Copa America FC Bayern widersetzt sich der Fifa

Trotz der Anweisung des Fußball-Weltverbands wollen die Münchener ihre Nationalspieler Giovane Elber und Claudio Pizarro nicht für die in Kolumbien stattfindende Copa America freigeben.


Uli Hoeneß: "Völlig gesetzeskonform"
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Uli Hoeneß: "Völlig gesetzeskonform"

Rotenburg an der Wümme - Der FC Bayern München beruft sich darauf, dass nach der vorübergehenden Absage der Südamerika-Meisterschaft die in den Fifa-Regeln verankerte Anforderungsfrist von 14 Tagen für die Spieler nicht mehr eingehalten worden sei. Fußball-Clubs sind verpflichtet, Profis für Länderspiele abzustellen, wenn diese von den Nationalverbänden angefordert werden.

"Wir hatten offiziell ein Schreiben bekommen, dass alles abgesagt ist. Damit wurde ein Fakt geschaffen", erklärte Hoeneß. Der deutsche Rekordmeister verhalte sich "völlig gesetzeskonform" und befürchte auch "keine Strafen" durch die Fifa, die Vereine und Spieler sperren kann. Auch "moralisch", so Hoeneß, fühle man sich im Recht, weil in Kolumbien die Sicherheit der Spieler nicht gewährleistet sei.

"Das ist ein schwebendes Verfahren"

Weitere Kommentare zur Aufforderung der Fifa, die auf Intervention des peruanischen Verbandes FPF und der brasilianischen Konföderation CBF zu Stande gekommen war, wollte Hoeneß nicht abgeben. "Das ist ein schwebendes Verfahren."

Während der Peruaner Pizarro gerne auf die möglicherweise von der Fifa erzwungene Reise zur am Mittwoch beginnenden Copa verzichten würde, bedauert Elber, nicht an der ältesten internationalen Meisterschaft (seit 1916) teilnehmen zu können.

Elber bedauert das Hickhack

"Ich will nach Kolumbien", erklärte der 28-jährige Brasilianer am Dienstag, "wenn ich bei der Copa nicht dabei bin, wird es schwer, in der Nationalmannschaft wieder Fuß zu fassen." Brasilien und Peru bestreiten am Donnerstag in Cali ihre ersten Spiele bei der Copa.

Hoeneß äußerte zwar Verständnis für Elbers Argumentation, gab sich aber wegen der angeblich in Kolumbien drohenden Gefahren kompromisslos: "Wenn Giovane eine Kugel im Kopf hat, kann er bei der WM auch nicht mitmachen."



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