hatte Rummenigge in der "Bild"-Zeitung gepoltert und den Boykott mit der mangelnden Sicherheit im südamerikanischen Land begründet. "Es ist doch allgemein bekannt, dass in Kolumbien fast täglich Leute erschossen und entführt werden", gerierte sich der Beckenbauer-Stellvertreter als profunder Südamerika-Experte.

Antonio Lopes, technischer Koordinator der brasilianischen Nationalmannschaft, sagte zum Fall Elber: "Die Bayern müssen ihn freistellen. Es handelt sich um einen offiziellen Wettbewerb. Nach den Statuten der Fifa sind sie sogar dazu gezwungen." So sieht es auch Bayern-Pressechef Markus Hörwick: "Wenn die Fifa bestimmt, dass die beiden Spieler nach Südamerika müssen, können wir absolut nichts dagegen machen."



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