Copa America Fallrückzieher der Funktionäre

Wegen der Terrorwelle in Kolumbien sollte die diesjährige Copa America um ein halbes Jahr verschoben werden. Jetzt wurde die Entscheidung rückgängig gemacht. Das Turnier beginnt wie vorgesehen.


Claudio Pizarro soll für Peru beim Copa America antreten
AFP

Claudio Pizarro soll für Peru beim Copa America antreten

Buenos Aires - Die südamerikanische Kontinental-Meisterschaft, die Copa America, wird überraschend doch noch ab dem 11. Juli in Kolumbien stattfinden. Das gab der Präsident des südamerikanischen Fußballverbands (Conmebol), Nicolás Leoz, am Donnerstag in Buenos Aires bekannt. Das Turnier war erst fünf Tage zuvor wegen Bombenanschlägen und Entführung eines Fußball-Funktionärs im vorgesehenen Austragungsland Kolumbien von Juli auf Anfang 2002 verschoben worden.

Argentinien will nicht antreten


Nach der Conmebol-Entscheidung droht allerdings ein Konflikt mit Argentiniens Nationalverband AFA, dessen Vorsitzender Julio Grondona die Seriosität des Conmebol in Frage stellte. "Erst am Montag habe ich meinen Nationalcoach Bielsa und die Spieler in den Urlaub geschickt, und jetzt soll ich sie zurückrufen? Das ist nicht seriös", sagte er, ohne aber eine Absage Argentiniens zu bestätigen, mit der zuvor gedroht worden war.

Der Meinungsumschwung kam laut Medienberichten zustande, weil unter anderem der Verband von Brasilien (CBF), die brasilianische Sportmarketingfirma Traffic, die die Übertragungsrechte des Turniers hält, sowie die Regierung von Kolumbien starken Druck auf den Conmebol ausgeübt. "Wir sind stark daran interessiert, dass die Copa wie vorgesehen noch in diesem Monat stattfindet", so ein Traffic-Sprecher auf Anfrage in São Paulo.

Druck aus England


Wie aus Funktionärskreisen in Buenos Aires verlautete, steht Traffic unter Druck, weil eine englische TV-Anstalt mit einer Millionenklage im Falle einer Verschiebung des Turniers gedroht habe. Brasiliens Nationalteam braucht nach sehr schwachen Leistungen lieber heute denn morgen "echte Tests" und Erfolge, um die Kritik der Fans und der Medien zu dämpfen. Aus der Bundesliga sollen Bayern-Stürmer Giovane Elber, der Leverkusener Lucio (für Brasilien) sowie Bayern-Neuzugang Claudio Pizarro (Peru) an dem Turnier teilnehmen.



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