Kein Strafverfahren gegen Ronaldo Anwalt sieht keinen Einfluss auf Zivilklage

Die Staatsanwaltschaft wird die Vergewaltigungsvorwürfe gegen Cristiano Ronaldo nicht strafrechtlich verfolgen. Abgeschlossen sei der Fall damit aber nicht, sagte der Anwalt des mutmaßlichen Opfers dem SPIEGEL.

Für Cristiano Ronaldo geht es nicht mehr um Gefängnis- oder Bewährungsstrafen.
Martin Meissner / AP

Für Cristiano Ronaldo geht es nicht mehr um Gefängnis- oder Bewährungsstrafen.


Nach dem Beschluss der Staatsanwaltschaft in Las Vegas, von einem Strafprozess gegen Cristiano Ronaldo wegen des Vorwurfs der Vergewaltigung abzusehen, ist der Fall für den Fußballstar nicht erledigt. Das sagte Leslie Mark Stovall, der Anwalt des mutmaßlichen Opfers Kathryn Mayorga.

Er bezieht sich auf die Zivilklage, die Mayorga vor dem United States District Court in Nevada eingereicht hatte. Hierin geht es unter anderem um eine außergerichtliche Einigung, die sie 2010 mit Ronaldo geschlossen hatte. "Das Ergebnis der Zivilklage bleibt unbeeinflusst von der Entscheidung der Bezirksstaatsanwaltschaft, Cristiano Ronaldo nicht strafrechtlich anzuklagen", sagte Stovall dem SPIEGEL.

Weiter erklärte der Jurist: "Die rechtlichen Grundsätze und die Grundlagen der Beweisführung unterscheiden sich bei einem Strafprozess und einem Zivilprozess." Es seien "getrennte Gerichtsverfahren", die "gleiche Fakten haben können, aber nicht voneinander abhängen".

Die Bezirksstaatsanwaltschaft von Clark County hatte erklärt, die Anschuldigungen gegen Ronaldo könnten nicht mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit ("beyond reasonable doubt") bewiesen werden. Das strafrechtliche Verfahren werde daher nicht eröffnet. Im Zivilprozess gilt ein anderes Prinzip: "preponderance of evidence" - Ronaldos Schuld muss wahrscheinlicher sein als seine Unschuld.

Zum Hintergrund: Mayorga und Ronaldo hatten sich im Juni 2009 auf einer Party in einem Nachtklub in Las Vegas getroffen. In seinem Hotelzimmer kam es zum Geschlechtsverkehr. Das ist soweit von beiden unbestritten. Mayorga sagt, Ronaldo habe sie vergewaltigt - der Fußballer sagt, es sei einvernehmlicher Sex gewesen. 2018 hatte sie die Vorwürfe im SPIEGEL öffentlich gemacht.

tip/win



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