Deutschland verspielt gegen England 2:0-Führung Achterbahnfahrt beim Absteiger

Vier Tore in 15 Minuten: Nations-League-Absteiger England hat gegen die DFB-Elf einen Rückstand gedreht und konnte doch nicht siegen. Alles über die ter-Stegen-Paraden, die Aussetzer von Harry Maguire – und ein Traumtor.
Doppeltorschütze Kai Havertz

Doppeltorschütze Kai Havertz

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Nick Potts / dpa

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Absteiger? Comebacker! England wird in der kommenden Saison in der B-Liga der Nations League auflaufen – das stand für den Vizeeuropameister schon vor dem Duell gegen Deutschland fest. Als die DFB-Auswahl dann auch noch 2:0 führte, schien die Partie gelaufen. Aber weit gefehlt: Innerhalb von nur elf Minuten konnte England das Spiel im Wembleystadion drehen, ging aber nicht als Sieger vom Platz.

Das Ergebnis: Deutschland spielt 3:3 gegen England (Hier geht es zum Spielbericht). Die DFB-Auswahl beendet die Nations-League-Saison als Vorletzter der Gruppe 3. Ins Halbfinale kämpfte sich im Parallelspiel Italien dank eines 2:0-Siegs gegen Ungarn.

Schweigeminute für die Queen: Während man in anderen Fußballstadien in den vergangenen Tagen auch mal hämisch auf den Tod von Queen Elizabeth II. (»Lizzy's in a Box«, »If you hate the royal family clap your hands«) reagierte, blieb es im Wembleystadion bei der Trauerminute für die Verstorbene still. Von den mehr als 80.000 Zuschauerinnen und Zuschauern war kein Wort zu hören.

Ein Augenblick der Stille: Gedenkminute für die Queen

Ein Augenblick der Stille: Gedenkminute für die Queen

Foto: IMAGO/John Walton / IMAGO/PA Images

Erster Aufreger: Gegen Ungarn kam er erst nach 70 Minuten in die Partie, gegen England lief Jamal Musiala, der in seiner Jugend für England spielte, von Beginn an auf. Und der 20-Jährige sorgte für den ersten Oha!-Moment im Wembleystadion: Musiala setzte Keeper Nick Pope unter Druck, der ihn anschoss. İlkay Gündoğan bekam den Ball, schoss aber über die Latte (11. Minute).

Ter Stegen vs. Raheem Sterling: Drei Gegentore, das wird Marc-André ter Stegen nicht gefallen haben. Das Privatduell gegen Englands Angreifer Raheem Sterling konnte er jedoch als klaren Sieg verbuchen. Dreimal parierte er stark gegen den Stürmer – nach einem Konter (25.), nach einem Angriff über links (44.), und dann gab es noch einen dankbaren »Torwartball«, bei dem ter Stegen per Flugeinlage retten konnte. Das sah wohl spektakulärer aus, als es gefährlich war.

Aus dem Tritt: Englands Verteidiger Harry Maguire hat sich in den vergangenen Jahren zu einem wandelnden Internet-Meme entwickelt, wurde im Wembleystadion auch schon ausgebuht. Der drittteuerste Einkauf in der Manchester-United-Geschichte  (87 Millionen Euro) musste aufgrund schwacher Leistungen einiges an Spott einstecken. Gegen Deutschland leistete er sich einen Doppelaussetzer: Erst spielte er den Ball Jamal Musiala in die Füße, dann trat er dem Deutschen vors Schienbein. Die Konsequenz: ein Elfmeter, den Gündoğan sicher verwandelte (52.).

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Vorteil Havertz: Kai Havertz war neben Musiala im Vergleich zum Ungarnspiel ebenfalls neu in der Startelf. Im direkten Vergleich zu Timo Werner, der gegen England einen Schuss in die Wolken, einen Querpass ins Nichts und einen passablen Schuss neben das Tor anbot, konnte Havertz im Kampf um einen Stammplatz punkten – mit einem Traumtor (fast) in den Winkel (und später dann einem Abstauber zum 3:3). Eingeleitet wurde das 2:0 übrigens durch einen Ballverlust von... Harry Maguire.

Elf Minuten, drei Tore: Eine Pleite zum Abstieg? Diese Blöße wollten sich die Engländer dann doch nicht geben. Sie starteten eine fulminante Aufholjagd. Erst traf Luke Shaw durch die Beine ter Stegens (72.), dann nahm Mason Mount einen Ball direkt (75.), bevor Harry Kane einen von Nico Schlotterbeck verursachten Foulelfmeter verwandelte (83.). Die Wembley-Jubelstürme wurden dann allerdings noch von Havertz gedämpft.

Torschütze Harry Kane

Torschütze Harry Kane

Foto: IMAGO/John Walton / IMAGO/PA Images

57 Tage: So lange dauert es noch, bis die deutsche Nationalmannschaft bei der WM in Katar am 23. November im ersten Gruppenspiel auf Japan trifft. Vorher testet die DFB-Auswahl noch einmal gegen Oman (16. November). Als Titelfavorit haben sich an diesem Abend weder England noch Deutschland hervorgetan. Man habe »individuelle Fehler« gemacht, sagte Bundestrainer Hansi Flick nach der Partie bei RTL: »Es darf nicht passieren, dass wir so eine Führung hergeben. Aber wir sind wieder zurückgekommen, das ist das Positive.« Doppeltorschütze Havertz drückte aufs Tempo: »Wir haben noch sieben Wochen Zeit, die Fehler abzustellen.«

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