Copa-Auftakt Peru überrascht, Gastgeber enttäuscht

Zu Beginn des ältesten kontinentalen Fußball-Wettbewerbs der Welt musste der Gastgeber sich mit einem Unentschieden begnügen und wartet weiter auf seinen zweiten Copa-Sieg seit 40 Jahren. Ein vor dem Turnier hochgehandeltes Team dagegen musste sich einem Underdog geschlagen geben.


Hamburg - Im ersten Spiel der Copa América in Venezuela bezwang Außenseiter Peru gestern Abend in Mérida Geheimfavorit Uruguay 3:0 (1:0). Im Anschluß kam Gastgeber Venezuela in der zweiten Begegnung der Vorrunden-Gruppe A gegen Bolivien in San Cristóbal nur zu einem 2:2 (1:1).

Kapitän Pizzaro: Auftaktsieg als Überraschung
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Kapitän Pizzaro: Auftaktsieg als Überraschung

Beim Sieg Perus traf der Hamburger Paolo Guerrero zwei Minuten vor Abpfiff nach herrlichem Doppelpass mit Mendoza zum 3:0. Die ersten beiden Tore hatten Miguel Villalta (27.) und Juan Carlos Mariño (69.) erzielt. Über weite Strecken der Begegnung war Peru tonangebend und vergab viele weitere Gelegenheiten. Guerrero wurde sogar ein reguläres Tor wegen vermeintlichen Abseits aberkannt. "Wir wollen das ganze Turnier offensiv spielen", versprach Coach Julio César Uribe nach dem Abpfiff. Beim Sieger glänzte vor allem Spielmacher Jefferson Farfán vom PSV Eindhoven. Der frühere Bayern-Stürmer Claudio Pizarro dagegen blieb blass.

Nach Uruguay enttäuschte auch der Gastgeber im mit 40.000 Zuschauern ausverkauften Stadion "Publo Nuevo" in San Cristóbal. Die zweimalige Führung Venezuelas durch Giancarlo Maldonado (20.) und Ricardo Paez (56.) konnten Jaime Moreno (36.) und Juan Arce sieben Minuten vor Schluß egalisieren. Damit wartet Venezuela weiter auf einen Erfolg bei der Copa seit 1967. Damals bezwangen sie Bolivien mit 3:0.

Große Freude bereitete den venezolanischen Zuschauern dafür Diego Maradona. Der Argentinier führte den symbolischen Anstoß in San Cristóbal aus, lobte dann den international umstrittenen venezolanischen Staatspräsidenten Hugo Chávez in höchsten Tönen und erntete dafür viel Applaus. Maradona, dessen Gesundheit wegen Alkoholmissbrauchs angeschlagen ist, verfolgte das Spiel auf der Ehrentribüne neben Chávez sowie Boliviens Staatspräsident Evo Morales.

Die Gruppe B der Copa América wird von dem heute ins Turnier eingreifenden Titelverteidiger Brasilien, Mexiko, Chile und Ecuador gebildet. In der Gruppe C spielen Argentinien, die USA, Kolumbien und Paraguay. Die Copa América wird seit 1916 ausgetragen und ist damit das älteste Kontinentalturnier der Welt.

fs/dpa/AP



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