Die großen WM-Duelle mit Argentinien Als Müller sein Halbfinale verspielte

2010, Südafrika: Thomas Müller ist der Shootingstar der deutschen Nationalmannschaft. Auch im Viertelfinale gegen Argentinien trifft der Angreifer - und erlebt dann einen bitteren Moment. Der Final-Countdown, Teil 6.

AP

SPIEGEL ONLINE Fußball
Bei Thomas Müller dürften gemischte Gefühle aufkommen, wenn er auf das bislang letzte WM-Duell mit Argentinien zurückblickt. Im Viertelfinale bei der WM 2010 in Südafrika brachte der damalige Shootingstar die DFB-Auswahl mit einem Kopfballtreffer in der dritten Minute in Führung. Es war das bereits vierte WM-Tor des damals 20 Jahre alten Münchners und ein historischer Treffer dazu: der 200. eines deutschen Nationalspielers bei einer WM-Endrunde. Bastian Schweinsteiger hatte eine Freistoßflanke in Müllers Lauf gespielt.

Anschließend war das Spiel umkämpft. Die deutsche Mannschaft lauerte auf Konter, und Thomas Müller, das Sinnbild unermüdlichen Einsatzes, rieb sich in Zweikämpfen auf. Dabei kassierte er eine bittere persönliche Strafe: Vom usbekischen Schiedsrichter Rawschan Irmatow erhielt Müller in der 35. Minute nach einem Handspiel die Gelbe Karte - eine strittige Entscheidung.

Studio Stenger
Er hatte nach einem Zweikampf mit Superstar Lionel Messi den Ball an die Hand bekommen. Der Referee unterstellte ihm Absicht. Für Müller eine besonders bittere Bestrafung, denn nach einer Verwarnung gegen Ghana war es seine zweite Gelbe Karte im Turnier. Die Folge: Müller war für das Halbfinale gegen Spanien gesperrt.

Dem Bayern-Profi war seine Sperre direkt bewusst. Als Irmatow die Gelbe Karte zückte, guckte der deutsche Offensivspieler ungläubig in den Himmel von Kapstadt, griff sich kurz in die Haare, schlug die Hände vor das Gesicht und stürzte sich zu Boden. "Das ist doch ein Witz", sagte er noch auf dem Platz. Bei seiner Auswechslung in der 84. Minute fiel ihm trotz des Spielstands von 3:0 und einer beeindruckenden Leistung des DFB-Teams das Lächeln schwer.

Serie: Die WM-Duelle zwischen Deutschland und Argentinien
"Ich hoffe, dass meine Kollegen im Halbfinale das Richtige machen, dann kann ich vielleicht im Finale noch mal treffen", sagte Müller. Bundestrainer Joachim Löw bedauerte die Sperre: "Der Ausfall wiegt schwer, weil er gezeigt hat, wie torgefährlich er ist. Das Handspiel war auch nicht gelbwürdig."

Im Halbfinale schied Deutschland gegen Spanien aus (0:1), hatte in der Offensive kaum gelungene Aktionen. Auch weil Müller fehlte.

Nun hat er die Chance, nicht nur wieder Torschützenkönig bei der WM zu werden - sondern tatsächlich auch Weltmeister. Nachdem er 2010 ein entscheidendes Spiel verpasste, dürfte Müller besonders motiviert sein.

Argentinien - Deutschland 0:4, 16 Uhr im Green Point Stadium (Kapstadt),
0:1 Müller (3.)
0:2 Klose (68.)
0:3 Friedrich (74.)
0:4 Klose (89.)
Argentinien: Romero - Otamendi (70. Pastore), Demichelis, Burdisso, Heinze - Maxi Rodriguez, Mascherano, Di Maria (75. Agüero) - Messi, Tévez, Higuaín
Deutschland: Neuer - Lahm, Mertesacker, Friedrich, Boateng (72. Jansen) - Khedira (77. Kroos), Schweinsteiger - Müller (84. Trochowski), Özil, Podolski - Klose
Schiedsrichter: Irmatow (Usbekistan)
Zuschauer: 64.100 (in Kapstadt)
Gelbe Karten: Otamendi, Mascherano - Müller



zum Forum...
Sagen Sie Ihre Meinung!

© SPIEGEL ONLINE 2014
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung


TOP
Die Homepage wurde aktualisiert. Jetzt aufrufen.
Hinweis nicht mehr anzeigen.