DFB-Erfolg gegen Nordirland in der EM-Quali Halstenberg und Gnabry schießen Deutschland an die Tabellenspitze

Es war ein wichtiger Sieg: Deutschland hat Nordirland bezwungen und ist nun Erster der EM-Qualifikationsgruppe C. Die DFB-Auswahl vergab zahlreiche Chancen, hatte aber auch Glück.

Torschütze Marcel Halstenberg (r.), Toni Kroos
Christian Charisius/DPA

Torschütze Marcel Halstenberg (r.), Toni Kroos


Die deutsche Fußballnationalmannschaft hat die Tabellenführung in der EM-Qualifikationsgruppe C übernommen. Gegen Nordirland siegte die DFB-Auswahl 2:0 (0:0) und ist nun punktgleich mit dem bisherigen Ersten, hat aber ein besseres Torverhältnis und liegt im direkten Vergleich vorne. Auf Platz drei folgen die Niederlande (neun Punkte, aber ein Spiel weniger absolviert).

"Wir waren unter Druck und mussten einige Schwierigkeiten und Probleme überwinden. In der zweiten Halbzeit war es besser", sagte Löw bei RTL. "Die Niederlage gegen die Niederlande mussten wir erst einmal verarbeiten", sagte Marco Reus. Am vergangenen Freitag hatte die DFB-Auswahl gegen die Niederländer 2:4 verloren.

Bundestrainer Joachim Löw hatte eine nordirische Mannschaft erwartet, die eher defensiv agieren würde. Eine Fehleinschätzung: Der Gastgeber, mit vier Siegen aus vier Partien mit ordentlich Selbstbewusstsein ausgestattet und von den eigenen Fans angefeuert, setzte die deutsche Mannschaft zu Beginn unter Druck.

Viele Schüsse, wenig Ertrag

Daraus resultierte dann auch die erste Großchance des Spiels. Toni Kroos leitete einen Angriff der Gastgeber mit einem Fehlpass ein. Conor Washington kam frei vor Manuel Neuer zum Schuss, der DFB-Keeper konnte aber parieren (7. Minute).

Es dauerte fast 20 Minuten, bis sich das deutsche Team befreien konnte und zu eigenen Möglichkeiten kam. Die Schüsse von Reus (21.), Timo Werner (22.) und Joshua Kimmich (23.) wurden jedoch allesamt geblockt, bei Werners Versuch forderten die DFB-Spieler einen Elfmeter, da der Schuss an die Hand des Gegenspielers ging.

Eine größere Möglichkeit vergab auch Niklas Süle, der den Ball im Fünfmeterraum nicht kontrollieren konnte (27.), Kroos (44.) und Werner scheiterten ebenfalls. Nach einem Fehler von Neuer verpasste auf der anderen Seite erneut Washington (45.).

Dallas mit der Chance zum Ausgleich

In der zweiten Hälfte waren die Deutschen dann erfolgreicher: Eine Flanke von Lukas Klostermann wurde von Brandt verlängert, Marcel Halstenberg zog direkt ab und traf sehenswert gegen die Laufrichtung des nordirischen Keepers Bailey Peacock-Farrell - 1:0 (48.).

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DFB-Sieg in Nordirland: Nach der Pause wurde es besser

Deutschland war nun besser, verpasste aber einen zweiten Treffer. Ein Schuss von Reus wurde geblockt (50.), ein anderer sehenswert von Peacock-Farrell pariert (56.), Serge Gnabry schoss knapp vorbei (52.), und Jonathan Tah verzog nach einer Ecke deutlich (54.). Der eingewechselte Kai Havertz köpfte wenige Zentimeter neben das Tor (69.).

Nordirland hatte sogar noch die Gelegenheit zum Ausgleich, nutzte diese jedoch nicht: Stuart Dallas vergab sie, als er nach einem Querpass von Gavin Whyte aus sechs Metern am langen Eck vorbeischoss (63.). Gnabry sorgte dann in der Nachspielzeit für die Entscheidung (90.+2). Es war sein neunter Treffer in zehn Länderspielen.

Nordirland - Deutschland 0:2 (0:0)
0:1 Halstenberg (48.)
0:2 Gnabry (90.+2)
Nordirland: Peacock-Farrell - Dallas, Cathcart, Jonny Evans, Lewis - McNair, Davis, Saville (ab 70. Magennis) - Corry Evans, Washington (ab 83. Lavery), McGinn (ab 59. Whyte)
Deutschland: Neuer - Klostermann, Ginter (ab 40. Tah), Süle, Halstenberg - Kimmich, Kroos - Reus (ab 85. Can) - Werner (ab 68. Havertz), Gnabry, Brandt
Schiedsrichter: Daniele Orsato (Italien)
Zuschauer: 18.104 (ausverkauft)
Gelbe Karten: McNair, Saville - Gnabry

bka



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eltviller 09.09.2019
1. Glückwunsch...
...aber es war nicht überzeugend. 11 Championsleague-Spieler gegen eine Mannschaft bei der niemand international spielt. Kein Herz, zu statisch, kein Spielwitz und seltsam kraftlos...Spieler wie Werner, Reus, Gnabry performen nicht wie in der Liga, irgendwie wirkt es als ob nach vorne mit gebremsten Schaum gespielt wird während die Abwehr massiv unter Dauerdruck steht. Gut dass die Iren nicht getroffen haben, das Spiel wäre aus der Hand gegeben worden. Für mich ist es Zeit für einen Trainerwechsel, habe bis dato an Löw geglaubt...die letzten beiden Spiele belehren mich des Besseren.
Papazaca 09.09.2019
2. Das Beste: Klinsmann interviewt sich selbst
Genial: Klinsmann soll Löw interviewen und gibt auch gleich die Antworten. Eine echte Quasselstrippe, die kaum jemand stoppen kann. Der einzige Höhepunkt nach einem mittelmäßigen Spiel. Alle, die mit Klinsmann zusammen arbeiten kann man nur bewundern. Oder hat Löw ihn als Entlastung ins Spiel gebracht. Genial oder bekloppt oder beides, man muß es gesehen und gehört haben ....
briancornway 09.09.2019
3. Wichtig
Ein notwendiger Sieg unter heftigen Bedingungen. Die Nordiren rannten lange auf jeden Gegner mit Ball los und konnten damit auch ein paar Ballgewinne erzielen. Ungenauigkeiten im deutschen PassSpiel wurden durch Einsatz und Geschick kompensiert, aber - gerade so. So ehrenwert der Anspruch ist, hintenraus immer eine spielerische Lösung zu finden, so kribbelig macht es doch beim Zusehen. Gut, dass die Spieler bessere Nerven haben als wir Zuschauer. Und ich ahnte nicht, dass das Publikum von Beginn an durchbuhen und -pfeifen würde bei deutschem Ballbesitz, die waren doch eher sportlich und singend unterwegs, oder waren das die Iren ? Jedenfalls bin ich jetzt gespannt auf die beiden Begegnungen von NED und NIR.
lilioceris 09.09.2019
4. Es ist unsinnig,
alle Schuld beim Trainer zu suchen. Es sind Spieler , die in den besten deutschen und europäischen Mannschaften spielen. Andeutungsweise wurde mehr über die Flügel gespielt. Und siehe da: Es ergaben sich Chancen. Leider war das immer noch viel zu wenig. Manchmal stand J. Brandt mutterseelenallein in der linken Hälfte, kein Gegner bei ihm. Trotzdem wurde oft auf der rechten Seite vor dem Strafraum klein-klein gespielt. Und prompt verlor man den Ball. Und wenn Brandt dann versehentlich doch einmal angespielt wurde, was tat er dann ? Statt zur Grundlinie zu laufen und dann scharf zu flanken, steuerte er den Strafraum an, dort, wo die meisten Verteidiger waren, und machte den Raum dadurch natürlich noch enger. Und dieses hilflose Rückpassspiel vor und in dem deutschen Strafraum : Furchtbar. Bei einer besseren Mannschaft als Nord-Irland geht das garantiert schief. Die Mannschaft muss sich finden. Der Trainer hat während des Spiels nur eine Nebenrolle.
25alex67 09.09.2019
5. Erstaunlich.
In der Tat sah es so aus, als sei die deutsche Mannschaft vom frühen Pressing der Nordiren überrascht gewesen. Das wiederum finde ich überraschend, denn damit hätte man durchaus rechnen können. Die haben schließlich das Spiel der Deutschen gegen die Niederlande gesehen. Und sie spielten zuhause. Was hatte Herr L. erwartet? Dass die sich hinten reinstellen, so wie er es angeordnet hatte gegen die Niederlande? Nur eine weitere taktische Fehleinschätzung. Von in der Tat sehenswerten 15 Minuten zwischen Minute 46 und Minute 60 abgesehen war das im Wesentlichen Grütze. Die haben es sogar geschafft, sich bei Ballbesitz am gegnerischen 16er bis an den eigenen Strafraum zurückzukombinieren. Würd mich mal interessieren, was die taktische Marschroute war: Ballkontrolle kann es nicht gewesen sein bei der Menge an schlimmen Pässen. Naja, der sogenannte Neuaufbau geht also weiter, mit Kickern, die in ihren Vereinen um mindestens eine Klasse besser spielen. Warum? Frag die Spieler. Ach ja, und den Trainer.
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