Cottbus - Kaiserslautern Auswärtsstarke Pfälzer

Energie Cottbus ist nach dem Auswärtstriumph in Leverkusen gegen Kaiserslautern schon wieder auf den Boden der Tatsachen geholt worden.


Flugeinlage: Miroslav Klose (l.) versucht hier vergeblich die Preisrichter zu beeindrucken
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Flugeinlage: Miroslav Klose (l.) versucht hier vergeblich die Preisrichter zu beeindrucken

Cottbus - Mario Basler wittert seine große Chance zum Comeback auf der großen internationalen Fußball-Bühne. "Wenn jetzt noch alle Verletzten zurückkommen, sind wir für einen der ersten vier Plätze gut", tönte der 32 Jahre alte Ex-Nationalspieler des 1. FC Kaiserslautern nach dem 2:0 (0:0) beim Bundesliga-Aufsteiger Energie Cottbus und schielt nach dem sechsten Auswärtssieg der Saison nach der Champions League.

Basler war der Mann des Tages im Stadion der Freundschaft. Dort brillierte der Mittelfeldspieler auf der Libero-Position, war ungewohnt zweikampfstark und leitete zudem mit seinem eiskalt verwandelten Foulelfmeter (52.) ein, was Marian Christow mit einem Distanzschuss perfekt machte (64.). Dennoch gab er sich ungewohnt bescheiden: "Ich denke, ich habe ganz gut gespielt. Wenn der Trainer auch der Meinung ist, dann haben wir vielleicht das Libero-Problem gelöst."

Warten auf Rudi Völler


Zurückhaltend gegenüber dem Trainer, verspürte der Exzentiker nach seinem exzellenten Auftritt gegenüber seinen Kritikern Genugtuung. "Ich wurde in der Winterpause schon als Auslaufmodell abgestempelt. Jetzt habe ich allen gezeigt, dass ich keins bin." Beim Thema Nationalmannschaft wurde Basler wieder leiser. "Das liegt nicht in meiner Macht, sondern in der von Rudi Völler."

Einen Spaß konnte sich der Linksfuß dennoch nicht verkneifen. "Völler müsste sich eben auch einmal ein Spiel von uns anschauen. Der letzte Bundestrainer, der ein Spiel auf dem Betzenberg gesehen hat, war Sepp Herberger." Neben Werbung in eigener Sache machte sich Basler auch für einen Kollegen stark: "Es geht nicht nur um mich. Wir haben ja auch einen sehr guten Torwart in Georg Koch."

In der Tat hatte Koch in Cottbus einmal mehr als sicherer Rückhalt überzeugt und blickte anschließend ähnlich optimistisch in die Zukunft wie Kollege Basler. "Wir haben jetzt mit 40 Punkten den Klassenerhalt geschafft. Jetzt geht es darum, den Uefa-Cup-Platz zu sichern. Was danach kommt, werden wir sehen", sagte der 29 Jahre alte Schlussmann. Mit einem Wermutstropfen reisen die glücklichen Lauterer dennoch in die Pfalz zurück, denn Miroslav Klose sah nach einer Tätlichkeit an Faruk Hujdurovic (85.) die Rote Karte.

"Geil auf die Bayern"


Mit solch geringen Sorgen würde sich Eduard Geyer gerne beschäftigen. Nach der sechsten Heimpleite wieder auf einen Abstiegsrang abgerutscht, haderte der Aufstiegstrainer mit seinen Spielern. `Die meisten standen doch heute neben ihren Schuhen. Einige haben nicht begriffen, dass es auch nach dem 3:1 bei Bayer Leverkusen wieder bei Null losgeht", meinte Geyer frustriert.

"Von Spiel zu Spiel wird es jetzt ungleich schwerer", blickte Geyer in die nächsten Wochen, zumal jetzt die Reise zu Meister Bayern München ansteht. Für Mittelfeldspieler Ronny Thielemann kein Problem: "Zu den Bayern - das ist immer gut, weil man von vornherein als Verlierer feststeht."

Von Michael Kölmel, sid

Energie Cottbus - 1. FC Kaiserslautern 0:2 (0:0)
Cottbus: Piplica - Sebök - Beeck, Hujdurovic - Latoundji, Thielemann (86. Matyus), Akrapovic (72. Rödlund), Kobylanski - Miriuta - Micevski (54. Franklin), Labak
Kaiserslautern: Georg Koch - Basler - Ramzy, Klos - Buck (77. Reich), Ratinho, Bjelica, Christow, Strasser - Lokvenc, Klose
Schiedsrichter: Dr. Fleischer (Ulm)
Tore: 0:1 Basler (52., Foulelfmeter), 0:2 Christow (64.)
Zuschauer: 18.246
Rote Karte: Klose nach einer Tätlichkeit (85.)
Gelbe Karten: Hujdurovic (5), Miriuta (2) - Ramzy (5)



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