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34. Bundesliga-Spieltag: Hertha darf in die Relegation

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Fußball-Bundesliga Köln muss in die zweite Liga

Hertha BSC hat das Fernduell gegen Köln gewonnen: Die Berliner feierten einen Sieg über 1899 Hoffenheim und retteten sich in die Relegation. Der FC ist nach einer Niederlage gegen Bayern München abgestiegen. Nach dem Schlusspfiff brach in Köln Chaos aus.

Hamburg - Der 5. Mai 2012 ist ein trauriger Tag für den 1. FC Köln. Das letzte Spiel von Club-Ikone Lukas Podolski ging 1:4 (0:1) gegen den FC Bayern verloren, somit steigt der FC zum fünften Mal in der Clubgeschichte ab. Hertha BSC schob sich im Fernduell durch einen 3:1-Sieg gegen Hoffenheim noch an den Kölnern vorbei auf Relegationsplatz 16.

Mit Schlusspfiff stürmten in Köln Hooligans den Platz und konnten nur von einem massiven Polizeiaufgebot in Schach gehalten werden. Zuvor waren bereits auf der Kölner Fan-Tribüne Rauchbomben und bengalische Feuer gezündet worden. "Wir sind Kölner und ihr nicht", skandierten die Fans, Schiedsrichter Florian Meyer pfiff die Partie daraufhin vorzeitig ab, die Spieler flüchteten in die Kabine.

In Berlin hingegen war die Freude riesig. "Die Anspannung und die Nervosität war beim Team über 100 Prozent. Wir haben es aber geschafft, uns mit Kampf und Leidenschaft für die Relegation zu qualifizieren. Wir haben gefightet wie die Löwen", sagte Hertha-Trainer Otto Rehhagel nach dem Schlusspfiff.

Schalke sicherte sich durch ein 3:2 in Bremen den dritten Platz vor Gladbach, das 3:0 in Mainz gewann. S04-Angreifer Klaas-Jan Huntelaar erzielte seine Saisontreffer 28 und 29 und gewann damit die Torjägerkanone. Meister Dortmund krönte seine Rekordsaison durch 4:0 gegen Freiburg, Leverkusen feierte einen 4:1-Sieg in Nürnberg, Hannover setzte sich 2:1 gegen Kaiserslautern durch, Stuttgart drehte beim 3:2 gegen Wolfsburg die Partie. Aufsteiger Augsburg feierte zum Abschluss seiner ersten Bundesliga-Saison ein 1:0 gegen den Hamburger SV.

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Sollte der FC Köln gehofft haben, im entscheidenden Spiel auf Bayern im Schongang zu treffen - er wurde enttäuscht. Die Münchner, die am kommenden Samstag im DFB-Pokalfinale und eine Woche später im Endspiel um die Champions League antreten, traten in Bestbesetzung an. Einzig die für das Finale in der Königsklasse gesperrten Holger Badstuber, David Alaba und Luiz Gustavo saßen auf der Bank.

Köln hatte vor dem Anpfiff zwei Punkte mehr, aber die um fünf Treffer schlechtere Tordifferenz. Dies nutzte Hertha im Fernduell und zog in der 14. Minute nach Punkten gleich und somit am FC vorbei auf Relegationsplatz 16. Eine Freistoßflanke von Ben-Hatira war zum 1:0 ins lange Eck gesegelt, Tom Starke im Hoffenheimer Tor sah dabei nicht gut aus.

Ehre für Podolski, Bayern-Doppelschlag nach der Pause

20 Minuten später verbesserte sich die Situation für die Hertha sogar noch: Müller hatte für den FC Bayern getroffen, Stand um 16:04 Uhr: 31 Punkte für die Hertha, Köln mit 30 Zählern auf Platz 17. Die Berliner spielten zudem ab der 42. Minute in Überzahl, Ryan Babel sah eine umstrittene zweite Gelbe Karte und musste vom Platz.

In Köln machte erwartungsgemäß der Rekordmeister das Spiel, der FC spekulierte auf Konter über Podolski. Die Club-Ikone, die zur kommenden Saison nach London wechselt, wurde unter tosendem Applaus zum FC Arsenal verabschiedet. Nach insgesamt 14 Jahren erhielt er vom Präsidium eine Bildcollage und einen Blumenstrauß. Zudem wird Podolski eine besondere Ehre zuteil. Seine Rückennummer 10 wird vorerst nicht mehr vergeben.

Das Spiel in Köln war spätestens zehn Minuten nach der Pause entschieden. Pedro Geromel und Kevin McKenna stolperten erst den Ball gemeinsam ins eigene Tor (53. Minute), kurz darauf erhöhte Arjen Robben auf 3:0 (54.). Das 1:3 durch Milivoje Novakovic (63.) war nur noch Kosmetik.

Mit seinem zweiten Treffer wurde Änis Ben-Hatira zum gefeierten Held in Berlin (78.), Marvin Compper machte es durch seinen Anschlusstreffer zum 1:2 (85.) noch einmal spannend, in der Schlusssekunde traf Raffael zum 3:1-Endstand, das Team von Trainer Otto Rehhagel rettete sich so doch noch auf den 16. Platz.

Die Relegationsspiele werden am 10. und 15. Mai ausgetragen. In der zweiten Liga kämpfen Fortuna Düsseldorf, der SC Paderborn (beide 61 Punkte) und der FC St. Pauli (59) am Sonntag (13.30 Uhr, Liveticker SPIEGEL ONLINE) um Platz drei, Düsseldorf spielt gegen den MSV Duisburg, St. Pauli empfängt Paderborn.

BVB mit Rekordsaison, Luhukay gibt Abschied bekannt

Borussia Dortmund hat einen neuen Rekord in der Bundesliga aufgestellt. Nach dem 4:0 (4:0) gegen den SC Freiburg hat der Deutsche Meister nun 81 Punkte geholt, so viel wie kein anderer Club zuvor. Die Führung durch Jakub "Kuba" Blaszczykowski (6.) bereitete Ilkay Gündogan vor. Rund 14 Minuten später erhöhte Robert Lewandowski (20.). Der Pole schaffte noch vor der Pause das 3:0 (27.), erneut "Kuba" besorgte dann den Endstand (38.). Es war der 25. Saisonsieg für die Gastgeber. Kurz nach dem Schlusspfiff wurde BVB-Kapitän Sebastian Kehl die Meisterschale überreicht.

In Hannover wird in der kommenden Saison erneut internationaler Fußball zu sehen sein. Durch ein 2:1 (1:1) gegen Absteiger 1. FC Kaiserslautern hat 96 Rang sieben verteidigt und qualifizierte sich für die Europa League. Die Gäste gingen durch einen sehenswerten Weitschuss von Pierre de Wit (7.) in Führung. Hannover war in der Folge aber klar überlegen und kam durch ein Eigentor von Alexander Bugera zum Ausgleich (38.). Didier Ya Konan hatte den Verteidiger angeköpft. Der Ivorer schaffte dann in der zweiten Hälfte den umjubelten Siegtreffer (71.).

Wolfsburg gibt gegen Stuttgart Zwei-Tore-Führung ab

Felix Magath und der VfL Wolfsburg müssen auch in der kommenden Saison zuschauen, wenn unter der Woche internationaler Fußball gespielt wird. Durch ein 2:3 (1:0) beim VfB Stuttgart hat der Club die Europa League verpasst. Wolfsburgs Patrick Helmes traf nach Vorarbeit von Sturmkollege Mario Mandzukic zum 1:0 (28.), Marco Russ erhöhte (60.). Doch Stuttgart antwortete. Dem Anschlusstreffer von Cacau (74.) ließ Maza (77.) erst den Ausgleich folgen, ehe Ibrahima Traoré den Siegtreffer erzielte (80.). Wolfsburg wird am Ende nur Achter, Stuttgart spielt als Sechster in der Europa League.

Wiese, Borowski, Thy, Marin, Rosenberg und Sylvestre: In Bremen wurden vor der Partie gegen Schalke 04 gleich sechs Profis verabschiedet. Werder befindet sich vor einem großen Umbruch. Das Spiel gegen die "Königsblauen" war fast nebensächlich, die Chancen auf das internationale Geschäft nur gering. Durch das 2:3 (1:1) beendete Bremen eine enttäuschende Saison standesgemäß. Die Führung für die Gäste durch Julian Draxler (30.) glich in Claudio Pizarro (Foulelfmeter, 41.) ein weiterer Profi aus, der den Verein im Sommer wohl ebenfalls verlassen wird. Bei den Gästen gewann Klaas-Jan Huntelaar das Duell um die Torjägerkanone, weil Bayerns Mario Gomez (26 Tore) beim Sieg in Köln leer ausging. Dem Niederländer hingegen gelangen in Bremen mit den Toren zum 2:1 und 3:1 seine Saisontreffer Nummer 28 und 29. Das Tor von Sturmkollege Pizarro zum 2:3 (82.) hatte nur noch statistischen Wert.

Reus spielt zum Abschied groß auf

Der Klassenerhalt stand bereits fest, vor dem letzten Spieltag hatte der 1. FC Nürnberg sogar noch winzige Chancen auf die Europa League. Gegen Bayer 04 Leverkusen war es mit diesen Hoffnungen allerdings schnell vorbei. Bei der 1:4 (0:2)-Niederlage traf Gäste-Stürmer Stefan Kießling dreifach (7./32./89.). Die Gastgeber fanden in der ersten Hälfte selten zu ihrem Spiel, auch der in den letzten Wochen so starke Daniel Didavi war schwach. Nach dem Wiederanpfiff konterte Bayers André Schürrle (77.) Róbert Maks Anschlusstreffer (58.), Kießling erzielte den Endstand. Durch den 15. Saisonerfolg beendet Leverkusen die Saison auf Rang fünf, Nürnberg landet auf Platz zehn.

Seit dem vergangenen Spieltag ist Aufsteiger Augsburg bereits gerettet. Sportlich hatte das Duell mit dem Hamburger SV also kaum noch einen Wert. Vielmehr stand am Samstagnachmittag Jos Luhukay im Mittelpunkt. Wie kurz nach Abpfiff bekannt wurde, sollte der 1:0 (1:0)-Sieg sein letztes Spiel als Trainer des FCA gewesen sein. Das bestätigten Spieler des Bundesligisten. In der Augsburger Arena traf Ja-Cheol Koo (34.). Augsburg beendet die erste Bundesliga-Saison der Vereinsgeschichte auf Rang 14, der HSV muss mit Platz 15 Vorlieb nehmen.

Beim Gastspiel von Mönchengladbach in Mainz zeigte Borussias Marco Reus noch einmal seine Qualitäten. Der 22-Jährige, der in der kommenden Saison beim Ligakonkurrenten Borussia Dortmund spielen wird, traf beim 3:0 (1:0)-Sieg der Gäste doppelt. Gladbach, das nach dem Beinahe-Abstieg in der Vorsaison bereits als Teilnehmer der Champions-League-Qualifikation feststand, konterte die Gastgeber aus. Nach Vorlage von Filip Daems war Reus erst mit einem Schuss aus kurzer Distanz erfolgreich, dann vollendete er nach der Pause einen Angriff zum 2:0 (61.). Das 3:0 durch Igor de Camargo (69.) bereitete Reus vor.

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