Steuerhinterziehung Ronaldo akzeptiert Bewährungsstrafe - und muss knapp 19 Millionen Euro zahlen

Cristiano Ronaldo ist wegen Steuerhinterziehung zu einer Bewährungsstrafe und einer Millionenzahlung verurteilt worden. Der Juve-Star hat das Urteil akzeptiert. Kritik gibt es von einem Steuerexperten.
Cristiano Ronaldo

Cristiano Ronaldo

Foto: PIERRE-PHILIPPE MARCOU/ AFP

Der portugiesische Fußballstar Cristiano Ronaldo hat eine zweijährige Bewährungsstrafe wegen Steuerhinterziehung akzeptiert. Der Angreifer von Juventus muss zudem 18,8 Millionen Euro zahlen. Der Deal war bereits im Vorfeld der Gerichtsverhandlung am Dienstag ausgearbeitet worden - der Termin galt als Formsache.

Ronaldo wird vorgeworfen, in seiner Zeit bei Real Madrid Einnahmen aus Bild- und Werberechten über ein ausgedehntes Firmennetzwerk mit Sitzen unter anderem auf den British Virgin Islands und in Irland an der Steuer vorbeigeschleust zu haben. Den Fall hatte der SPIEGEL gemeinsam mit dem Recherchenetzwerk European Investigative Collaborations (EIC) im Rahmen der Football-Leaks-Veröffentlichungsserie öffentlich gemacht. 2017 hatte die Staatsanwaltschaft Anklage gegen den Fußballer erhoben.

An dem Steuerdeal für Ronaldo gibt es Kritik: Der Präsident des Verbandes der Steuerexperten des spanischen Finanzministeriums, Carlos Cruzado, sagte dem SPIEGEL, dass er angesichts der Vereinbarung, die Ronaldos Anwälte mit den Behörden getroffen haben sollen, nachvollziehen könne, dass "Bürger das Gefühl haben, dass solche Vergehen nicht ausreichend bestraft werden".

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Nach Cruzados Schätzung wird durch die Vereinbarung die hinterzogene Summe von 14,7 Millionen Euro auf 5,7 Millionen heruntergerechnet, für Cruzado ein Beispiel, "welche exzessiven Vorteile das Strafrecht in solchen Fällen einräumt" - zugunsten der Täter. An sich, so moniert Cruzado, hätte Ronaldo eine Strafe von mindestens sieben Jahren Haft und eine Strafzahlung von mehr als 28 Millionen Euro erwarten können.

bka/Reuters