Profisport in der Pandemie Bayern erlaubt wieder bis zu 10.000 Zuschauer

Sportfunktionäre äußern immer lauter Kritik an den Coronamaßnahmen der Politik. Nun prescht Bayern vor: Hier dürfen künftig wieder Fans in die Stadien und Hallen der Profiligen.
Joshua Kimmich muss in München nicht mehr vor leeren Rängen spielen

Joshua Kimmich muss in München nicht mehr vor leeren Rängen spielen

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Andreas Schaad / AP

Ministerpräsident Markus Söder hatte bereits am Montag Lockerungen für den Sport in Bayern angekündigt. Nun ist ihm das Kabinett in München gefolgt, ab Donnerstag dürfen wieder Zuschauer und Zuschauerinnen in die Stadien und Hallen der Profiligen. Demnach ist eine Auslastung der Kapazitäten bis 25 Prozent möglich – allerdings bei einer gedeckelten Besucherzahl von höchstens 10.000. Das ist das Ergebnis der Kabinettssitzung. In den vergangenen Monaten waren in Bayern keine Fans in den Arenen erlaubt.

»Es ist nicht ganz fair, dass wir in Hamburg in der Elbphilharmonie 2000 Leute haben, und woanders geht das nicht«, hatte Söder am Montagabend in den ARD-»Tagesthemen« gesagt. Er kritisierte die unterschiedlichen Auslastungen in den Bundesländern, Bayern geht nun aber ebenfalls einen eigenen Weg. »Also wenn, muss das schon vernünftig gleich sein«, sagte Söder und legte mit seinem Bundesland vor.

Watzke lässt juristische Schritte klären

Bei der Bund-Länder-Konferenz am Montag waren keinerlei Veränderungen für Sportveranstaltungen beschlossen worden. Daraufhin hatte Hans-Joachim Watzke, Geschäftsführer von Fußballbundesligist Borussia Dortmund und Aufsichtsratsvorsitzender der Deutschen Fußball Liga (DFL), die Prüfung von juristischen Schritten angekündigt. Am 9. Februar soll erneut auf Bund-Länder-Ebene beraten werden, bis dahin soll die Zuschauerfrage einheitlich geklärt werden.

Die DFL will nur noch bis dahin Ruhe bewahren – dann könnte sie jedoch zu einem Konfrontationskurs übergehen. Es sei »weiterhin nicht nachvollziehbar, dass der Profisport aktuell an vielen Stellen objektiv schlechter gestellt ist als andere Lebensbereiche«, sagte DFL-Chefin Donata Hopfen: »Wir gehen davon aus, dass bis zum 9. Februar konkrete Lösungsansätze vorliegen – und sind gerne bereit, daran mitzuarbeiten.«

Der Manager des deutschen Volleyballmeisters Berlin Volleys, Kaweh Niroomand, äußerte sich ähnlich. Es werde gegenüber dem Sport eine gewisse Härte gezeigt, die gar nicht berechtigt sei. »Selbst mit 10.000 Zuschauern besteht auch auf den Anfahrtswegen keine Gefahr, weil wir mittlerweile genügend Instrumente wie Masken und Abstandsregeln haben und viele auch geimpft sind, sodass das Argument ins Leere läuft«, sagte der 69-Jährige.

Niroomand ist deshalb froh, dass Berlin einen eigenen Weg geht, bei dem bis zu 2000 Anwesende in Hallensportarten und bis zu 3000 Personen bei Freiluftveranstaltungen zugegen sein dürfen. »Bei uns in der Halle sind die Zuschauer geboostert und mit Maske sicherer, als wenn ich zum Einkaufen oder in die Apotheke gehe«, sagte Niroomand.

Handballer können bis 9. Februar abwarten

Die Handball-Bundesliga (HBL) befindet sich derzeit wegen der Europameisterschaft in einer Spielpause, die am 9. Februar endet. »Wir sehen eine große und den Sport insgesamt gefährdende Situation, die zudem eine Ungleichbehandlung gegenüber vielen anderen Bereichen darstellt«, sagte Geschäftsführer Frank Bohmann.

»Alle Sportligen haben bewiesen, dass sie äußerst verantwortlich und ohne irgendeine Gefährdung für Zuschauer ihre Veranstaltungen ausgerichtet haben«, sagte Bohmann. Durch die 2G- oder 2G-plus-Bedingungen »würden die zu schützenden vulnerablen Zielgruppen sich keiner Gefährdung aussetzen«.

krä/dpa/sid