Urteil gekippt Darmstadt hebt Sperrzone für Frankfurt-Fans auf

Die Proteste haben Wirkung gezeigt: Fans aus Frankfurt dürfen sich rund um das Derby am Wochenende nun doch in Darmstadt aufhalten. Ein Gericht hat verschiedenen Eilanträgen stattgegeben.

Fankrawalle beim Hessen-Derby in der Hinrunde
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Fankrawalle beim Hessen-Derby in der Hinrunde


Das Verwaltungsgericht hat das Stadtverbot in Darmstadt für die Fans von Eintracht Frankfurt aufgehoben. Die dritte Kammer des Gerichts erachtete fünf der sechs eingereichten Eilanträge gegen die Verfügung "für zulässig und in der Sache begründet". Das gab das Gericht bekannt.

Die Stadt Darmstadt hatte mit Blick auf das brisante Hessen-Derby zwischen den Lilien und Frankfurt am Samstag (15.30 Uhr, High-Liveticker SPIEGEL ONLINE) zu Beginn der Woche ein 36-stündiges Aufenthaltsverbot für Eintracht-Fans erlassen. Einen Eilantrag gegen diese Allgemeinverfügung hatte unter anderem auch der Eintracht-Fanklubverband gestellt. Das bestätigte dessen Anwältin Waltraut Verleih. Es sei ein Eingriff ins Grundrecht, "die Verfügung ist unverhältnismäßig", kritisierte Verleih.

Etliche Juristen hatten schon zuvor betont, dass das Aufenthaltsverbot nicht rechtens sei und gekippt werden könne. Das größte Problem der von der Stadt Darmstadt erlassenen Allgemeinverfügung sei der Kreis der Adressaten. "Der ist völlig unbestimmt. Und das geht so nicht", sagte Eintracht-Vizepräsident und Anwalt Stefan Minden der "Frankfurter Rundschau".

Minden verurteilte, dass "massiv in ein Freiheitsrecht von Bürgern" eingegriffen werde. "Wenn der Staat das macht, muss er die Verhältnismäßigkeiten wahren. Und das war beim Stadtverbot ganz offensichtlich nicht der Fall", sagte Minden weiter.

Das Aufenthaltsverbot sollte vom 29. April (19 Uhr) bis zum 1. Mai (7 Uhr) gelten. Für die Anhänger der Frankfurter gilt auch ein Stadionverbot, das allerdings unwiderruflich ist.

aev/sid



insgesamt 15 Beiträge
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Seite 1
lenaddorf 28.04.2016
1.
In Düsseldorf konnten sie sich letztens nicht benehmen. Aggressive Randale im HBF. Das Gleis war eine Stunde gesperrt, weil sie nicht gesittet in ihren Sonderzug (!) einsteigen konnten. Warum die überhaupt noch in andere Städte dürfen, mir ein Rätsel!
Stäffelesrutscher 28.04.2016
2.
Zitat von lenaddorfIn Düsseldorf konnten sie sich letztens nicht benehmen. Aggressive Randale im HBF. Das Gleis war eine Stunde gesperrt, weil sie nicht gesittet in ihren Sonderzug (!) einsteigen konnten. Warum die überhaupt noch in andere Städte dürfen, mir ein Rätsel!
Wenn sich die Verfügungen gegen genau die gerichtet hätte, die dabei als Täter namentlich ermittelt wurden, dann hätten die Gerichte das Stadtverbot sicherlich bestätigt. Aber da die Stadt Darmstadt gesagt hat »Wer die Eintracht sympathischer findet als 98, hat in Darmstadt am Wochenende nix verloren«, ist etwas anderes. Stellen Sie sich mal vor, alle Bayern-Anhänger oder Werder-Fans bekämen Stadtverbot in Hamburg - da müsste eine halbe Million Hamburger ins Exil!
sge-f 28.04.2016
3. @#1
Nur dumm das eine Sondereinheit sich vorher an den Frankfurtern austoben musste! Wer keine Ahnung hat und nur Bild liest sollte sich besser bedeckt halten!
fanasy 28.04.2016
4. die meisten SGE-Fans
sind normal und werden gar nicht nach Darmstadt fahren, da sie nicht ins Stadion dürfen. Die Krawallmacher fahren und werden für Chaos sorgen. ich wünscht den Polizisten alles Gute, viel Erfolg und gutes Händchen bei allen Maßnahmen. Mir kommt das Kippen der Verfügung irgendwie wie ein Freibrief für Hooligans vor. Danke, liebe SGE-Verantwortliche
radioactiveman80 28.04.2016
5. Ich finde es falsch...
...das man ALLEN anhängern der SGE den Stadiobesuch verbietet. Dass die Gästeblöcke leer (und damit organisierte Störer draussen) bleiben, leuchtet nach dem Hinspiel ja ein. Aber man kann doch nicht ernsthaft einem einzelnen Fan, der eine Karte für einen neutralen Block hat, aus dem Stadion werfen nur weil er im Eintracht-Schal dort aufkreuzt? Wie will man das überhaupt kontrollieren?
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