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Reaktionen auf den WM-Triumph "Deutsche Tugenden hätten nicht gereicht"

Ein Titel für die Ewigkeit sei der Triumph, sagt Joachim Löw. Der Bundestrainer ist stolz auf seine Mannschaft. Seine Spieler loben den Teamgeist, Bundespräsident Gauck spricht von einem "Nervenspiel". Die Reaktionen im Überblick.

Das sind die Reaktionen auf den deutschen WM-Triumph gegen Argentinien (1:0):

DER WELTMEISTER-TRAINER

Bundestrainer Joachim Löw: "Dieser Titel ist für die Ewigkeit - im Maracanã den Titel zu holen, das ist einmalig. Es waren zehn Jahre harte Arbeit. Die Mannschaft hat sich in den Jahren immer verbessert, nur die deutschen Tugenden hätten nicht mehr gereicht, wir haben auch spielerisch zugelegt, das befriedigt mich sehr. Die Spieler sind über ihre Grenzen gegangen und haben so viel gegeben wie noch nie, um das mitzunehmen, was sie noch nie hatten. Ich habe Mario Götze gesagt: 'Zeig der Welt, dass du besser bist als Messi.'"

DIE SPIELER

Mario Götze: "Das ist unbeschreiblich. Wir haben ein ganz, ganz gutes Turnier gespielt. Es gab auch den ein oder anderen Spieler, der zu mir kam und gesagt hat: 'Du machst das heute.' Schürrle hat den Ball überragend reingebracht. Das war eine Erlösung. Es ist ein tolles Gefühl, wenn man einen Teil dazu beiträgt."

Philipp Lahm: "Unglaublich, was wir heute wieder geleistet haben. Die 120 Minuten, die wir geackert haben als Mannschaft. Ob wir die besten Einzelspieler haben oder was auch immer, ist vollkommen egal, man muss die beste Mannschaft haben. Wir haben uns in dem Turnier immer wieder gesteigert, haben uns nicht irritieren lassen, sind unseren Weg gegangen. Und am Ende stehst du da als Weltmeister. Ein unglaubliches Gefühl. Die Mannschaft ist ruhig und geduldig geblieben, sie wusste, dass sie hintenraus mehr Körner hat."

Manuel Neuer: "Es ist unglaublich. Es ist ein großartiges Erlebnis. Wir hatten alle einen unglaublichen Zusammenhalt schon seit der Vorbereitung, als wir ein paar Rückschläge hatten und Spieler wie die Benders oder Marco Reus verloren haben, die aber auch Weltmeister sind. Ganz Deutschland ist Weltmeister. Ich weiß nicht, wie lange wir feiern, aber wir werden jetzt immer mit einem Grinsen aufstehen."

Bastian Schweinsteiger: "So richtig realisieren kann man das noch nicht. Wir genießen einfach den Moment. Danke an ganz Deutschland für die Unterstützung. Heute wird überall gefeiert."

Lukas Podolski: "Wir sind ein super Team. Jetzt haben wir das Ding, für das wir so lange gearbeitet haben."

Christoph Kramer: "An viel kann ich mich nicht erinnern, aber das ist jetzt egal." (Kramer erlitt bei einem Zusammenprall eine Kopfverletzung - d. Red.)

Mats Hummels: "Ich bin einer von denen, die sich erst einmal sammeln müssen. Ich kann noch nicht richtig feiern. Ich bin noch in einer anderen Welt gefangen und habe das alles nicht richtig registriert. Wir wussten, dass es ein ausgeglichenes Spiel wird. Wir hatten das Quäntchen Glück, aber damit haben wir natürlich kein Problem."

Miroslav Klose: "Das ist einfach überragend. Das war heute das Sahnehäubchen. Einfach Weltklasse. Es war immer mein Traum, einmal da oben zu stehen und runterzuschauen. Wahnsinn!"

Jérôme Boateng: "Das ist unglaublich. Das Gefühl ist Freude pur. Das kann man nicht beschreiben. Ich glaube, ganz Deutschland ist stolz auf uns. Jetzt feiern wir, bis es nicht mehr geht. Heute dürfen alle auf meinen Schultern tanzen."

DER GEGNER-TRAINER

Alejandro Sabella (Argentinien): "Das Einzige, was ich sagen kann, ist: Gratulation an meine Mannschaft, die ein fantastisches Turnier gespielt hat. Und natürlich Glückwunsch an Deutschland. Sie haben eine großartige Mannschaft."

DIE DEUTSCHEN FUNKTIONÄRE

Oliver Bierhoff: "Das haben wir auch in der Kabine verspürt, dass das nicht nur ein Spiel war, sondern acht Wochen, in denen wir gearbeitet haben. Ich habe das alles schon in Südtirol gespürt. Man ist acht Wochen unter Vollspannung. Ich denke, dass am Ende die beste Mannschaft des Turniers gewonnen hat. Aber es müssen viele Dinge zusammenpassen. Am Ende habe ich nur noch zugeschaut, man musste gar nicht mehr viel machen. Sie wussten, dass sie nicht Weltmeister werden müssen, aber die Erwartungshaltung war schon groß. Das ist eine Arbeit von zehn Jahren, wir haben das Wachsen gesehen."

Wolfgang Niersbach (DFB-Präsident): "Kann man dieses unbeschreibliche Glücksgefühl von 1990 wiederholen? Jetzt weiß ich, ja: es geht! Es ist pures Glück und Freude und Stolz auf die Mannschaft und den Trainer."

Rainer Koch (DFB-Vizepräsident): "Das ist ein historischer Tag für ganz Fußball-Deutschland! Es ist ein Triumph des Teamgeistes, der taktischen Disziplin und der spielerischen Klasse. Joachim Löw und sein Team haben Geschichte geschrieben - mit dem ersten WM-Sieg einer europäischen Mannschaft in Südamerika, mit dem 7:1 im Halbfinale gegen Brasilien und mit dem neuen WM-Torrekord von Miroslav Klose. (...) Der WM-Titel ist ein Erfolg des gesamten deutschen Fußballs."

Alfons Hörmann (DOSB-Präsident): "Ganz Sport-Deutschland ist voller Stolz und gratuliert dieser beeindruckend aufgetretenen Fußballnationalmannschaft zum vierten WM-Titel. Es war das erwartete Herzschlagfinale und das spannendste 0:0 nach 90 Minuten, das ich je erlebt habe."

Michael Vesper (DOSB-Generaldirektor): "Die WM in Brasilien und der heutige Erfolg der Fußballnationalmannschaft haben unsere Vorfreude auf die Olympischen Spiele 2016 noch einmal erhöht. Die deutsche Mannschaft ist von den Einheimischen in beeindruckender Weise gefeiert worden, obwohl sie im Halbfinale das brasilianische Team besiegt hatte."

POLITIKER

Joachim Gauck (Bundespräsident): "Das war ein Nervenspiel, ich habe so gezittert und gebebt und mich gefragt: Wo ist die Mannschaft, die Brasilien 7:1 niedergemacht hat? Ich war die ganze Woche so sicher, aber kurz vor Spielbeginn habe ich angefangen zu zittern. Gott sei Dank hat es aber geklappt. Ich war so emotional bewegt, und neben mir saß die Kanzlerin, der ging es genauso. Wir waren in dieser Woge der Emotionen drin. Das war ein wunderbares Turnier, das wir in dieser Begeisterung so nie wieder erleben werden. Ich denke in diesem Augenblick auch an 1954, und jetzt bin 60 Jahre später hier - es ist unbeschreiblich. Wir haben Stars, aber wir haben eben auch eine Mannschaft - das kann nicht jeder. Deswegen Dank dieser wunderbaren Mannschaft."

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Zusammengestellt von dpa und sid
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