Football Leaks Cristiano Ronaldo löst Offshore-Trust auf

Wie der SPIEGEL in seiner aktuellen Ausgabe berichtet, nutzte Cristiano Ronaldo seit 2015 weitere Steueroasen. Eine davon löste er nun umgehend auf, nachdem der SPIEGEL dazu Fragen stellte.
Cristiano Ronaldo

Cristiano Ronaldo

Foto: SUSANA VERA/ REUTERS

Seit 2015 ließ Cristiano Ronaldo seine Anteile an Hotels über ein kompliziertes Steueroasen-System verwalten. Wie der SPIEGEL und seine Recherchepartner vom EIC enthüllen, hielt eine Luxemburger Holding namens "CRS Holding" Ronaldos Anteile an Hotels, eine Muttergesellschaft namens "CRS Holding Trust" mit Sitz auf der kleinen Kanalinsel Jersey verwaltete das Ganze. Was überall fehlte: der Name Cristiano Ronaldo.

In keinem öffentlichen Register war der Superstar als Verantwortlicher dieses Konstrukts verzeichnet. Stattdessen führten laut den Eintragungen im Handelsregister Strohmänner mit dem passenden Namen "Privat Trustees" die Konstruktion. Neue Dokumente von Football Leaks enthüllten nun, dass Cristiano Ronaldo der "einzige wirtschaftlich Berechtigte" hinter diesem Konstrukt war.

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Nachdem der SPIEGEL und das EIC am vergangenen Montag Ronaldo und seinem Management Fragen zu seinen Steueroasen-Firmen und zur Versteuerung der dortigen Gelder zuschickten, blieben die Antworten zunächst aus. Statt das Luxemburg-Jersey-Modell zu erklären, veränderte es die Ronaldo-Seite lieber zügig. Keine 24 Stunden nach Erhalt der Recherchefragen, das geht aus einem neuen Eintrag im Luxemburger Handelsregister hervor, traten die Strohmänner der Firma "Privat Trustees" von dem Konstrukt zurück und übertrugen Cristiano Ronaldo ihre Anteile an seiner Luxemburger Holding im Wert von 16 Millionen Euro.

Gestern schickten die Anwälte von Ronaldo El Mundo und Expresso, den spanischen und portugiesischen EIC-Partnern, ein dünnes Statement zu. Demnach sei die Luxemburger Firma den Steuerbehörden vollständig bekannt und die Einkünfte auch versteuert. Über die Muttergesellschaft auf Jersey verloren sie in ihrer Mitteilung kein Wort, legten der Mail aber ein zusätzliches Dokument bei, aus dem hervorgeht, dass der Jersey-Trust ebenfalls einen Tag nach den Rechercheanfragen geschlossen wurde. Unter dem Dokument findet sich Cristiano Ronaldos Unterschrift, die der Strohmänner - dem zweiten Vertragspartner - fehlt allerdings. Wofür Ronaldo diesen Trust in der Steueroase nun eigentlich genau benötigte, wird auch durch die Auflösung nicht klarer.

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Gegen Ronaldo läuft in Spanien aktuell ein Ermittlungsverfahren, nachdem der SPIEGEL und das EIC im Dezember 2016 enthüllten, dass er seine Bildrechteeinnahmen über zahlreiche Offshore-Firmen schleuste und auf Einkünfte von rund 150 Millionen Euro lediglich 6 Millionen Euro Steuern gezahlt hat (hier lesen Sie mehr zu Ronaldos komplizierter Steuerakte). Die Staatsanwaltschaft wirft Ronaldo nun vor, er habe über dieses Steueroasen-Konstrukt "wissentlich und willentlich" rund 15 Millionen Euro Steuern hinterzogen, was Ronaldo bestreitet. Die Richter werden in den kommenden Wochen entscheiden, ob sie einen Prozess gegen Ronaldo eröffnen. Laut spanischen Experten droht ihm eine Gefängnisstrafe von mindestens sieben Jahren.