Cottbus - BVB 1-4 Dortmund gnadenlos

Borussia Dortmund startet in der Bundesliga durch. Durch den 4:1-Sieg bei Aufsteiger Energie Cottbus spielte sich die Mannschaft von Matthias Sammer bis zum Samstagnachmittag an die Tabellenspitze.


Energie-Trainer Geyer: Schon sieben Gegentore
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Energie-Trainer Geyer: Schon sieben Gegentore

Cottbus - Nach dem Abpfiff schüttelte Vasile Miriuta nur noch mit dem Kopf. "Sieben Tore in zwei Spielen sind einfach zuviel", sagte der Mann, der im Freitagsspiel gegen Borussia Dortmund den Cottbuser Ehrentreffer per Foulelfmeter erzielen konnte. Nach dem 1:3 in Bremen zum Auftakt hat der "hausbacken" (Trainer Geyer) agierende Aufsteiger aus Brandenburg mit 1:4 am zweiten Spieltag bereits die zweite Saisonniederlage in der Fußball-Bundesliga einstecken müssen.

Mit seinem ersten Bundesliga-Tor läutete der starke Evanilson (9.) den Torreigen ein, den Miroslav Stevic (59.) und Heiko Herrlich mit seinen Saisontreffern zwei und drei (64./81.) nach der Pause fortsetzten. Zwischenzeitlich hatte Miriuta einen von Dede an Einwechselspieler Helbig verschuldeten Foulelfmeter verwandelt (68.).

Bereits eine Stunde vor Spielbeginn war das mit 20.500 Zuschauern ausverkaufte und ganz in die rote Cottbuser Vereinsfarbe gehüllte Stadion der Freundschaft proppevoll. Die anfangs lautstarke Stimmung wich nach neun Minuten blankem Entsetzen. Der erst am Vorabend vom Länderspiel-Einsatz in Chile zurückgekehrte Evanilson setzte sich locker gegen zwei Cottbuser durch und überwand Keeper Tomislav Piplica mit einem strammen Schuss in den Winkel. Im Gegenzug vergab Antun Labak eine hochkarätige Chance zum Ausgleich, als er frei vor Torhüter Jens Lehmann den Ball überhastet über das Tor hob.

"Wir haben das Spiel hier gut vorbereitet", wusste Dortmunds Trainer Matthias Sammer anschließend zu berichten. Und seine Mannschaft schien zu jedem Zeitpunkt der Partie auch in der Lage, die Vorgaben ihres Coaches umzusetzen. Nicht nur spielerisch war die Borussia die bessere Mannschaft, sondern überraschend auch in punkto Zweikampfstärke, der eigentlichen Cottbuser Tugend, überlegen. Die Angriffe der Gastgeber waren zu durchsichtig vorgetragen, hinzu kamen etliche Unachtsamkeiten im Defensivverhalten.

Die zweite Halbzeit verlief nach nahezu dem gleichen Schema. Der BVB hatte Cottbus sicher im Griff und nutzte die sich bietenden Freiräume. So wurden Stevic und Herrlich bei ihren Treffern nicht oder viel zu spät angegriffen. Erst mit den Einwechslungen von Helbig und Franklin kam der Schwung ins Cottbuser Spiel, den man sich von Beginn an erwartet hatte. Doch zu mehr als dem Elfmetertor reichte es für den Aufsteiger nicht, der jetzt das Tabellenende der Liga ziert.

Am anderen Ende des Klassements findet sich für viele überraschend der BVB wieder, doch grenzenlose Euphorie will darob nicht aufkommen. "Wir brauchen jetzt noch 34 Punkte", erklärte ein verschwitzter Jürgen Kohler. Der Manndecker erinnerte sich augenscheinlich an den Dienstbeginn eines Vorgängers von Matthias Sammer auf der Dortmunder Trainerbank. Unter Michael Skibbe hatte die Mannschaft damals ebenfalls einen guten Saisonstart hingelegt, danach schoss der BVB im Eiltempo in den Keller und wäre zum Ende der letzten Spielzeit um ein Haar abgestiegen.



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