Verdacht auf Steuerhinterziehung Staatsanwaltschaft erhebt Anklage gegen Ronaldo

Der Weltfußballer Cristiano Ronaldo muss sich wohl bald vor Gericht verantworten. Die Madrider Staatsanwaltschaft wirft dem Portugiesen vor, er habe 14,7 Millionen Euro Steuern bewusst hinterzogen und seine Werbeeinnahmen versteckt.
Cristiano Ronaldo

Cristiano Ronaldo

Foto: Nick Potts/ dpa

Cristiano Ronaldo soll in den Jahren 2011 bis 2014 Steuern in Höhe von fast 15 Millionen Euro hinterzogen haben. Das wirft ihm die Abteilung für Wirtschaftsverbrechen der Staatsanwaltschaft Madrid vor, die damit der Einschätzung des spanischen Finanzamts folgt. Die Strafbehörden haben Anklage gegen den Champions-League-Sieger und amtierenden Europameister erhoben, erklärte die Anklagebehörde in Madrid. Der SPIEGEL und Partnerredaktionen des EIC-Recherchenetzwerks hatten in der Football-Leaks-Reihe Ronaldos Steuertricks offengelegt.

Die Vorwürfe gegen Ronaldo wiegen schwer. Er soll seine steuerlichen Pflichten "freiwillig" und "bewusst" verletzt haben, heißt es in der Anklage. Das Firmengeflecht, das Ronaldos Gelder in Irland und dem Steuerparadies British Virgin Islands verwaltet, habe laut Staatsanwaltschaft nur dem Zweck gedient, seine Werbeeinkünfte vor dem Finanzamt zu verstecken.

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Die von der Staatsanwaltschaft angegebene Gesamtsumme in Höhe von 14,7 Millionen Euro schlüsselt sich wie folgt auf: 2011 soll Ronaldo 1,3 Millionen Euro hinterzogen haben, das erhöhte sich in den Folgejahren auf 1,6 Millionen Euro bzw. 3,2 Millionen Euro. 2014 soll die Summe dann schon auf 8,5 Millionen Euro angestiegen sein.

Die Gesamtsumme ist fast viermal so hoch wie die hinterzogene Steuersumme von Lionel Messi. Ronaldos Dauerrivale vom FC Barcelona war zu einer 21-monatigen Haftstrafe auf Bewährung verurteilt worden. Ein Sprecher Ronaldos betonte, der Spieler habe zwar nicht alle Steuern bezahlt, aber er habe niemals die Absicht gehabt, zu betrügen. "Ich bin kein Heiliger, aber ich bin auch nicht der Teufel", hatte Ronaldo zu den Vorwürfen gesagt. Nun wird ein Gericht darüber befinden müssen, wie seine Steuervermeidungsstrategien zu bewerten sind.

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