Fußball-Bundesliga Köln muss in die zweite Liga

Hertha BSC hat das Fernduell gegen Köln gewonnen: Die Berliner feierten einen Sieg über 1899 Hoffenheim und retteten sich in die Relegation. Der FC ist nach einer Niederlage gegen Bayern München abgestiegen. Nach dem Schlusspfiff brach in Köln Chaos aus.

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Hamburg - Der 5. Mai 2012 ist ein trauriger Tag für den 1. FC Köln. Das letzte Spiel von Club-Ikone Lukas Podolski ging 1:4 (0:1) gegen den FC Bayern verloren, somit steigt der FC zum fünften Mal in der Clubgeschichte ab. Hertha BSC schob sich im Fernduell durch einen 3:1-Sieg gegen Hoffenheim noch an den Kölnern vorbei auf Relegationsplatz 16.

Mit Schlusspfiff stürmten in Köln Hooligans den Platz und konnten nur von einem massiven Polizeiaufgebot in Schach gehalten werden. Zuvor waren bereits auf der Kölner Fan-Tribüne Rauchbomben und bengalische Feuer gezündet worden. "Wir sind Kölner und ihr nicht", skandierten die Fans, Schiedsrichter Florian Meyer pfiff die Partie daraufhin vorzeitig ab, die Spieler flüchteten in die Kabine.

In Berlin hingegen war die Freude riesig. "Die Anspannung und die Nervosität war beim Team über 100 Prozent. Wir haben es aber geschafft, uns mit Kampf und Leidenschaft für die Relegation zu qualifizieren. Wir haben gefightet wie die Löwen", sagte Hertha-Trainer Otto Rehhagel nach dem Schlusspfiff.

Schalke sicherte sich durch ein 3:2 in Bremen den dritten Platz vor Gladbach, das 3:0 in Mainz gewann. S04-Angreifer Klaas-Jan Huntelaar erzielte seine Saisontreffer 28 und 29 und gewann damit die Torjägerkanone. Meister Dortmund krönte seine Rekordsaison durch 4:0 gegen Freiburg, Leverkusen feierte einen 4:1-Sieg in Nürnberg, Hannover setzte sich 2:1 gegen Kaiserslautern durch, Stuttgart drehte beim 3:2 gegen Wolfsburg die Partie. Aufsteiger Augsburg feierte zum Abschluss seiner ersten Bundesliga-Saison ein 1:0 gegen den Hamburger SV.

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Sollte der FC Köln gehofft haben, im entscheidenden Spiel auf Bayern im Schongang zu treffen - er wurde enttäuscht. Die Münchner, die am kommenden Samstag im DFB-Pokalfinale und eine Woche später im Endspiel um die Champions League antreten, traten in Bestbesetzung an. Einzig die für das Finale in der Königsklasse gesperrten Holger Badstuber, David Alaba und Luiz Gustavo saßen auf der Bank.

Köln hatte vor dem Anpfiff zwei Punkte mehr, aber die um fünf Treffer schlechtere Tordifferenz. Dies nutzte Hertha im Fernduell und zog in der 14. Minute nach Punkten gleich und somit am FC vorbei auf Relegationsplatz 16. Eine Freistoßflanke von Ben-Hatira war zum 1:0 ins lange Eck gesegelt, Tom Starke im Hoffenheimer Tor sah dabei nicht gut aus.

Ehre für Podolski, Bayern-Doppelschlag nach der Pause

20 Minuten später verbesserte sich die Situation für die Hertha sogar noch: Müller hatte für den FC Bayern getroffen, Stand um 16:04 Uhr: 31 Punkte für die Hertha, Köln mit 30 Zählern auf Platz 17. Die Berliner spielten zudem ab der 42. Minute in Überzahl, Ryan Babel sah eine umstrittene zweite Gelbe Karte und musste vom Platz.

In Köln machte erwartungsgemäß der Rekordmeister das Spiel, der FC spekulierte auf Konter über Podolski. Die Club-Ikone, die zur kommenden Saison nach London wechselt, wurde unter tosendem Applaus zum FC Arsenal verabschiedet. Nach insgesamt 14 Jahren erhielt er vom Präsidium eine Bildcollage und einen Blumenstrauß. Zudem wird Podolski eine besondere Ehre zuteil. Seine Rückennummer 10 wird vorerst nicht mehr vergeben.

Das Spiel in Köln war spätestens zehn Minuten nach der Pause entschieden. Pedro Geromel und Kevin McKenna stolperten erst den Ball gemeinsam ins eigene Tor (53. Minute), kurz darauf erhöhte Arjen Robben auf 3:0 (54.). Das 1:3 durch Milivoje Novakovic (63.) war nur noch Kosmetik.

Mit seinem zweiten Treffer wurde Änis Ben-Hatira zum gefeierten Held in Berlin (78.), Marvin Compper machte es durch seinen Anschlusstreffer zum 1:2 (85.) noch einmal spannend, in der Schlusssekunde traf Raffael zum 3:1-Endstand, das Team von Trainer Otto Rehhagel rettete sich so doch noch auf den 16. Platz.

Die Relegationsspiele werden am 10. und 15. Mai ausgetragen. In der zweiten Liga kämpfen Fortuna Düsseldorf, der SC Paderborn (beide 61 Punkte) und der FC St. Pauli (59) am Sonntag (13.30 Uhr, Liveticker SPIEGEL ONLINE) um Platz drei, Düsseldorf spielt gegen den MSV Duisburg, St. Pauli empfängt Paderborn.



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