Davor Suker Last Exit München

Für den kroatischen Nationalspieler Davor Suker ist der Wechsel zum Fußball-Bundesligisten TSV 1860 München die letzte Möglichkeit, sich für die WM 2002 zu empfehlen.


Davor Suker: "Will nicht abkassieren"
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Davor Suker: "Will nicht abkassieren"

München - "Nur wenn man im Verein Leistung bringt, gibt es auch eine Chance, in der Nationalmannschaft zu spielen", sagte der 33-jährige Stürmer am Freitag bei seinem ersten Presseauftritt für die "Löwen". Er hoffe, möglichst viele Tore schießen und sich damit für die WM empfehlen zu können. Suker hatte am Donnerstag einen Vertrag bis zum 30. Juni 2002 bei 1860 unterschrieben und wird sein Bundesligadebüt voraussichtlich am 1. Dezember im Heimspiel gegen Energie Cottbus feiern.

Seit dem Auslaufen seines Kontraktes beim englischen Premier-League-Club West Ham United vor fünf Monaten war Suker arbeitslos. Neben Angeboten aus Korea und Japan hatte sich angeblich auch 1860 Münchens Ligakonkurrent Hamburger SV für den WM-Torschützenkönig von 1998 interessiert. "In der Bundesliga zu spielen, war schon lange mein Traum", sagte Suker, der schon bei Real Madrid und Arsenal London unter Vertrag stand und für die kroatische Nationalelf in 64 Länderspielen 44 Tore erzielt hat.

Zu alt und zu wenig Spielpraxis?


Kontakte hatte es auch zum 1. FC Nürnberg gegeben. Für "Club"-Trainer Klaus Augenthaler war eine Verpflichtung Sukers aber wegen dessen Alters und der fehlenden Spielpraxis nicht in Frage gekommen.

"Löwen"-Coach Peter Pacult ist das Alter seines neuen Stürmers egal. "Thomas Häßler war auch über 30, als er zu uns kam, und spielt hervorragend." Suker selbst gibt allerdings zu: "Derzeit bringe ich auf keinen Fall hundert Prozent. Aber ich werde alles daran setzen, dass es bald wieder so ist."

Nase für Tore


Pacult schätzt an seinem Neuzugang vor allem dessen Torgefährlichkeit. "Davors Stärken liegen eindeutig im Strafraum. Er hat die Nase für Tore." Davon, dass Suker nur eine Verlegenheitslösung im Münchner Sturm sei, wo Paul Agostino, Martin Max und Daniel Borimirow derzeit nicht überzeugen können, wollte der 42-jährige Trainer nichts hören. "Wenn man einen Davor Suker holt, ist das doch kein Notnagel", sagte Pacult.

Vorwürfen, er wolle in München vor seinem Karriereende womöglich nur noch einmal kräftig abkassieren, begegnet Suker mit dem Argument, sein Vertrag sei leistungsbezogen. "Daran sieht man doch schon, dass ich nicht abkassieren will. Um zu verdienen, muss ich auch spielen", sagte Suker, der in München angeblich eine Million Mark Gehalt erhält.



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