Déjà-vu in der Serie A Materazzi wieder Kopfstoß-Opfer

Er kannte das schon aus dem WM-Finale 2006: Damals wurde Marco Materazzi von Zinedine Zidane mit einem Kopfstoß niedergestreckt. Nun widerfuhr dies dem Verteidiger auch in einem Spiel der Serie A. Anschließend war er sich erneut keiner Schuld bewusst.


Mailand - Im Spiel seines Clubs Inter Mailand bei Sampdoria Genua wurde Materazzi von Gennaro Delvecchio mit einem Kopfstoß in die Horizontale befördert. Vorausgegangen war eine Attacke Delvecchios gegen Inter-Torhüter Julio Cesar. Materazzi, der hinzueilte, erklärte anschließend, er habe lediglich zu dem Gästespieler gesagt, er solle das sein lassen. "Ich würde es zugeben, wenn es mein Fehler gewesen wäre. Aber ich habe nichts Falsches getan", beteuerte der 32-jährige Inter-Profi gegenüber Journalisten.

Delvecchio, der nach der Aktion bereits in der siebten Minute vom Platz gestellt wurde, erzählte dagegen eine andere Version des Vorfalls. "Er hat mich provoziert", sagte der Mittelfeldspieler und fügte an: "Ich entschuldige mich bei allen Italienern. Aber wenn Materazzi eine andere Wortwahl gehabt hätte, hätte ich nicht so reagiert." Was Materazzi genau gesagt haben soll, blieb wie bei dem Kopfstoß von Zidane im WM-Finale vor rund sieben Monaten in Berlin unklar. Die Zeitung "Gazzetta dello Sport" will erfahren haben, dass Materazzi Delvecchio beschimpfte. Allerdings soll er sich dieses Mal im Gegensatz zum Zidane-Ausraster nicht abfällig über Familienmitglieder geäußert haben.

Die Turniner Zeitung "La Stampa" bezeichnete Materazzi in der heutigen Ausgabe als "König der Provokateure" und fuhr fort: "Der Kopfstoß von Zidane hat Materazzi in Italien zu einem Märtyrer gemacht. Durch den Fehler von Delvecchio wird er wohl heilig gesprochen." Fest steht jedenfalls, dass die Mailänder die Überzahl zu nutzen wussten. Zlatan Ibrahimovic (38.) und Maicon (75.) schossen die Treffer zum 14. Inter-Sieg in Folge. "Was das Spiel betrifft, sind wir glücklich mit dem Sieg. Wir hoffen, dass wir unsere Serie ausbauen können", erklärte Materazzi.

Inter führt mit elf Punkten Vorsprung die Tabelle vor dem AS Rom an, der sich auch ohne den gesperrten Kapitän Francesco Totti 1:0 gegen den AC Siena durchsetzte. Inters Stadtrivale AC Mailand kam gegen den FC Parma zu einem 1:0-Erfolg und ist nun seit zehn Spielen ungeschlagen.

mt/sid



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