Kuntz-Debüt als türkischer Nationaltrainer »Der deutsche Impfstoff hat nicht gewirkt«

Stefan Kuntz soll als neuer Nationaltrainer die Türkei doch noch zur WM 2022 in Katar führen. Aber sein erstes Spiel verlief nicht wie erhofft – gegen Norwegen gab es ein 1:1. Die türkischen Medien zeigen sich enttäuscht.
Stefan Kuntz bei seinem Debüt in Istanbul

Stefan Kuntz bei seinem Debüt in Istanbul

Foto: MURAD SEZER / REUTERS

Die türkischen Medien hatten sich mehr erhofft: Nach dem Unentschieden zum Einstand von Stefan Kuntz als Trainer der Fußball-Nationalmannschaft reagierten sie vorwiegend mit Enttäuschung. »Der deutsche Impfstoff hat nicht gewirkt«, schrieb Fanatik nach dem 1:1 (1:1) gegen Norwegen in der WM-Qualifikation. Hürriyet meinte: »Wir haben eine tolle Gelegenheit verpasst.« Für Aksam Spor sind bereits alle WM-Träume »geplatzt«.

Kuntz, der mit der deutschen U21-Nationalmannschaft zweimal Europameister geworden war, hatte die türkische Auswahl vor knapp drei Wochen übernommen. Auch er zeigte sich nach der Partie enttäuscht. »Wir hätten unseren türkischen Fans und allen anderen auch gerne einen Sieg geschenkt, um diese Pflanze der Hoffnung ein bisschen schneller wachsen zu lassen. Die ist jetzt noch ein bisschen klein«, sagte er.

Er sei aber trotzdem auch zufrieden mit dem Auftritt seiner Mannschaft, denn die habe »aus meiner Sicht alles gegeben«. Genau das habe er vor dem Spiel von dem Team verlangt, mit dem Herzen dabei zu sein.

Mit zwölf Punkten liegt die Türkei in der Qualifikationsgruppe G hinter den Niederlanden (16) und Norwegen (14) nur auf dem dritten Platz. Kerem Aktürkoğlu (6. Minute) hatte die Türkei früh in Führung gebracht, doch die Skandinavier, die ohne den Dortmunder Stürmerstar Erling Haaland auskommen mussten, glichen durch Kristian Thorstvedt (41.) aus.

Das nächste Spiel für Kuntz und die Türkei steht am Montag (20.45 Uhr) in Lettland an. Zudem warten im November noch Partien gegen Gibraltar und Montenegro. Die Türkei muss dabei auf mindestens einen Ausrutscher von Norwegen hoffen, um als Gruppenzweiter noch die Playoffs um die Qualifikation für das Turnier im Herbst 2022 in Katar zu erreichen. Kuntz sagte, dass es nun wichtig sei, in den nächsten Spielen neun Punkte zu holen. Wenn die Tür für die Qualifikation noch mal aufgehe, müsse man bereitstehen.

mfu/sid/dpa
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