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08. Juli 2016, 11:22 Uhr

Pressestimmen zu Frankreichs Sieg

"Halleluja, ein Riesenspiel"

Die europäische Presse verneigt sich vor Frankreichs Doppeltorschützen Antoine Griezmann. In Spanien und Italien herrscht Begeisterung über das Spiel - und Verwunderung über Schweinsteiger.

Pressestimmen zum EM-Halbfinale Deutschland gegen Frankreich (0:2)

FRANKREICH

L'Équipe: "Ekstase! Endlich hat Frankreich seit 1958 Deutschland mal aus einem großen Turnier geworfen. Die Macht des Schicksals. Frankreich war spielerisch schwächer, aber hat Deutschland durch eine Kollektivleistung geschlagen. Das brüllende Stadion hielt den Atem an. Was wird der Schiedsrichter entscheiden? Und dann gab er Elfmeter."

Le Parisien: "Was hat dieser Griezmann für einen Fuß und einen Schuss! Er ist nach Platini und Zidane der neue Star der Bleus. Ja, es war ein Elfmeter."

Ouest France: "Finale! Weil sie von Anfang bis Ende eine Mannschaft waren, haben Les Bleus den Erfolg gegen eigentlich überlegene Deutsche geschafft. Ein großzügiger Elfmeter hat ihnen geholfen. Das Stadion war der zwölfte Mann."

Le Courrier de l'Ouest: "Der so lang erwartete Sieg! Die blaue Magie hat wieder funktioniert. Nach 1984 und 1998 wieder in einem Finale daheim. Wir dürfen vom Titel träumen. Griezmann ist ein Teufel."

ITALIEN

Gazzetta dello Sport: "Deutschland kaputt! Evra und Pogba tanzen auf einer geschwächten deutschen Mannschaft. Griezmann versenkt Löws Team."

Corriere dello Sport: "Griezmann ist Frankreichs König, Deutschland Adieu! Die Deutschen machen keine Angst mehr. Griezmann ist der wahre Protagonist dieser EM und wartet jetzt auf Ronaldo. Klein und blitzschnell: Bei ihm sind die schwerfälligen Boateng und Höwedes fast immer in Schwierigkeiten."

Tuttosport: "Griezmann, der kleine Teufel, versenkt Löws Truppe. In St. Denis wird es am Sonntag wieder einmal zum Duell Griezmann gegen Cristiano Ronaldo, Atlético gegen Real Madrid, kommen. Deschamps Mannschaft versenkt den Weltmeister unter der Führung des kleinen Teufels mit dem Gesicht eines braven Jungen."

Repubblica: "Griezmanns Märchen: Frankreichs kleiner Prinz zieht ins EM-Finale ein. Deutschland ist zu stark von der Abwesenheit von Schwergewichten wie Hummels, Khedira und Gomez belastet worden. Deutschland hat mit Ehre wie vor Jahren gegen die Azzurri verloren. Die Mannschaft wird wie immer wieder aufstehen, doch St. Denis wartet jetzt inzwischen auf seine Bleus."

Corriere della Sera: "Übertriebene Taktik hat Deutschland nicht geholfen. Der kleine Teufel Griezmann hat die besten Gelegenheiten beim Schopf gepackt. Frankreich, das in der Heimat spielt, ist nicht Brasilien, und Deutschland glänzt nicht, weder in den Beinen noch im Kopf."

SPANIEN

Marca: "Nationalheld Griezmann. Der kleine Prinz ist jetzt schon der König. Deutschland litt unter der Torflaute von Müller und dem Ausfall von Gómez. Es war eine Demonstration der 'Mannschaft', bis der Kapitän den Arm rausholte. Schweinsteigers Handspiel war eine Ohrfeige, die den Weltmeister niederstreckte. Das Fehlen eines Neuners bestrafte Deutschland mit einem Rückflugticket."

AS: "Griezmannix, der Gallier. Griezmann ist ein weiteres Genie im Finale. Atléticos Stürmer erlegt den Weltmeister mit einem Doppelpack und krönt sich zum Weltstar. Deutschland gab den Ton an, aber Lloris und ein absurder Elfmeter von Schweinsteiger verliehen Frankreich Flügel. Schweinsteigers dummes Handspiel erinnerte an das von Boateng gegen Italien. Es war ein deutsches Geschenk."

Sport: "Deutschland dominierte, hatte aber Ladehemmung. Frankreich präsentierte sich physisch in einem Top-Zustand."

El Mundo Deportivo: "Ein Feuerwerk von Griezmann. Sein Elfmetertor beendet Frankreichs 58 Jahre andauernden Fluch gegen Deutschland. Wir müssen uns bei Frankreich und Deutschland für das fußballerische Spektakel bedanken. Es war ein Geschenk für alle Fans nach den vielen Spielen, bei denen man einfach nicht mehr hinschauen konnte."

El Pais: "Griezmann nutzte zwei deutsche Fehler kaltblütig aus. Lloris und Griezmann waren mit Abstand die besten Spieler der Franzosen. Schweinsteiger brannten beim Handelfmeter die Sicherungen durch. Nach dem Elfmetertor war Deutschland nicht mehr die gleiche Mannschaft. Götze konnte Deutschland keinen Schub geben, er ist seit Maracaná 2014 auf Tauchstation gegangen."

ABC: "Schweinsteigers Handspiel tötete Deutschland. Nach so viel Mittelmäßigkeit sahen wir endlich Fußball, echten Fußball. Halleluja, ein Riesenspiel."

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