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Nach Coronafall in der Nationalmannschaft Ungeimpfter Kimmich in Quarantäne

Wegen der Coronainfektion von Niklas Süle muss die Nationalmannschaft in den kommenden Länderspielen auf vier weitere Spieler verzichten. Neben Joshua Kimmich betrifft die Quarantäne zwei weitere Bayern-Profis.
Joshua Kimmich

Joshua Kimmich

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nordphoto GmbH / Bratic / IMAGO

Der Deutsche Fußball-Bund (DFB) hat den positiven Coronatest von Niklas Süle bestätigt. Der 26 Jahre alte Innenverteidiger befindet sich wie seine Münchner Teamkollegen Joshua Kimmich, Serge Gnabry und Jamal Musiala sowie Karim Adeyemi von Red Bull Salzburg in Quarantäne. Mittlerweile musste sich auch Eric-Maxim Choupo-Moting als weitere Kontaktperson aus dem Umfeld des FC Bayern in Quarantäne begeben.

Vier weitere Spieler müssen nach der Kontaktermittlung des Gesundheitsamts München Land das Quartier in Wolfsburg nicht verlassen, werden in den kommenden Tagen aber regelmäßig getestet. Dabei soll es sich um Manuel Neuer, Thomas Müller, Leon Goretzka und Leroy Sané handeln.

Laut DFB ist Süle doppelt geimpft und derzeit symptomfrei. Ob die in Quarantäne geschickten Kontaktpersonen einen Impfschutz haben, wollten DFB-Manager Oliver Bierhoff und Teamarzt Tim Meyer weder bestätigen noch dementieren. »Die Impfung ist ein Kriterium, genau wie die Intensität und Dauer der Kontakte«, sagte Meyer. Die Coronaverordnung in Bayern  legt allerdings den Verdacht nahe, dass Gnabry, Musiala und Adeyemi ungeimpft sind – oder bereits Symptome entwickelt haben. Bei Kimmich ist die fehlende Impfung bekannt, er sprach vor einigen Tagen von Skepsis bezüglich möglicher Langzeitwirkungen bei Coronaimpfungen.

Kimmichs Aussagen hatten für heftige Diskussionen um die Vorbildfunktion von Fußball-Nationalspielern in der Coronakrise gesorgt. »Die Zahl der Coronainfektionen ist zuletzt bundesweit wieder stark gestiegen. Deshalb setzen wir während der letzten Länderspielmaßnahme des Jahres die Hygiene- und Verhaltensregeln konsequent weiter um, um auch im aktuellen Infektionsgeschehen so verantwortungsvoll wie möglich zu handeln«, sagte Bierhoff in Wolfsburg.

Bei Süle war bereits vor einem Jahr ein positiver Coronatest festgestellt worden, der sich im Nachhinein allerdings als »falsch positiv« herausgestellt hatte. Gnabry war im April 2021 positiv getestet worden.

Erstes Training am Nachmittag

Die verbliebenen Nationalspieler werden gemeinsam mit Nationaltrainer Flick am Dienstagnachmittag (gegen 16 Uhr) ein erstes Mannschaftstraining absolvieren. Dann sollen auch die Nachnominierten Maximilian Arnold, Ridle Baku und Kevin Volland auf dem Rasen in Wolfsburg stehen. Die Vormittagseinheit war wegen des Coronawirbels abgesagt worden.

Die Nationalmannschaft bestreitet am Donnerstag (20.45 Uhr, Liveticker SPIEGEL.de; TV: RTL) ihr letztes Heimspiel in der WM-Qualifikation in Wolfsburg gegen Liechtenstein. Anschließend steht noch die Partie am Sonntag in Eriwan gegen Armenien an.

Inwiefern die Austragung dieser Partien gefährdet sein könnte, blieb zunächst offen. Zuletzt war es bei singulären Infektionen nicht mehr zu Spielabsagen im Profifußball gekommen. Die WM-Qualifikation hat die Nationalmannschaft bereits geschafft.

Hofmann war der erste Coronafall beim DFB

Der aktuelle Coronafall ist nicht der erste im Kreise der Nationalmannschaft. Im März musste der Mönchengladbacher Jonas Hofmann vor dem Start in die WM-Qualifikation aus dem DFB-Quartier abreisen. Auch der Leipziger Marcel Halstenberg durfte als Kontaktperson nicht bleiben. Zuvor hatte es im November 2020 Wirbel um mehrere Coronafälle im Team des damaligen Gegners Ukraine gegeben. Bis kurz vor dem Anpfiff stand damals eine Absage der Nations-League-Partie (3:1) in Leipzig im Raum.

Mehrere Nationalspieler haben sich seit Ausbruch der Pandemie auch bei ihren Klubs angesteckt. Eindrücklich hatte sich im Vorjahr İlkay Gündoğan von Manchester City über seine Leidenszeit nach seiner Infektion geäußert und vor einem zu laschen Umgang gewarnt.

krä/sid/dpa