Das Viertelfinale zwischen Argentinien und Deutschland hat einen unwürdigen Schlusspunkt gefunden. Mehrere südamerikanische Spieler griffen DFB-Teammanager Oliver Bierhoff an. Die Szene wuchs sich zu einem Massentumult aus - der Schiedsrichter zog sogar die Rote Karte.
Berlin - Während die deutschen Spieler auf dem Rasen tanzten und Jens Lehmann in die Kabine verschwand, erwiesen sich einige Argentinier als schlechte Verlierer und zettelten am Spielfeldrand eine Rangelei an. Sie stürmten auf Bierhoff los und konnten nur von Betreuern und Mitspielern an einer Schlägerei gehindert werden.
Auslöser der Tumulte soll eine Geste von DFB-Mittelfeldspieler Tim Borowski gewesen sein. Dieser hatte nach seinem verwandelten Elfmeter zum 4:2 die argentinischen Spieler aufgefordert, endlich ruhig zu sein. Die argentinischen Profis hatten die deutschen Spieler nach jedem verwandelten Elfmeter mit Schmährufen belegt.
Nach der Entscheidung zugunsten der DFB-Elf lief der argentinische Ersatzspieler Leandro Cufre auf Per Mertesacker zu und trat diesen. Offenbar verwechselte Cufre den deutschen Abwehrspieler mit Borowski. Daraufhin zeigte der slowakischen Schiedsrichter Lubos Michel dem Südamerikaner die Rote Karte. "Es war unfair, was er getan hat. Aber er ist dafür bestraft worden. Und damit ist die Sache für mich auch erledigt. Wohin er mich getreten hat, spielt dabei keine Rolle mehr", sagte Mertesacker.
Auch Bierhoff bekam nach eigenen Angaben Schrammen am Bein ab. "Ich wollte schlichten und danach hatten sie es auf mich abgesehen", schilderte der Teammanager: "Es ist sehr traurig, dass so ein Bild in die Welt gesendet wird. Hier feiern die Fans friedlich miteinander. Da sollten auch die Sportler fair sein. Ich wollte meine Spieler verteidigen."