Deutsche Spieler in der Einzelkritik Völlers Sonderlob für Hamann


Oliver Kahn:

Der beste Torwart der Welt verlebte bei seinem ersten WM-Einsatz einen ruhigen Abend. Erntete vor der Partie von den japanischen Zuschauern den meisten Applaus.

Thomas Linke: Der Münchner Routinier präsentierte sich kompromisslos im Zweikampf und gewohnt stark im Kopfball, was auch sein Treffer zum 6:0 unterstrich. Allerdings wurde der 32-Jährige gegen die harmlosen Saudis nur wenig beschäftigt. Sein erster Länderspieltreffer.
Carsten Ramelow: Der Leverkusener wurde in seiner Rolle als Abwehrchef wenig gefordert. In der Pause musste der 28-Jährige wegen muskulärer Probleme im Oberschenkel ausgewechselt werden.

Christoph Metzelder: Der jüngste Spieler im deutschen WM-Aufgebot agierte abgeklärt wie ein alter Hase. Der 21-Jährige hatte in der Defensivarbeit wenig Probleme und sogar noch Zeit, sich in die Offensive einzuschalten.

Torsten Frings: Der Noch-Bremer hatte auf der rechten Seite viele Freiheiten, die er vor allem vor der Pause reichlich nutzte. In der Defensive kaum geprüft, schaltete sich der 25-Jährige immer wieder in die Offensive ein. Per Flanke leitete er das 4:0 ein. Harmonierte prächtig mit Bernd Schneider.

Bernd Schneider: Eine sehr gute Leistung des laufstarken Leverkuseners. Einige Male ließ der 28-Jährige in seinem 10. Länderspiel bei Dribblings seine Klasse aufblitzen, setzte einige Male auch seine Mitspieler gekonnt in Szene, wurde in der zweiten Halbzeit immer stärker und bereitete das 5:0 vor. Glanzvoller Schlusspunkt war sein Freistoß-Treffer zum 8:0 in der 90. Minute.

Michael Ballack: Der große deutsche Hoffnungsträger begann unauffällig, steigerte sich dann aber immer mehr und war mit Flanken Wegbereiter der beiden Treffer von Klose. Das 3:0 erzielte er per Kopf selbst.

Dietmar Hamann: Der England-Legionär vom FC Liverpool hatte im zentralen defensiven Mittelfeld alles unter Kontrolle. Der 28-Jährige lief viele Bälle ab und gewann fast jeden Zweikampf. Mit einigen gescheiten Pässen leitete er zudem immer wieder deutsche Angriffe ein. Eine ganz starke Vorstellung in seinem 41. Länderspiel. Sonderlob vom Teamchef.

Christian Ziege: Der erfahrenste deutsche Akteur absolvierte ein großes Laufpensum, hatte auf der linken Mittelfeldseite viele Ballkontakte. Den Flanken des 30-Jährigen von Tottenham Hotspur fehlte aber zunächst die Präzision. Beim 3:0 von Ballack leistete er als Vorbereiter aber Maßarbeit.

Carsten Jancker: Der zuletzt formschwache und umstrittene Angreifer von Bayern München rechtfertigte das Vertrauen des Teamchefs. Der 27-Jährige war torgefährlich, immer anspielbar und einsatzfreudig. Mit seinem 8. Länderspieltreffer zum 4:0 wurde er für seinen Einsatz belohnt. Wurde in der 67. Minute unter tosendem Applaus der Fans verabschiedet.

Miroslav Klose: Der 23-Jährige WM-Neuling vom 1. FC Kaiserslautern war der auffälligste deutsche Spieler und unterstrich erneut eindrucksvoll seine Torgefährlichkeit und Kopfballstärke. Für Klose waren es bereits die Treffer Nummer 9 bis 11 im 13. Länderspiel. Auch sonst sorgte er mit schnellen Antritten und viel Einsatz immer wieder für Unruhe, glänzte zudem als Vorbereiter.

Jens Jeremies: Der Münchner wurde in der 2. Halbzeit für Ramelow eingewechselt und übernahm auch dessen Position als Abwehrchef. Der 28-Jährige vom FC Bayern interpretierte seine Rolle jedoch etwas offensiver als der Leverkusener und sorgte mit einem Fernschuss in der 60. Minute sogar für Torgefahr.

Oliver Bierhoff: Der 34-Jährige, der über seine Reservistenrolle enttäuscht war, kam in der 67. Minute für Jancker ins Spiel und konnte seine erstklassige Torquote mit dem 37. Treffer im 66. Länderspiel weiter verbessern.

Oliver Neuville: Der Leverkusener wurde in der 76. Minute für Klose eingewechselt, konnte aber in der Kürze der Zeit keine Akzente mehr setzen.



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